Fast 200 „schwerwiegende Parkverstöße“ auf 13 Schulwegen binnen einer Stunde – das ist das Ergebnis des Schulweg-Checks 2024 der Initiative Kidical Mass. Wo gab es die meisten Gefahrenstellen?
Die Kidical Mass stellt kein gutes Zeugnis aus: „Die von der Stadt empfohlenen Schulwege zu den Stuttgarter Grundschulen sind unsicher.“ So das Fazit der Initiative nach ihrem Schulweg-Check 2024. Für diesen haben zehn Mitglieder an einem Oktobermorgen zwischen 7 und 8 Uhr die Wege zu 13 Grundschulen in Stuttgart unter die Lupe genommen und dabei „196 schwerwiegende Parkverstöße und andere vermeidbare Gefahrenstellen wie etwa schlecht abgesicherte Baustellen“ dokumentiert. Im Vergleich zum Vorjahr, als 166 vermeidbare Gefahrenstellen auf 13 Schulwegen festgestellt worden seien, habe sich die Situation damit deutlich verschlechtert, heißt es in einer Pressemitteilung der Initiative.
Besonders schlecht schnitten die Schulwege rund um die Ameisenbergschule und die Grundschule Ostheim in S-Ost mit insgesamt 24 dokumentierten Gefahrenstellen ab. Auf dem Weg zur Marienschule im Süden waren es 18, rund um die Schwabschule im Westen 20 potenziell gefährliche Situationen. Spitzenreiter ist die Vogelsangschule im Westen mit 30 kritischen Punkten. Auf die mehr als 70 Stuttgarter Grundschulen hochgerechnet, geht die Initiative von täglich mehreren Hundert Gefahrenstellen auf den Schulwegen im Stadtgebiet aus. Dieses Bild wird von der Aktion „Achtung, Schulweg!“ unserer Zeitung bestätigt. Dabei hatten Eltern knapp 1400 Gefahrenstellen im Umfeld von Grundschulen gemeldet.
Kidical Mass hält der Stadt vor, Kinder und deren Eltern mit den Gefahren auf dem Schulweg allein zu lassen. „Die Stadt empfiehlt Kindern und Eltern diese Wege, tut aber zu wenig dafür, sie sicher zu machen und zuverlässig freizuhalten“, sagt Nikolai Worms. „Stuttgart hat ein flächendeckendes Problem mit Gefahrenstellen auf den Schulwegen“, ergänzt Ulrike Stoll. Dabei gebe es viele Möglichkeiten, die Wege sicherer zu machen, so zum Beispiel Schulstraßen, Straßen ohne Durchgangsverkehr in Wohngebieten, Fahrradstraßen und Tempo 30.
Das größte Problem seien die vielen Kreuzungen, die von Falschparkenden zugestellt seien. „Daran ist die Stadt nicht unschuldig, denn vor Schulbeginn kontrolliert sie kaum”, so Worms. Die Initiative fordert, den Schwerpunkt der Verkehrsüberwachung auf die Zeit von 6 bis 8 Uhr zu legen und sich dabei auf das nähere Umfeld der Schulen zu konzentrieren. Positive Ansätze sieht sie in dem Pilotprojekt „Stuttgarter Ecken“, bei denen Poller das Falschparken unterbinden.