Das neue Besucherzentrum wächst, die Umgestaltung der Straße Am Weißenhof zur Einbahnstraße soll im Herbst beginnen. Foto: Christian Milankovic
Das neue Besucherzentrum auf dem Killesberg soll Gäste aus der ganzen Welt anlocken. Noch ist aber nicht klar, wo Busse und Autofahrer parken sollen – zum Ärger der Anwohner.
In einem Jahr startet die Internationale Bauausstellung Stuttgart und Region 2027 (IBA). Eine der Hauptanlaufstellen für Architekturbegeisterte aus der ganzen Welt soll vom 24. April bis 30. Oktober 2027 das neue Besucherzentrum auf dem Killesberg dienen. Und natürlich die benachbarte, weltberühmte Weißenhofsiedlung , deren 100. Geburtstag 2027 einer der Gründe für den IBA-Zuschlag war. Doch noch arbeiten Stadtverwaltung und IBA-Geschäftsführung an einem tragfähigen Vekehrskonzept, um den erhofften Besucheransturm bewältigen zu können.
Der Aufschrei war groß im vergangenen November im Bezirksbeirat Nord. Die Anwohner befürchten ein Chaos. Und fühlten sich angesichts des bis dahin fehlenden Verkehrskonzepts, um die erwarteten Massen in klare Bahnen zu lenken, auch bestätigt. Inzwischen wurde laut Stadt die Situation rund um den Weißenhof von einem Verkehrsplanungsbüro untersucht. Die Ergebnisse würden derzeit von der IBA-Geschäftsführung und der Stadtverwaltung geprüft. Die ersten Erkenntnisse sind jedoch alles andere als neu.
IBA-Besucherzentrum wird größer – die Straße Am Weißenhof zur Einbahnstraße
Das größte Ärgernis für die Anwohner scheint unausweichlich zu sein. Die Straße Am Weißenhof wird – entgegen der Forderungen des Bezirksbeirats – zur Einbahnstraße. Grund dafür ist der Bau des neuen Besucherzentrums, dem Weißenhof Forum, das an exponierter Stelle direkt vor der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste auf dem Killesberg entsteht. Der Neubau wird deutlich größer als der frühere kleine Imbiss. Aus Sicherheitsgründen ist daher ein Begegnungsverkehr auf der benachbarten Straße Am Weißenhof nicht mehr möglich, die Fahrtrichtung soll zur Birkenwaldstraße verlaufen. „Der Baubeginn ist für den Herbst geplant“, sagt Stadtsprecher Oliver Hillinger.
So soll das neue Weißenhof Forum einmal aussehen. Der Neubau wird aber deutlich größer, für den Verkehr bleibt wenig Platz. Foto: Barkow Leibinger
Für den Busverkehr soll eine neue Reisebushaltestelle an der Friedrich-Ebert-Straße auf Höhe des Bruckmannwegs entstehen. „Die Planungen werden weiter vorangetrieben“, erklärt Hillinger. Ziel sei es, die Maßnahme rechtzeitig bis zum Beginn des IBA-Ausstellungsjahrs fertig zu stellen. Die Haltestelle in Fahrtrichtung Innenstadt soll lediglich zum Ein- und Ausstieg dienen. Indes noch unklar ist, wo die Reisebusse geparkt werden können. Denn der Weg zum sonst üblichen Abstellplatz auf dem Cannstatter Wasen erscheint unverhältnismäßig weit und führt mitten durch die Innenstadt. Sicher ist, „dass an dieser Stelle keine zusätzlichen Busparkplätze eingerichtet werden können“. Dies sei aufgrund der engen Platzverhältnisse sowie aus Gründen des Denkmalschutzes nicht möglich. Denn eine freie Sicht auf die Weißenhofgebäude muss erhalten bleiben.
Auf Höhe des Bruckmannswegs soll in der Friedrich-Ebert-Straße eine Reisebushaltestelle in Richtung Innenstadt. Für mehr ist kein Platz vorhanden. Foto: Christian Milankovic
Die Stadt verweist für die Reisebusse sowie für Besucher, die mit dem eigenen Auto anreisen, auf „mehrere gut erreichbare Parkmöglichkeiten im Umfeld des Weißenhofs“, sagt Hillinger. Unter anderem könnten als Ausweichflächen das öffentliche Parkhaus Killesberghöhe oder der Parkplatz Feuerbacher Heide an der Kreuzung Parlerstraße/Am Tazzelwurm, direkt gegenüber des Tennisclubs Weißenhof. Ziel sei es allerdings, den Verkehr bereits frühzeitig zu steuern, um dies für die Stadt verträglich zu machen.
IBA-Besucher sollen mit Bus und Bahn anreisen
„Die IBA’27 arbeitet dabei eng mit der Integrierten Verkehrsleitzentrale zusammen“, betont Hillinger. Unter anderem soll ein digitaler Service entstehen, der per App auf die Park-&-Ride-Plätze am Ortsrand von Stuttgart hinweist. Bereits im Vorfeld will die IBA dabei für die Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln werben. Sowohl im Vorverkauf und auch mit einem geplanten Reiseführer soll darauf verwiesen werden.
Denn der Fokus liege am Weißenhof wie auch bei den übrigen 36 Projekten auf der Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel. Sowohl SSB als auch VVS fungieren als offizielle Mobilitätspartner der IBA’27. In enger Abstimmung soll so die An- und Abreise mit Bus und Bahn eng vernetzt und attraktiv gestaltet werden, um möglichst viele Besucher zum Umstieg zu animieren. Um den Autoverkehr auf den Straßen zu minimieren – auch am Weißenhof.