Königstraße in Stuttgart Leerstand der Maute-Benger-Fläche: Wasserrohrbruch stoppt neuen Mieter

Seit Juli 2023 stehen die früheren Räume von Maute und Benger an der Königstraße leer. Foto: Lichtgut//Max Kovalenko

Die unendliche Geschichte um das frühere Maute-Benger-Geschäft geht weiter: Seit 18 Monaten stehen die Räume leer, weshalb dem Land hohe Mieteinnahmen entgehen. Jetzt ist ein Wasserrohrbruch Grund für weitere Verzögerungen.

Stadtleben/Stadtkultur: Uwe Bogen (ubo)

Als die Königstraße im Juli 2023 eine inhabergeführte Top-Adresse verloren hat, war nicht abzusehen, dass daraus ein sehr langes Trauerspiel an dieser exponierten Citylage werden sollte. Maute-Benger galt als Institution im deutschen Wäschehandel. Nach fast 180 Jahren endete eine einstmals äußerst erfolgreiche Unternehmensgeschichte – erneut musste ein Traditionshaus aufgeben, wie dies in Stuttgart immer wieder geschieht.

 

Eigentümerin des Gebäudes ist die Baden-Württemberg-Stiftung, die sich im Besitz des Landes befindet. Seit nunmehr 18 Monaten fehlen der öffentlichen Hand Mieteinnahmen an diesem sehr teuren, also für den Vermieter lukrativen Standort.

Felix W. hat ganz in der Nähe einen Pop-up-Store eröffnet

Nach Informationen unserer Zeitung übernimmt das Stuttgarter Modeunternehmen Felix W. die früheren Maute-Benger-Räume. Offiziell bestätigt dies weder der Mieter noch der Vermieter. Weil das eigentliche Ziel an der Königstraße noch nicht bezogen werden kann, hat Felix W., das vor allem für Business-Outfits steht, einen Pop-up-Store an der Ecke Kronprinz-/ Büchsenstraße eröffnet.

Doch wann kann der Umzug in die „Pole-Position“ erfolgen? Gisela Splett (Grüne), Staatssekretärin im Finanzministerium, hat nun den Grund für eine weitere Verzögerung genannt. „Ein im August 2024 eingetretener Rohrbruch der Hauptwasserzuleitung in der Kronprinzstraße verursachte erhebliche Schäden in Teilen des Gebäudes an der Königstraße 44“, erklärt sie auf eine Landtagsanfrage des FDP-MdL Friedrich Haag. Und weiter: „Insbesondere die Beseitigung der in den unter Denkmalschutz stehenden Untergeschossen entstandenen Schäden kann nur schrittweise unter Schonung der historischen Bausubstanz erfolgen.“

Sanierung soll Ende März abgeschlossen sein

Die Sanierung, teilt Splett mit, soll Ende März abgeschlossen sein. Deshalb werde die „mietfreie Zeit“ für den künftigen Ladenbetreiber verlängert. Mit anderen Worten: Dem Land entgehen damit noch höhere Summen an Mieteinnahmen, die mittlerweile siebenstellig sein dürften. Dass die Staatssekretärin nichts über die künftigen Mieter und deren Pläne auf der 1500 Quadratmeter großen Fläche sagen will, erklärt sie mit der „vertraglichen Verschwiegenheit“, die beide Seiten getroffen hätten.

Nils Mayer, der Kommunikationschef der Baden-Württemberg-Stiftung, bedauert die erneute Verzögerung. „Das ist kein Ruhmesblatt an einer so zentralen Lage der Königstraße“, sagt er, „doch wenn es Schäden wie durch einen Wasserrohrbruch gibt, muss erst einmal saniert werden.“

Haag ist froh, dass es „eine zeitnahe Perspektive gibt“

MdL Friedrich Haag (FDP), der die Landtagsanfrage in dieser Sache gestellt hat, ist zumindest froh, „dass es für eine leer stehende Fläche des Landes endlich mal eine zeitnahe Perspektive gibt“, auch wenn sich dieser Fall sehr lange hinausgezögert habe. Jetzt hofft er, „dass das Land den Mietvertrag auch tatsächlich in den nächsten Monaten zum Abschluss bringen kann, damit dieser lange Leerstand ein Ende hat“. Nach Informationen dieser Zeitung ist die Entscheidung für Felix W. längst gefallen.

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