Leinfelden-Echterdingen Warum dieses Pony ein Inhalationsgerät braucht

, aktualisiert am 14.04.2026 - 11:05 Uhr
„800 Euro haben wir für das Inhalationsgerät gezahlt“, sagt die Farmleiterin Beate Baur. Einmal am Tag muss Marky seine Nase in diesen Kasten hängen. Foto: Natalie Kanter

Das Pony Marky der Echterdinger Jugendfarm hat eine Heustaub-Allergie. Um nicht zu husten, muss das Tier regelmäßig inhalieren. Doch ein Inhalationsgerät ist teuer.

Filderzeitung: Natalie Kanter (nak)

Marky ist ein freundlicher, neugieriger und auch richtig hübscher Kerl. Dass er eine für Pferde recht unpraktische Krankheit hat, sieht man ihm nicht an: Das weiße Fell des Wallachs glänzt in der Sonne. Seine Mähne ist zu Zöpfen geflochten. Ganz ruhig steht das Connemara-Pony da und blickt neugierig auf das trubelige Treiben der Echterdinger Jugendfarm.

 

130 Kinder haben dort gerade die zweite Osterferienwoche verbracht. Insbesondere Mädchen finden es klasse, dass es auf der Farm nicht nur Ziegen, Schafen, Hasen und eine Katze gibt, sondern auch Pferde. Sie können dort gemeinsam mit Sozialpädagogin Tabea Lindner, die eine Pferdekennerin ist, den Stall ausmisten, die Pferde ausführen und ausreiten und dabei Verantwortung zu übernehmen lernen.

„Marky merkt, dass ihm das Inhalieren gut tut“

Dass Marky gerade so entspannt dastehen kann, dass er weder hustet, noch Probleme beim Atmen hat, hat er einem Inhalationsgerät zu verdanken. Einmal pro Tag muss er für 15 Minuten seine Nase in den feinen Dampf hängen, den das Gerät aus einer Kochsalzlösung produziert. Mit dem schwarzen Kasten vor den Nüstern, aus dem auch noch weiße Kabel hängen, sieht das Tier dann ein bisschen so aus, als hätte es sich als Darth Vader verkleidet. Das Pony sträubt sich etwas, den Apparat anzuziehen. Doch ist das Gerät erst einmal auf seiner Nase, atmet Marky ruhig weiter. „Er merkt, dass ihm das Inhalieren gut tut“, erklärt Tabea Lindner. Marky hat eine Heustaub-Allergie. Gleichzeitig ist Heu die Leib- und Magenspeise von Pferden. Selten ist die Krankheit nicht mehr. „In fast jedem Stall steht mittlerweile ein Tier, dass Asthma hat oder einen allergischen Husten“, weiß die Sozialpädagogin. Dass liege daran, dass Heu generell immer staubiger werde, dass Pferde generell zu viel in ihren Boxen stehen und zu wenig bewegt werden. Stress könne eine solche Allergie auch auslösen – beispielsweise wenn die Tiere umziehen, sich an eine neue Umgebung gewöhnen müssen.

Seit 2023 Teil der Jugendfarm-Familie in Echterdingen

Warum Marky diese Krankheit entwickelt hat, wissen die Mitarbeiter der Jugendfarm nicht. Sie haben das Pony 2023 gekauft. Laut der Vorbesitzerin war er bis dato nicht krank. Auf der Farm habe er dann aber recht schnell Symptome gezeigt: Husten, Schleimbildung, Nasenausfluss. Obwohl er dort sehr gut gehalten wird. Damit Marky gut durchatmen kann, muss sein Futter angefeuchtet werden. Das Problem: „Feuchtes Heu wird irgendwann schlecht, es fängt zu schimmeln an“, sagt Tabea Lindner. Um die Qualität des Futters zu erhalten, ist das Ziel der Jugendfarm das Heu nicht mehr nass machen zu müssen. Deshalb hat das Team ein Inhalationsgerät gekauft.

Manche spenden ihr Taschengeld

Viel Bewegung ist für Pferde wichtig. Foto: Patrick Pleul/dpa

„Wir haben für das Gerät 800 Euro gezahlt“, sagt Farmleiterin Beate Baur. „Und sind dafür ins Risiko gegangen.“ Um die Investition gegenzufinanzieren, ist die Farm, hinter der ein eigenständiger Verein steht und die von der Stadt und dem Landkreis finanziell unterstützt wird, auf Spenden angewiesen. „Wir freuen uns über jeden Cent“, sagt Beate Baur.

Dass auch die Besucherinnen und Besucher der Farm ihren Beitrag dazu leisten wollen und dafür Teile ihres Taschengeld ausgeben, findet sie richtig klasse. „Heute morgen hat ein Kind gemeinsam mit dem Vater sieben Euro gespendet.“ Wer die Jugendfarm und das Pony Marky unterstützen will, kann dies unter dem Stichwort: „Luft für Marky“ tun. Informationen dazu finden sich im Netz unter https://www.jufa-le.de

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