Rund 40 Klinikverantwortliche trafen sich im Klinikum Stuttgart zum Austausch über Digitalisierung, Telemedizin und die neue Gesundheitsplattform MEDI:CUS – ein Blick in die vernetzte Zukunft der Versorgung.
Mitte Dezember fand im Klinikum Stuttgart das regionale Treffen des Kompetenzverbunds Qualitätsmedizin und Digitalisierung Baden-Württemberg statt. Der Kompetenzverbund wurde unter koordinierender Beteiligung der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG) ins Leben gerufen, um die Vernetzung und die Digitalisierung der Krankenhäuser in Baden-Württemberg voranzutreiben. Rund 40 Verantwortliche aus den Krankenhäusern in der so genannten „Versorgungsregion E“ haben sich im Klinikum Stuttgart über die gemeinsame Strategie hin zur Digitalisierung und Vernetzung ihrer Einrichtungen ausgetauscht. Dazu gehört auch die Etablierung der zukunftweisenden Gesundheitsplattform MEDI:CUS (Medizindaten-Infrastruktur: cloudbasiert, universell, sicher).
Nach Begrüßung durch den Vorstand des Klinikum Stuttgart, Professor Jan Steffen Jürgensen, führte Sascha Luithardt, CIO im Klinikum Stuttgart, durch das weitere Programm. Er zeigte wie das Klinikum Stuttgart, ausgehend von seiner Digitalisierungsstrategie über die Etablierung eines Kompetenzzentrums für „KI, Automatisierung und Telemedizin“ große Fortschritte in der Digitalisierung erreicht hat.
Unterstützung für Einrichtungen ohne Kinderklinik
In der Telemedizin wurden neben zahlreichen intensivmedizinischen Kooperationen mit Krankenhäusern in und außerhalb der Region Stuttgart ein wertvolles Angebot in der Neonatologie geschaffen. Zu beidem gaben Professor Neysan Rafat, Ärztlicher Direktor Neonatologie und neonatologische Intensivmedizin im Klinikum Stuttgart und Mirko Majorek, Oberarzt Tele-Pädiatrie im Klinikum Stuttgart einen vertieften Einblick. Seit Herbst 2025 steht am Olgahospital des Klinikum Stuttgart eine besondere Expertise bereit. Dank der neuesten telemedizinischen Anbindung können Pädiater aus Deutschlands größter Kinderklinik konsiliarisch unterstützen oder den Teams vor Ort zur Seite stehen, wenn kleine Patientinnen und Patienten in Geburtskliniken ohne angeschlossene Kinderklinik einen speziellen kindermedizinischen Support benötigen. Mit Unterstützung der Eva Mayr-Stihl Stiftung wurde die telemedizinische Vernetzung mit dem Marienhospital Stuttgart und dem Robert Bosch Krankenhaus in Stuttgart erfolgreich in Betrieb genommen.
Klinikum Stuttgart und Diakonie Klinikum Stuttgart übernehmen Verantwortung
Neben dem Klinikum Stuttgart übernimmt das Diakonie Klinikum Stuttgart die sogenannte Kümmerer-Rolle in der Versorgungsregion E für das Thema Digitalisierung und Qualitätsmedizin. Der CIO IT und Digitalisierung des Diakonie Klinikums Stuttgart, Friedhelm Brinkmann, stellte den Digitalen Reifegrad und die Digitalisierungsprojekte in seinem Haus vor.
MEDI:CUS: Digitale Infrastruktur für das Gesundheitswesen
Den eigentlichen Schwerpunkt des Tages bildeten die Informationen und ein Workshop zum Projekt MEDI:CUS. Das Land Baden-Württemberg hat diese zukunftsweisende Lösung entwickelt, um den zunehmenden Anforderungen an Vernetzung und IT-Sicherheit gerecht zu werden. Es entsteht ein Gesundheitsdatenökosystem, welches die Vernetzung im Gesundheitswesen weiter vorantreibt und die IT-Strukturen flexibilisiert und integriert. MEDI:CUS schafft zukunftsfähige Rahmenbedingungen für eine optimale Gesundheitsversorgung, die medizinische Forschung und Lehre. Die MEDI:CUS Cloud-Plattform wird mit bestehenden Strukturen wie der Telematik kompatibel sein und hohen Datenschutz- und IT-Sicherheitsstandards entsprechen.
Für die BWKG, die neben dem Treffen in Stuttgart vergleichbare Veranstaltungen in den anderen baden-württembergischen Versorgungsregionen koordiniert hatte, zog Thomas Krüger, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der BWKG ein positives Fazit. Die Digitalisierung in den Krankenhäusern sei in Baden-Württemberg im deutschlandweiten Vergleich weit fortgeschritten und werde durch das MEDI:CUS Projekt des Landes noch weiter vorangebracht.
Weitere Informationen finden Interessierte auf der Webseite des Klinikum Stuttgart.


