Wie hoch ist die Sterblichkeitsrate bei Ebola? Kann man eine Infektion überleben?
Ja, man kann Ebola überleben. Eine Erkrankung ist zwar sehr gefährlich und endet häufig tödlich, sie bedeutet aber nicht automatisch den Tod. Die Überlebenschancen hängen vor allem davon ab, mit welcher Ebola-Virusart sich ein Mensch infiziert hat, wie früh die Krankheit erkannt wird und wie gut die medizinische Versorgung ist.
Nach Angaben der WHO liegt die durchschnittliche Sterblichkeitsrate bei Ebola bei etwa 50 Prozent. In früheren Ausbrüchen schwankte sie allerdings stark – zwischen 25 und 90 Prozent. Auch das Robert-Koch-Institut nennt für unbehandelte Ebola-Erkrankungen eine Sterblichkeit von 30 bis 90 Prozent. Bei Ausbrüchen des Sudan-Ebolavirus liegt sie demnach bei etwa 50 Prozent. Entscheidend ist laut RKI: Je früher und qualitativ besser Betroffene medizinisch versorgt werden, desto höher sind ihre Überlebenschancen.
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Warum Ebola so gefährlich ist
Ebola ist eine schwere Infektionskrankheit, die durch verschiedene Ebolaviren ausgelöst werden kann. Die Erkrankung beginnt oft mit unspezifischen Beschwerden, die zunächst an andere Infektionen erinnern können: Fieber, Unwohlsein, Müdigkeit und Gliederschmerzen.
Später können Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Ausschlag sowie Störungen von Leber- und Nierenfunktion hinzukommen. In schweren Fällen treten auch innere und äußere Blutungen auf.
Gerade weil die ersten Symptome nicht eindeutig sind, kann Ebola zu Beginn schwer von anderen Erkrankungen wie Malaria oder Typhus zu unterscheiden sein. Die Diagnose muss deshalb durch spezielle Labortests bestätigt werden.
Frühe Behandlung verbessert die Überlebenschancen
Eine zentrale Rolle spielt die unterstützende Behandlung. Dabei geht es darum, den Körper während der Erkrankung zu stabilisieren. Dazu gehören Flüssigkeitsgabe, die Behandlung von Symptomen, die Versorgung von Schmerzen, Ernährung, die Behandlung möglicher Begleitinfektionen und die Stabilisierung wichtiger Körperfunktionen.
Die WHO betont, dass eine frühe intensive unterstützende Versorgung mit Rehydrierung und Symptombehandlung die Überlebenschancen verbessert. Auch die CDC schreibt, dass Erkrankte eine deutlich bessere Überlebenschance haben, wenn sie früh unterstützend behandelt werden – etwa mit Flüssigkeit, Medikamenten gegen Fieber, Erbrechen oder Durchfall sowie der Behandlung weiterer Infektionen.
Gibt es Medikamente gegen Ebola?
Für bestimmte Ebola-Erkrankungen gibt es inzwischen gezielte Therapien. Für Infektionen mit dem Zaire-Ebolavirus sind monoklonale Antikörper verfügbar. Die WHO empfiehlt für diese Form der Erkrankung unter anderem die Wirkstoffe mAb114 und REGN-EB3.
Allerdings gilt das nicht für alle Ebola-Virusarten. Für Erkrankungen durch andere Ebolaviren, etwa das Sudan- oder Bundibugyo-Virus, gibt es laut WHO bislang keine zugelassenen spezifischen Therapeutika. Impfstoffe und Behandlungen für diese Varianten befinden sich noch in der Entwicklung.
Auch das RKI weist darauf hin, dass die genannten Antikörper spezifisch gegen das Zaire-Ebolavirus gerichtet sind. Für das Sudan-Virus gebe es bislang keine ausreichend untersuchten und zugelassenen Medikamente.
Überlebende können noch lange Folgen spüren
Dass Menschen Ebola überleben können, zeigen auch die Hinweise zur Versorgung von Überlebenden. Nach einer überstandenen Erkrankung können körperliche und psychische Folgen auftreten. Die WHO nennt mögliche klinische und psychologische Langzeitfolgen und empfiehlt Programme zur Betreuung von Überlebenden.
Zudem kann das Virus nach der Genesung in bestimmten Körperbereichen verbleiben, die vom Immunsystem schlechter erreicht werden. Dazu zählen etwa Hoden, Augen und Gehirn. Eine Übertragung über infiziertes Sperma wurde laut WHO noch bis zu 15 Monate nach klinischer Genesung dokumentiert.
Das bedeutet nicht, dass Genesene dauerhaft ansteckend sind. Die WHO empfiehlt keine Isolation von genesenen Patienten, deren Blut negativ auf Orthoebolaviren getestet wurde. Für bestimmte Situationen, vor allem sexuelle Übertragung, gelten jedoch besondere Vorsichtsmaßnahmen.