Konzert im Wizemann Weiße Rosen und Achtsamkeits-Pop - So war’s bei Milleniumkid

Die Gefühle des Miteinander stehen im Mittelpunkt: Milleniumkid (hier bei einem Konzert in Saarbrücken) Foto: IMAGO/BeckerBredel

Der Singer-Songwriter Milleniumkid hat am Sonntag ein romantisches Synthpop-Konzert im Wizemann-Club gegeben. So war der Auftritt in Stuttgart.

Es soll ein romantischer Sonntagabend im ausverkauften Wizemann-Club sein: Rund 500 Gäste sind gekommen, um Milleniumkid zu sehen, der als Newcomer in diesem Jahr größere Chart- und Streamingerfolge verbuchen konnte. Weiße Rosen zieren das Bühnenbild. Punkt neun dann ein Ton, der an einen Herzschlag erinnert – das passt, denn in den kommenden eineinviertel Stunden wird es viel ums Herz gehen: um Liebe, ums Verlassenwerden und Wiederfinden, um die Sehnsucht nach gemeinsamer Unendlichkeit: „Und vielleicht, vielleicht, vielleicht/ Denkst du auch mal an mich/ Gib uns Zeit, gib uns Zeit/ Bevor meine Welt in dir zerbricht“, singt der Gießener Musiker in seinem Hit „Vielleicht, vielleicht“, als wollte er die Sehnsucht weit hinausrufen in die Hallen unserer Welt.

 

Begleitet von Schlagzeuger und Keyboarderin steht Yasin Sert – wie der 25-Jährige eigentlich heißt – im Zentrum und trägt den Gesang. Die Songs heißen „Fiebertraum“, „Unendlichkeit“ oder „Schmetterling“.

Das Miteinander steht im Mittelpunkt

Geboten wird sentimentaler Achtsamkeits-Pop, bei dem die Gefühle des Miteinanders im Mittelpunkt stehen. Vielleicht liegt das auch daran, dass Milleniumkids Tour zum Album „Dystopie“ ans Jahresende gerutscht ist: „Man startet das Jahr als jemand anderes, als man es beendet, und man sieht, welche Menschen bis dahin geblieben sind“, sagt er an einer Stelle, erinnert an alle, die nicht mehr bei uns sind.

Milleniumkid wechselt zwischen Gitarre und Gespräch mit dem Publikum, präsentiert sein neues Lied „Liebe“ und animiert mit einem deutschen Cover von Michael Sembellos „Maniac“ aus Flashdance (1983) zum Tanzen. Sein Geburtsdatum gibt der Sänger mit dem 1. Januar 2000 an – es bleibt offen, ob das stimmt. So macht er sich zum Sprachrohr seiner Generation, geprägt von New-Wave-Anklängen, Drum and Bass und Synthiepop.

Die Zugabe singt Sert im Publikum

Zur Zugabe steigt Sert von der Bühne ins Publikum, bittet darum, die Handys in der Tasche zu lassen, den Moment zu fühlen. Dann singt er nochmal „Vielleicht, Vielleicht“. Das wirkt stellenweise wie aus dem Popkonzerte-Kochbuch – funktioniert aber trotzdem ganz gut.

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