Konzertreihe Sindelfinger Jazztage auf neuen Pfaden

Arbeiten zusammen: die Abgesandten der verschiedenen Kulturtreibenden Foto: Epple

Die Kooperation einiger Kulturtreibender ermöglicht es, die 12. Jazztage auf ein neues Niveau zu heben. Mit dabei sind sowohl internationale Künstler wie auch lokale Größen.

In diesem Jahr geschieht in Sindelfingen etwas ganz Besonderes: Durch eine Kooperation von verschiedenen Kulturveranstaltenden werden die Jazztage in einer nie gekannten Dimension stattfinden, die nahezu Festivalcharakter aufweist. Die Schule für Musik, Theater und Tanz (SMTT), das Kulturamt der Stadt Sindelfingen, die JazzTime Böblingen, die MVS Bigband des Musikvereins Sindelfingen sowie die IG Kultur Sindelfingen ziehen dafür an einem Strang.

 

Die IG Kultur hatte die Jazztage im Jahr 2015 aus der Taufe gehoben, seither stellen sie einen kulturellen Höhepunkt in Sindelfingen und darüber hinaus dar. Und schon damals war im Odeon der SMTT mit dem Pianisten Wolfgang Dauner bereits ein weltbekannter Jazzmusiker an Bord gewesen.

Die Jazztage setzen auch auf internationale Stars

Dieser Anspruch, auch internationale Größen zu präsentieren, hat sich auch bis heute erhalten. So wird beim diesjährigen Abschlusskonzert am Sonntag, 26. April, der international renommierte Trompeter Markus Stockhausen mit seiner Band im Odeon auftreten. Auch wenn dessen Vater Karl-Heinz Stockhausen unter Einbeziehung von Elektronik als Schöpfer der Neuen Musik in Deutschland gilt, ist Markus eher mit flächig–sphärischen Klängen unterwegs, wenngleich auch bei ihm die Elektronik eine gewisse Rolle spielt.

Die STB Big Band tritt am 25. April auf. Foto: Eibner-Pressefoto/Archiv

Virtuose Klangmalereien sind auch am Samstag, 25. April, bei einem Doppelkonzert der STB Big Band und der Miles Davis Festival Band in der Stadthalle zu erwarten. Bereits am Freitag, 17. April, ist die Festival Band (100 Jahre Miles Davis) im Rahmen der JazzTime in der Böblinger Kongresshalle zu hören. Dort mit den akustischen Werken des weltberühmten Jazztrompeters; in Sindelfingen dann mit den späteren elektrischen Ausflügen des einflussreichen Musikers. Die Besetzung dieser Band weist klangvolle Namen der deutschen Jazzszene auf: Ralf Hesse (Trompete), Tilman Jäger (Piano), Magnus Mehl (Saxofon), Ferenc Mehl (Schlagzeug) und Yaron Stavi (Bass).

BW-Jazzpreis-Jurorin Fola Dada lobt Samuel Restle

Der aktuelle Landesjazzpreisträger Samuel Restle (Posaune) wird mit seinem Oktett am Samstag, 11. April, im Pavillon den bunten Reigen der Veranstaltungen eröffnen. Die Jazzsängerin und BW-Jazzpreis-Jurorin Fola Dada (deutscher Jazzpreis 2022) sagt über Restle: „Seine intelligenten Kompositionen und Arrangements zeugen von vielschichtiger Kreativität und Originalität“. Mit fünf Bläsern vereint er den Sectionsound einer Bigband mit dem Individualismus einer Kleinbesetzung.

Mit der Herrenberg Big Band (Sonntag, 12. April) und der MVS Big Band (Samstag, 18. April) gastieren weitere lokale Heroen dieser Stilrichtung im Pavillon. Letztgenannte Formation wird mit ihrem Leiter, dem Ex-Drummer der SWR-Bigband Jörg Gebhardt, das Beste aus einem Vierteljahrhundert Bandgeschichte präsentieren.

Ein besonderes Schmankerl ist mit den jungen Klängen der Musikhochschule Stuttgart zu erwarten. Der „Skin of Clazz“-Perkussionist Jonas Stephan hat seine Kontakte dorthin genutzt und die Konzertreihe „Tomorrow‘s Tunes“ im Pavillon ins Leben gerufen, welche talentierten jungen Musikstudenten ein Forum bietet, ihr Können zu zeigen. Am Montag, 13. April, will „Space in Between“ mit genreübergreifenden Kompositionen Jazzpuristen die Scheuklappen abnehmen und auch der jungen Generation einen neuen Zugang zum „Jazz“ eröffnen.

Gibt es bald ein Festival-Ticket?

Ein weiteres Konzert dieser Reihe mit gleichwertigen Qualitätsmerkmalen findet am Montag, 20. April, statt. Bei „Tim Neumaier’s all the rooms I’ve slept in“ wird Stephan selbst die Trommelstöcke schwingen.

Mit der Auszeichnung „Beste Fusion- und Jazzrock Band“ kann schließlich die „Steve Cathedral Group“ aufwarten. Am Mittwoch, 15. April, präsentiert diese eine homogene Mischung aus Jazz, Rock und Pop.

Der Zusammenschluss genannter Veranstalter wird künftig wohl noch enger zusammenrücken, sollte dieser mit der Qualität der neun Veranstaltungen die Resonanz erfahren, die man sich erhofft. Dann sollen die Einnahmen nicht mehr in getrennte Kassen fließen und eventuell auch ein Festival-Ticket den Zugang zu allen Veranstaltungen gewähren.

Die Tickets zu den einzelnen Events können im Sindelfinger i-Punkt oder online über www.reservix.de erstanden werden.

Die IG Kultur

Gründung
 Die IG Kultur wurde im Jahr 1980 als Kulturverein gegründet. Ihre Mitglieder organisieren auf ehrenamtlicher Basis Konzerte und andere Kulturveranstaltungen, seit Ende der 1980er Jahre im Pavillon. Der Elefant ist das „Wappentier“ des Vereins. „Ein Elefant ist stark, aber auch sensibel, er ist sympathisch und hilfsbereit, aber vergisst auch nichts“, heißt es auf der Webseite des Vereins dazu.

Mehr Infos
 Unter www.igkultur.de gibt es unter anderem einen Überblick über anstehende Veranstaltungen.

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