Klärschlammverwertung in Böblingen Zähneknirschende Zustimmung
Die Kostensteigerung bei der Klärschlammverwertung ist ein dicker Brocken, analysiert unser Redakteur.
Die Kostensteigerung bei der Klärschlammverwertung ist ein dicker Brocken, analysiert unser Redakteur.
Die neue Klärschlammverwertung bei Böblingen rückt näher. Damit löst der Kreis seinen Teil des Versprechens ein, zig Kläranlagen in ganz Baden-Württemberg das Leben zu erleichtern – und ihnen einen preiswerten und verlässlichen Entsorgungsweg für ihren Klärschlamm anzubieten.
Anfängliche, ganz praktische Bedenken in Richtung Geruchsbelästigung und Lastwagenverkehr konnte man glaubhaft zerstreuen. Außerdem soll die entstehende Abwärme – ökologisch höchst sinnvoll – ins Fernwärmenetz eingespeist werden.
So weit, so vernünftig. Doch was die Böblinger Kreisräte zu Recht schlucken lässt, sind die überbordenden Kosten des Projekts. Noch vor zwei Jahren war von einer Investition zwischen 100 und 125 Millionen Euro die Rede. Das Ergebnis der Ausschreibung beläuft sich jetzt aber auf rund 220 Millionen Euro. Und auch bei dieser Summe besteht keine Garantie, das sie eingehalten wird. Verständlich also, dass das Großprojekt nicht nur Jubelrufe erzeugt.
Mehr Kostentransparenz hätte nicht nur die Glaubwürdigkeit der Akteure erhöht, sondern auch die Akzeptanz des Projekts als Ganzes. Ungeklärt ist zudem die Frage nach der Phosphor-Rückgewinnung, einem integralen Bestandteil der gesamten Verwertungskette.
Bleibt zu hoffen, dass der Landkreis in Form des Zweckverbands Restmüllheizkraftwerk sich mit der teuren Anlage nicht den nächsten finanziellen Klotz ans Bein bindet. An seinen Krankenhäusern und der Schönbuchbahn trägt er schwer genug.