Kommende Baustelle Steuerzahlerbund pocht auf einfache Opern-Sanierung

Das Staatstheater in Stuttgart muss saniert werden. Die Kosten dafür sind hoch. Foto: Marijan Murat/dpa

Die vom Verwaltungsrat der Staatstheater geforderte Billigvariante für das Opern-Interim soll auch auf das Haupthaus übertragen werden.

Der Bund der Steuerzahler begrüßt die von Wissenschafts- und Kunstministerin Petra Olschowski (Grüne) angekündigten Abspeckpläne für das Interimsgebäude der Stuttgarter Oper. Der Steuerzahlerverein geht allerdings mit seiner Forderung einen großen Schritt weiter. Er will, dass alle Sanierungspläne für die Staatsoper am Eckensee überarbeitet werden.

 

„Hoffnungsvolle Richtung“

Olschowski habe nach der Sitzung des Opern-Verwaltungsrates mit der Ankündigung gravierender Umplanungen für das Interim im Norden der Stadt eine „hoffnungsvolle Richtung“ eingeschlagen, so der Bund der Steuerzahler. Es soll kleiner und einfacher gebaut werden, um Kosten zu sparen. Das Interim hatte sich von den 2019 kalkulierten rund 100 Millionen Euro zuletzt durch die hohen Baupreissteigerungen auf aktuell 145 Millionen Euro verteuert. Der Bau soll 2028 gestartet und 2032 fertig werden.

„Die bei der Opernsanierung schon länger befürchtete Kostenexplosion von der einst geplanten einen Milliarde Euro auf mittlerweile bis zu zwei Milliarden Euro ist in den letzten Monaten immer realistischer geworden. Umso wichtiger ist es, dass es jetzt beim Interimsgebäude konkrete Planungen gibt, wie diese ausufernden Kosten nach unten gedrückt werden können“, macht Eike Möller, der Landesvorsitzende des Bundes der Steuerzahler Baden-Württemberg deutlich.

Kosten steigen wohl erheblich

Der Opern-Gesamtkomplex mit Sanierung des Littmann-Baus am Eckensee, Interim und neuen Werkstätten in Bad Cannstatt wird von Land und Stadt je hälftig bezahlt. Als Maximum waren 2019 rund eine Milliarde Euro genannt worden, inzwischen muss mit 1,6 bis 1,8 Milliarden gerechnet werden. Möller fordert Landesregierung und Stadtverwaltung daher dazu auf, nicht nur die Planungen für das Interimsgebäude neu aufzunehmen. Alle Sanierungspläne müssten nun auf den Prüfstand. In dem denkmalgeschützten Altbau solle „auf den Einbau einer teuren Kreuzbühne verzichtet werden“, sagt der Landesvorsitzende. Bei der Gewerbesteuer würden der Stadt absehbar in den kommenden Jahren mehrere hundert Millionen Euro fehlen. „Dem muss Rechnung getragen werden, man muss bei Großprojekten sparen“, so Möller.

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