Kreis Esslingen „Ich gehe mit einem guten Gefühl“ – Altbach verabschiedet Bürgermeister Funk
Am Donnerstagabend wurde der scheidende Bürgermeister Martin Funk in der Gemeindehalle in Altbach in feierlichem Rahmen verabschiedet.
Am Donnerstagabend wurde der scheidende Bürgermeister Martin Funk in der Gemeindehalle in Altbach in feierlichem Rahmen verabschiedet.
Ein bisschen Wehmut schwingt doch mit. Martin Funk hat nach acht Jahren an der Spitze des Altbacher Rathauses die Wiederwahl im Oktober knapp verpasst. „Das hat mich schon ein wenig getroffen“, gab Funk zu. Am Donnerstagabend wurde der zukünftige Alt-Bürgermeister mit einer Feier samt musikalischer Begleitung des Orchesters des Musikvereins und unter dem Beifall vieler Freunde, Weggefährten, Kollegen und Honoratioren verabschiedet.
Eine Wahlniederlage zu akzeptieren, gehöre zur Demokratie, sagte Funk. Er gehe ohne Bitterkeit. In den Tagen und Wochen nach der Wahl habe er auch gemerkt, wie die Last auf den Schultern weniger geworden sei. Nun wolle er sich Zeit für eine berufliche Neuorientierung nehmen. Grundsätzlich sei es ihm ein Anliegen, sich auch künftig einer sinnstiftenden, verantwortungsvollen und wertschätzenden Aufgabe zu widmen. „Ich werde nicht faul auf der Couch liegen“, kündigte der 42-Jährige an. Auch ein Umzug aus Altbach in einen anderen, nicht näher genannten Ort, stehe an.
Beim Rückblick auf die vergangene Amtsperiode fielen dem Schultes viele erfolgreiche Projekte ein. Es sei ein neues Feuerwehrhaus mit Räumen für das DRK und den kommunalen Krisenstab gebaut worden. Ferner seien neue Gewerbeflächen entwickelt worden. Das Kinderhaus „Mosaik“ sei im Entstehen und das Grundstück der neuapostolischen Kirche sei erworben worden, damit es mit neuen Wohnungen bebaut wird. Und auch der Glasfaserausbau sei, trotz aller Querelen, insgesamt ein Erfolg für die Gemeinde. „In vielen Bereichen haben wir die Felder gut bestellt“, so Funk. „Ich gehe mit einem guten Gefühl, die Gemeinde steht gut da.“
Dass die vergangenen Jahre nicht immer einfach waren, daraus machte Funk kein Geheimnis. Die Coronapandemie verlangte auch der öffentlichen Verwaltung mit der Umsetzung immer neuer Vorschriften viel ab. Darüber hinaus wird der finanzielle Spielraum vieler Kommunen – bei gleichzeitig hoher Erwartungshaltung der Einwohnerschaft – kleiner. Die Gemeinde sei kein Dienstleistungsbetrieb, die alle Wünsche erfülle, betonte Funk. Interessen müssten abgewogen werden.
Viele lobende Worte fand Funks Amtskollege aus Deizisau. Thomas Matrohs bescheinigte Funk Professionalität, Integrität, Ernsthaftigkeit und Pflichtbewusstsein. Dass Funk als Verwaltungsfachmann nach acht Jahren in Altbach von einem Herausforderer ohne Erfahrung im öffentlichen Dienst abgelöst wird, stimmte Matrohs nachdenklich. „Erfolg wird bilanziert. Unerfahrenheit wird idealisiert. Das ist ein Phänomen unserer Zeit“, sagte der Deizisauer Bürgermeister. Wenn etwas schieflaufe, sei der Bürgermeister schuld. Laufe dagegen etwas gut, sei es wahrscheinlich der Gemeinderat gewesen, berichtete er augenzwinkernd über die Arbeit in der Kommunalpolitik.
Für die Arbeitsgemeinschaft Altbacher Vereine (AGAV) sprach die Vorsitzende Elisa Bartholot. Für die Kirchengemeinden ergriff der katholische Pfarrer Bernhard Ascher das Wort. Der Landrat Marcel Musolf unterstrich, dass die Gemeinde in den vergangenen Jahren solide gewirtschaftet habe.
Der stellvertretende Bürgermeister Mathias Lipp lobte Funk als Bürgermeister mit Rückgrat, der nicht immer den Weg des geringsten Widerstands gegangen sei. „Experte für Small Talk“ sei Funk nicht gewesen, so Lipp. „Sie haben mit Fakten überzeugt, nicht mit Floskeln“, betonte er. Funk sei den kommunalpolitischen Auseinandersetzungen mit erhobenem Haupt begegnet. „Das zeugt von menschlicher Größe. Sie gehen mit einer unbeschädigten Integrität“, sagte der stellvertretende Bürgermeister.
Dass Funk den Gram über das verlorene Amt überwinden wird, davon waren viele Redner am Abend überzeugt. Die Auswahl der Titel des Musikvereins passten dazu. Mit der Melodie von „Walking on Sunshine“ der Band Katrina and the Waves wurde der Abend eröffnet. Deizisaus Bürgermeister Matrohs griff in seiner Rede die musikalische Eröffnung auf. Er wünschte Funk ein „keep on walking on Sunshine“ und sprach damit wohl vielen Besuchern des Abends aus der Seele.