Familien in Stuttgart sollen leichter den passenden Kita-Platz finden. Das Kita-Portal soll dabei helfen. So funktioniert es.

Familie/Bildung/Soziales: Alexandra Kratz (atz)

In Stuttgart einen passenden Kita-Platz zu finden, ist seit der Umstellung auf das Kita-Portal im August 2024 Jahren leichter geworden. Zu diesem Ergebnis kommt das Jugendamt. „Das Vergabeverfahren für die städtischen Plätze läuft reibungsloser und übersichtlicher ab“, bilanzierte die Amtsleiterin Katrin Schulze am Dienstag im Jugendhilfeausschuss.

 

Eine wesentliche Verbesserung für Mütter und Väter ist, dass sie nicht mehr verschiedenste Kitas abtelefonieren oder gar ablaufen müssen, um nach einem Kita-Platz zu fragen beziehungsweise sich auf die Warteliste setzen zu lassen. Stattdessen erstellen sie über das auf der Homepage der Stadt zu findende Kita-Portal ein Elternkonto.

Die Online-Plattform bietet eine Übersicht über alle Betreuungsmöglichkeiten – auch über die der freien Träger und Tagesmütter. Die Vergabe der Kitaplätze erfolgt dann zentral. Um die Chancen auf einen Kitaplatz zu erhöhen, sollten Eltern ihre Daten im Kita-Portal aktuell halten und möglichst viele Einrichtungen auswählen, die für sie infrage kommen.

Das müssen Eltern zum Stichtag 15. Februar wissen

Zudem erfolgt die Vergabe von städtischen Kita-Plätzen seit Sommer 2025 ganzjährig. Der vielen Familien noch bekannte Stichtag zum 15. Februar entfällt. Das bedeutet, wer zunächst keinen Platz für das kommende Kita-Jahr erhält und auch wer kurzfristig einen Platz beantragt, hat Chancen, zeitnah ein Angebot zu bekommen. Denn das neue Verfahren ermöglicht es der Stadt, flexibel auf Veränderungen zu reagieren.

Allerdings: Bei freien Trägern, also zum Beispiel für kirchliche oder von einem Verein getragene Einrichtungen, gilt oftmals weiterhin der 15. Februar als Stichtag.

Katrin Schulze leitet das Jugendamt in Stuttgart. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Auch für die Stadt bietet das Kita-Portal Vorteile. Denn das Jugendamt hat einen besseren Überblick über die tatsächlichen Betreuungsbedarfe der Eltern und die Zahl der Kinder, die keinen passenden Kita-Platz haben. So wurden im Zeitraum vom 1. August 2024 bis 19. November 2025 über das Kita-Portal 3180 Plätze in städtischen Kitas vergeben. Dies waren zu 59 Prozent Ganztagsplätze und zu 41 Prozent Halbtagsplätze mit einer Betreuungszeit von bis zu sieben Stunden.

  • Dabei hatten nur 24 Prozent der Eltern (777 Familien) einen Anspruch auf einen Ganztagsplatz nachgewiesen.
  • Nur 40 Prozent dieser Eltern (311 Familien) wollten tatsächlich einen Ganztagsplatz haben.
  • Wiederum 90 Prozent dieser Familien haben einen Ganztagsplatz erhalten.
  • Nur zehn Familien konnte kein passendes Angebot gemacht werden.
  • Zudem erhielten 86 Prozent der Eltern, die einen Anspruch auf einen Halbtagsplatz nachwiesen, aber einen Ganztagsplatz wünschten, ein entsprechendes Angebot.

Die Stadt wertet dies als Bestätigung für ihre Strategie, die Zahl der Ganztagsplätze auf 60 Prozent zurückzufahren und stattdessen mehr VÖ-Plätze anzubieten. Dabei geht es dem Jugendamt nicht nur um eine passgenauere Betreuung, sondern insbesondere darum, insgesamt mehr Familien einen Kita-Platz anbieten zu können. Mit Erfolg, durch die Umstellung wurden bisher 500 neue Plätze geschaffen – und zwar ohne neues Personal einzustellen, sondern ausschließlich durch den passgenaueren Einsatz von Teilzeitkräften.

Weniger Kinder, die gar keinen Kita-Platz haben

So konnte die Zahl der Kinder ohne Kita-Platz reduziert werden. Mitte Januar 2026 waren im Portal 768 Kinder registriert, die bereits ein Platzangebot erhalten, dieses aber verpasst oder abgelehnt hatten. 855 Kindern konnte bislang kein Platz angeboten werden. Besonders erfreulich ist, dass die Zahl der nicht versorgten Fünf- und Sechsjährigen auf 68 Kinder sank. Dies auch wegen der Änderung der Vergabekriterien, mit der das Alter der Kinder nun viel stärker gewichtet wird.

Neben den Kitas bieten auch Tagesmütter und -väter Betreuungsplätze an. Sie decken fünf Prozent und damit einen relevanten Anteil des Betreuungsangebots in Stuttgart ab. Im vergangenen Jahr wurden 1057 Kinder von 191 Tagesmüttern und -vätern betreut. Die Zahl der betreuten Kinder ist damit weitgehend stabil, die Zahl der Tagesmütter und -väter ist aber zurückgegangen. Der Grund ist, dass viele Familien schnell in einer Kita wechseln, wenn sie einen Platz angeboten bekommen. Für die Tageseltern ist das ein Problem.

Fragen zum Kita-Platz?

Beratung
Bei Fragen rund um die Kitaplatz-Vergabe berät und unterstützt die Dienststelle Kitaservice/Familieninformation, Wilhelmstraße 3, persönlich oder telefonisch unter 0711/216-55445. Die Sprechstunde ist Montag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag von 9 bis 12 Uhr sowie Donnerstag von 14 bis 17 Uhr. Termine zur Beratung können auch online vereinbart werden.