VfB-Angreifer Deniz Undav ist in Topform und liefert sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Kylian Mbappé. Doch der Stuttgarter ist eigentlich besser als der Franzose.

Sport: Philipp Maisel (pma)

„Mach mal Screenshot!“ – mit dieser flapsig-lustigen Ansage an TV-Moderator Patrick Wasserziehr schloss Deniz Undav ein Field-Interview nach dem Pokalsieg bei Holstein Kiel (3:0) in typischer Undav-Manier ab und hatte die Lacher auf seiner Seite. Was war passiert? Durch die zwei Scorer gegen Kiel (Tor und Vorlage) hievte der Stuttgarter Stürmer seine Mannschaft nicht nur über die Hürde in der Kieler Kältekammer und somit ins Halbfinale des Pokals, sondern sich selbst auch auf die Verfolgerposition im Vergleich mit Kylian Mbappé.

 

Der Franzose führt die europaweite Liste der Scoring-Könige in den Top-5-Ligen mit 23 Scorern in 17 Spielen seit Anfang November an. Undav hat seit dem Abend nun 22, dafür aber 19 Spiele gebraucht. Neben den beiden werden noch Michael Olisé (FC Bayern), Lamine Yamal (FC Barcelona) und Mason Greenwood (Olympique Marseille) in der Liste aufgeführt. „Es ist schon eine Ehre, dass mein Name da gelistet ist“, freute sich Undav.

Auf dem Papier ist er also fast so gut wie der Franzose. Doch realistisch betrachtet ist Undav eigentlich besser. Denn seine Statistik führt 14 Tore und acht Vorlagen (Mbappé 21/2), was beweist: Undav ist ein Teamplayer, lässt andere glänzen, hebt damit seine Mannschaft auf ein anderes Level. Und genau diese Uneigennützigkeit macht ihn so wertvoll. Auch für Julian Nagelsmann? Die Frage nach der Nationalmannschaftsnominierung und dem Duell mit Weltstar Mbappé bei der WM wurde natürlich gestellt. Undavs Antwort fiel bodenständig aus. „Ich hoffe“, sagte er, angesprochen auf dieses Szenario. „Ich gebe mein Bestes und versuche einfach, Leistung zu bringen.“

In wenigen Wochen wird Bundestrainer Julian Nagelsmann seinen Kader für den finalen Lehrgang vor der WM nominieren. Bis dahin sollte Undav also mindestens seine herausragende Form konservieren. Dem VfB dürfte das nur recht sein.