Köngen Im Neubaugebiet rollen endlich wieder die Bagger
In Köngen entsteht bezahlbarer Wohnraum – nach langem Stillstand geht die Entwicklung des Baugebiets Burgweg West III in die Endphase. Gebaut werden 58 Mietwohnungen.
In Köngen entsteht bezahlbarer Wohnraum – nach langem Stillstand geht die Entwicklung des Baugebiets Burgweg West III in die Endphase. Gebaut werden 58 Mietwohnungen.
Die jahrelange Hängepartie im Köngener Baugebiet Burgweg West III hat ein Ende – auf dem bislang brachliegenden zweiten Baufeld B haben die Arbeiten begonnen. Es entstehen fünf Wohnhäuser mit 58 Mietwohnungen, davon sind 50 Wohnungen gefördert. Bei der Verwaltung herrscht Freude: „Es ist von erheblichem Wert für uns, dass das Baufeld B weiterentwickelt wird“, bestätigte Köngens Bürgermeister Ronald Scholz bei der Grundsteinlegung. Er hob besonders die gesellschaftliche Komponente in Zeiten, in denen bezahlbarer Wohnraum knapp ist, hervor: „Gleich 50 sozialgebundene Wohnungen schaffen Möglichkeiten für Familien, sich im Stuttgarter Speckgürtel anzusiedeln. Das war uns ein großes Anliegen.“
Die Flächen der Wohnungen reichen von 39 bis 124 Quadratmeter, aufgeteilt in zwei, drei oder vier Zimmer. Alle Wohnungen verfügen über eine hochwertige Ausstattung mit Fußbodenheizung, Parkett und Einbauküche. Zusätzlich entstehen 87 Tiefgaragenstellplätze. Verantwortlicher Projektentwickler und Totalübernehmer ist wie bereits im Baufeld A die Weisenburger-Unternehmensgruppe aus Karlsruhe, die sich 2020 im von der Gemeinde Köngen ausgelobten Investorenwettbewerb durchgesetzt hatte. Während die Wohnungen im ersten Bauabschnitt Eigentumswohnungen sind, die direkt von Weisenburger vermarktet werden, handelt es sich bei den nun neu entstehenden Wohnungen um Mietwohnraum.
Eigentümer ist die Dawonia Management GmbH (München) – sie wird das Projekt schlüsselfertig vom bisherigen Investor übernehmen, der Kaufvertrag wurde am 23. Dezember 2025 unterzeichnet. Die ersten Mieter sollen spätestens Ende 2027 einziehen. Für die Dawonia ist das Köngener Projekt ein Meilenstein: Mit rund 25 000 Wohnungen, davon jede dritte eine geförderte Mietwohnung, in München und weiteren wachstumsstarken Standorten in Süddeutschland ist das Unternehmen damit erstmals in Baden-Württemberg aktiv, ebenso eine Premiere ist die Zusammenarbeit mit der Firma Weisenburger. Die Dawonia wird wie bei all ihren Objekten auch in Köngen als Vermieterin auftreten – je nach Fertigstellung werden für die Köngener Wohnungen vermutlich ab Mitte 2027 Mieter gesucht. „Das Köngener Projekt passt sehr gut in unser Portfolio: energieeffizient, mit einem hohen Anteil geförderter Wohnungen und in einer Region mit stabiler Nachfrage nach Wohnraum“, sagte Dawonia-Geschäftsführer Claus Lehner.
Das Baugebiet Burgweg West III ist auf lange Sicht eines der wenigen Neubaugebiete, die in Köngen ausgewiesen werden konnten. Seitens der Gemeinde lag bei der Entwicklung immer auch ein Fokus auf der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Verzögerungen hatte es im Vorfeld einige gegeben – nach intensiven Verhandlungen in Sachen städtebaulicher Vertrag zwischen Kommune und der Firma Weisenburger als Investor erfolgte der Verkauf der beiden Grundstücke erst 2021. Dann ließ die Genehmigung des Bauantrags fast ein Jahr auf sich warten und trudelte erst Anfang 2022 ein.
Durch den Ausbruch des Ukrainekriegs verzögerte sich der eigentlich für Mitte/Ende 2022 geplante Baustart weiter. Wegen der allgemeinen Kostenexplosion am Bau stellte die Firma Weisenburger das Projekt in der Folge hinten an und teilte Ende 2022 mit, dass sie sich „bis auf Weiteres“ außer Stande sehe, den Bau der geplanten 120 Wohnungen in beiden Baufeldern umzusetzen. Anfang März 2023 kam indes eine Entwarnung, allerdings mit der Einschränkung, dass zunächst nur das Baufeld A bebaut werde. Im Oktober 2023 rollten dort die ersten Bagger, fertiggestellt wurden die ersten fünf Häuser dann Ende 2025. Laut Weisenburger-Geschäftsführer Sven Müller sind im Baufeld A inzwischen fast alle Wohnungen verkauft – lediglich zehn Objekte, die alle der staatlichen Förderung unterliegen, sind noch auf dem Markt.