KI-Standort Göppingen Richtfest auf dem Böhringer-Areal
Göppingen geht mit großen Schritten in Richtung KI-Zentrum. Im Werk 3 des Boehringer-Areals errichtet der Verein HIVE auf 2200 Quadratmetern einen Innovations- und Zukunftscampus.
Göppingen geht mit großen Schritten in Richtung KI-Zentrum. Im Werk 3 des Boehringer-Areals errichtet der Verein HIVE auf 2200 Quadratmetern einen Innovations- und Zukunftscampus.
Ein Zukunftscampus für Göppingen – dieser soll für Start-ups, Nachwuchs mit genialen Ideen sowie mittelständische Unternehmen Raum bieten, sich zu vernetzen, KI anzuwenden und diese gemeinsam weiterzuentwickeln. Dazu werden 22 Übersee-Container aufeinandergestapelt und zu Arbeitsräumen ausgebaut. Nur fünf Monate nach Start der Initiative wurde nun mit zahlreichen Gästen und Beteiligten Richtfest gefeiert.
Der Vereinsvorsitzende Lukas Mürdter zeigte sich zu Beginn seiner Ansprache beim Richtfest stolz auf das, was in kürzester Zeit geschaffen wurde. Alle Beteiligten würden an einem Strang ziehen, berichtete Mürdter, der dabei auch ausdrücklich die Verwaltung mit einbezog. Alle seien mit großem persönlichen Engagement dabei. Alles werde ganz pragmatisch und schnell gelöst. Auch dies sei einmalig.
Dies betonte neben Lukas Mürdter auch Göppingens Oberbürgermeister Alex Maier, der verkündete, dass neben den sieben Gründungsmitgliedern des HIVE (Hub for Innovation, Vision and Execution) inzwischen 23 Platinpartner mit an Bord seien. Sie alle wollten Teil dieser Initiative sein, bevor das Areal überhaupt eröffnet sei – ein Riesenerfolg. Denn geplant hatten die Initiatoren, dass nach drei Jahren 20 Platinpartner mit dabei sein sollten.
Auch dies sei unter anderem dem großen Engagement von Lukas Mürdter zu verdanken, so Maier weiter, der erzählte, dass es fast so erscheine, als ob Mürdter hauptberuflich den HIVE-Verein führe. Der Vereinsvorsitzende sei jeden Tag auf der Baustelle, führe Verhandlungen mit interessierten Firmen und erledige Dinge rund um die Vereinsgründung. Tatsächlich ist Mürdter CEO von Miravision, einem Göppinger Unternehmen, das mit KI-Technologie den Medizinmarkt revolutionieren will und sich anschickt, im kommenden Jahr Microsoft „outzuperformen“, also zu übertrumpfen.
Eigentümer des Areals ist die Businesspark GmbH, die sich ebenfalls mit Herzblut bei dem Projekt engagiere, so OB Alex Maier. Der Geschäftsführer, Martin Maier, blickte auf die Anfänge zurück, die noch gar nicht so lange her sind. Als im März Räumlichkeiten gesucht worden seien, habe es sehr schnell gehen müssen, erinnerte Martin Maier. Da auf dem 18 000 Quadratmeter umfassenden Boehringer Areal vieles denkmalgeschützt ist, kam nur Halle 1 von Werk 3 in Betracht. Ursprünglich habe es sich dabei um eine Montagehalle gehandelt, weshalb es einiges zu tun gebe, wie etwa rund um die Themen Brandschutz und Wärmedämmung. Drei Millionen Euro investiert die Businesspark GmbH in das Projekt.
Architekt Christian Gaus ist mit seinem Büro bereits seit 2016 auf dem Boehringer Areal beheimatet. „Wir haben gewusst, dass irgendwann die Welle hierherkommt“, sagte er schmunzelnd und zeigte sich angetan von der Umgebung: „Das ist ein tolles Areal.“
Aus langjähriger Erfahrung heraus bestätigte auch er das einmalige Tempo: Bereits nach drei Monaten, bezogen auf die erste Begehung der Halle, das Richtfest zu feiern, sei etwas Besonderes und völlig unüblich.
Nun würden Container aufeinandergestapelt und mit nachhaltigen, recycelten und regionalen Materialien ausgestattet. Es sei ein „toller Move“ aller Beteiligten. „Und wir freuen uns, Teil dieser Bewegung zu sein.“ Normalerweise sehe man sich nach einem Richtfest rund anderthalb Jahre wieder zur Feier der Fertigstellung. An diesem Tag aber sagte er: „Wir sehen uns bald wieder“ und übergab Lukas Mürdter als Erinnerungsstück aufbereitete, ausgeschnittene Flächen der Container, die Platz für die Fenster gemacht haben.
Alexander Weiss vom Vereinsvorstand des HIVE sprach den Richtspruch vom Dach eines Containers. Er hatte dazu ChatGPT befragt und ein Gedicht machen lassen, das daraus vielmehr eine Rede als nur einen Richtspruch dichtete.
Motivation
„Göppingen setzt einen Kontrapunkt zur gegenwärtigen Stimmung, zur vorhandenen Mega-Frustration“, sagte der Göppinger Oberbürgermeister Alex Maier beim Richtfest des HIVE. Alle Beteiligten seien sehr begeistert und motiviert.
Beteiligung
Das Netzwerk sei breit und tragfähig, sagte Maier beim Richtfest: Dazu gehören Leonhard Weiss und Kleemann, die Kreissparkasse bis hin zu Göppinger Start-ups. Auch die IHK, das bekannteste deutsche KI-Zentrum „Cyber-Valley“ in Tübingen sowie die KI-Allianz Baden-Württemberg und mehrere Hochschulen sind dabei.