Zu viele Elterntaxis, zu wenige Ampeln, zu schnelle Autos: Der Weg zur Schule kann seine Tücken haben. Darum wollten wir von einigen Kindern wissen: Wie läuft’s mit dem Schulweg?

Welche Gefahren erleben Kinder zu Fuß, mit dem Roller, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf ihrem Schulweg? Das haben Eltern bei unserer Aktion „Achtung, Schulweg“ gemeldet. Wir haben bei einigen Kindern nachgefragt, was sie auf ihrem Weg stört.

 

Ein Blitzer wäre gut

Fabian (11) mit seinem Bruder Daniel Foto: STZN

Fabian hat auf seinem Schulweg schon gefährliche Situationen erlebt. „Ich wollte über den Zebrastreifen gehen, und plötzlich kam ein Auto richtig schnell angefahren. Es hat auch nicht mehr angehalten“, erzählt der 11-Jährige. Zum Glück hat Fabian das rechtzeitig bemerkt. Auf der unübersichtlichen Straße wurde schon ein Spiegel angebracht, damit die Fußgänger und Autofahrer einander besser sehen können. Trotzdem würden die Autos hier oft viel zu schnell fahren, findet Fabian. „Vielleicht sollte dort ein Blitzer stehen, damit die Menschen langsamer fahren“, überlegt er.

Die Freundin hat mich zurückgezogen

Laila (8) wünscht sich mehr Zebrastreifen. Foto: STZN

Laila läuft zusammen mit ihrer Freundin zur Schule. „Der Weg ist nicht weit, aber dort fahren immer sehr viele Autos, und es gibt keinen Zebrastreifen“, berichtet die Achtjährige. Außerdem würden so viele Autos am Straßenrand parken, die nicht zu den Wohnungen gehören und dort eigentlich nicht parken dürften. Das mache die Straße noch unübersichtlicher. „Einmal hat mich eine Freundin zurückgezogen, weil ich ein Auto nicht gesehen habe und der Fahrer mich auch nicht. Das war echt knapp“, erinnert sie sich. Laila wünscht sich mehr Zebrastreifen und Ampeln, damit die Autofahrer anhalten müssen.

Stau vor der Schule

Janne (9) läuft gerne mit seiner kleinen Schwester Foto: STZN

Janne muss für seinen Schulweg fünf Straßen überqueren. „Das Schlimmste sind aber die Elterntaxis“, sagt er. Die vielen Eltern, die ihre Kinder morgens zur gleichen Zeit zur Schule bringen, würden dadurch oft Stau verursachen. Solche Situationen können schnell gefährlich werden, wenn auch viele Schulkinder unterwegs sind.

„Oft parken die Leute den Zebrastreifen zu, dann können uns die anderen Autofahrer nicht sehen. Sie versperren sogar die Feuerwehrausfahrt, und das kann in einer Notsituation richtig gefährlich werden“, berichtet der Neunjährige. An seinem Schulweg gefällt ihm, dass er gemeinsam mit seiner kleinen Schwester laufen kann. So kann er ihr zeigen, wo sie aufpassen muss.

Drei Straßen, nur ein Zebrastreifen

Salomon (8) mag es mit seinen Freunden zu laufen. Foto: Lichtgut/Zophia Ewska

„An meinem Schulweg mag ich, dass ich mit meinen Freunden gehen kann“, sagt Salomon. Die Kinder kommen auch an sogenannten „Sicherheitsinseln“ vorbei. Das sind zwei Geschäfte, an die sie sich wenden können, wenn es Probleme auf ihrem Schulweg gibt. Dort können die Kinder ihre Eltern oder in der Schule anrufen. Um zur Schule zu kommen, muss der Achtjährige drei Straßen überqueren, nur eine davon hat einen Zebrastreifen. „Manchmal fahren die Autos zu schnell. Das ist doof, weil man dann nicht weiß, ob sie wirklich anhalten.“ Salomon wünscht sich darum mehr Ampeln auf dem Schulweg.

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Aktion „Achtung, Schulweg!“

Podiumsdiskussion
Zum Abschluss des Projekts findet am Sonntag, 13. Oktober, eine Podiumsdiskussion im Kulturzentrum Merlin, Augustenstraße 72, statt. Beginn ist um 11.30 Uhr, die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung im Internet unter www.zeitung-erleben.de ist notwendig.