Der Trainer des SSV Zuffenhausen verlängert und macht den Seinen mit möglichen Spielerverpflichtungen Beine. Auch das Trainerduo des SG Weilimdorf hat verlängert. Dies und noch vieles mehr gibt es vom 23. Spieltag der Kreisliga A, Staffel 1, Stuttgart/Böblingen zu berichten.
Türkspor Stuttgart – TSV Münster 6:0
Im Vorspiel hatte der TSV Münster noch mit 3:0 die Nase vorne. „Da hatten wir zehn Hochkaräter und keinen gemacht, dieses Mal waren es 15 und immerhin haben wir sechs davon verwertet“, sagt der Türkspor-Coach Memik Erdogan. Das kann zwar sein Gegenüber Angelo Nigro in dieser Deutlichkeit nicht bestätigen, sah im Spitzenspiel Dritter gegen Zweiter die Vorteile aber dennoch klar auf Seiten des schlechter platzierten Teams. „Die sind schon unheimlich stark, das muss man ihnen lassen“, sagt Nigro anerkennend und ergänzt: „Sie haben ordentlich aufgedreht.“ Aus seiner Sicht folgte nach der Führung der Hausherren in Minute 31 durch Ugur Capar einige Minuten später der Knackpunkt der Partie, ein Augenblick, der die Gäste in Schockstarre versetzte. Der starke Innenverteidiger Marco Kreidl krachte unmittelbar vor dem Pausenpfiff bei einem Zweikampf mit dem Arm auf den Boden und blieb mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen. Bis der Krankenwagen eintraf, blieben die Mannschaften in der Kabine, erst dann wurde die Partie fortgeführt. „Das war ein Anblick, der bei uns Spuren hinterließ“, konstatiert der Münsterer Coach. Im Krankenhaus wurde dann bei Kreidl ein Trümmerbruch des Handgelenks diagnostiziert.
Da auch der Münsterer Sechser Marko Markovic zur Pause runter musste, „hat bei uns die Stabilität gefehlt“, weiß Nigro.
Die spielstarken Hausherren nutzten das aus und erhöhten durch zweimal Shkemb Miftari, Emir Dogansoy und einem Eigentor von Vadim Kromm auf 5:0 nach 80 Minuten. Eben das Ergebnis, das Emir Dogansoy vor der Partie im Kreisliga-A-Tippspiel unserer Zeitung prognostiziert hatte. Doch er selbst machte seinen Tipp kaputt und erhöhte noch auf 6:0. „Unsere Formkurve zeigt weiter nach oben, wir schauen zwar von Spiel zu Spiel, rechnen uns aber durchaus auch noch Chancen auf den Titel aus“, sagt Erdogan, der mit seinem Team nun drei Punkte hinter dem Vize Münster und weiterhin acht hinter dem Klassenprimus Beograd rangiert.
Darüber hinaus ging an der Türkspor-Truppe die Kreidl-Verletzung auch nicht spurlos vorbei. „Auf diesem Weg wünschen wir Marco alles Gute“, schickt Erdogan Genesungswünsche.
Für Nigro und die Seinen wartet am kommenden Sonntag das nächste Spitzenspiel gegen den Tabellenführer Beograd Stuttgart.
Tore: 1:0 Ugur Capar (31.), 2:0 Shkemb Miftari (57.), 3:0 Miftari (75.), 4:0 Emir Dogansoy (76.), 5:0 Kromm (80./Eigentor), 6:0 Dogansoy (84.).
Besonderes: –
OFK Beograd Stuttgart – SportKultur Stuttgart 3:1
Der Spitzenreiter Beograd hat die Niederlage des Verfolgers Münster gegen Türkspor genutzt und den Vorsprung auf fünf Punkte ausgebaut. Gleichwohl Trainer Ratko Milic weiß: „Das war ein hartes Stück Arbeit.“ Aber nicht etwa, weil vom Tabellenvorletzten viel Gefahr ausging. Vielmehr verschanzten sich die Gäste aus Milic’ Sicht tief in der eigenen Hälfte. Diese hätten vor dem Tor einen Bus geparkt, mit einer Fünfer-Kette gespielt und insgesamt sehr, sehr tief gestanden. Es sei schwer gewesen, da Lücken zu finden.
Vor allem im ersten Abschnitt ging die Taktik der Gäste voll auf, diese sogar durch Mert Sönmez per „herrlichem Sonntagsschuss“, so Milic, in Führung. Für seinen Gegenüber Ender Mermer war die eigene Führung nach 45 Minuten indes verdient: „Beograd hatte mehr Ballbesitz, wir die gefährlicheren Umschaltmomente.“
Nach der Pause sei dann einiges unglücklich gegen seine Mannschaft gelaufen, unter anderem habe der ansonsten gute Schiedsrichter einen ungerechtfertigten Elfer gegen sein Team verhängt, auf der anderen einen gerechtfertigten nicht gepfiffen, so Mermer. Besagten ersten Elfer verwandelte Beograds Toptorjäger Nikola Lakovic zur Gastgeber-Führung nach 49 Minuten. Zwei Minuten zuvor hatte der beste Liga-Schütze, nun 35 Treffer, bereits ausgeglichen. „Wir sind nach der Pause dran geblieben und wurden dann endlich belohnt“, weiß Milic. Auch wenn der Spitzenreiter überlegen war und laut seinem Coach vier Hochkaräter ausließ, blieb die Partie bis kurz vor dem Ende spannend. Denn erst in der siebten Minute der Nachspielzeit gelang Nikola Sijakovic der erlösende Treffer zum 3:1-Endstand für die Hausherren.
Diese treten am kommenden Sonntag mit einer klaren Ansage ihres Trainers zum Spitzenspiel beim TSV Münster an: „Wir fahren dort hin, um zu gewinnen.“
Tore: 0:1 Sönmez (37.), 1:1 Lakovic (47.), 2:1 Lakovic (49. Foulelfmeter), 3:1 Sijakovic (90. + 7).
Besonderes: –
SG Weilimdorf – TSV Weilimdorf II 4:1
Geht da noch was in Sachen Aufstiegsrelegation für die SG Weilimdorf? Zumindest haben die Nord-Stuttgarter die Niederlage von Münster erfreut aufgenommen, sind sie nach dem eigenen Erfolg im Ortsduell doch nur noch sechs Punkte vom Vize-Platz entfernt. „Wir spielen noch gegen die drei Teams vor uns, haben die Sache nicht abgehakt“, sagt Philip Baltsios, der sportliche Leiter der SG Weilimdorf.
Im Ortsduell vor rund 200 Zuschauern gingen die Seinen schnell durch einen Doppelpack von Argon Gaxherri (11./13.) in Führung. Doch ausgerechnet Chrisowalandis Kugiumtzidis, in der Aufstiegssaison vor zwei Jahren bester Liga-Schütze noch in Diensten der SG, machte in Minute 20 die Partie wieder spannend. Fortan kamen die Gäste „immer besser ins Spiel und wir hatten Glück, nach der Pause nicht den Ausgleich zu kassieren“, weiß Baltsios. Dementsprechend war auch Gästetrainer Jürgen Zeyer trotz der Niederlage nicht unzufrieden. „Ich kann meinen Jungs keinen Vorwurf machen“, sagt er, „doch der Unterschied war eben, dass wir nicht das 2:2 machen und durch einen erneuten Fehler dann aus dem Spiel waren“. Besagter Fehler führte zu einem Handelfmeter und dem 26. Saisontreffer von Gaxherri (80.). Damit war die Partie entschieden und Martin Schdanowitsch gelang noch das 4:1.
Die Partie hatte zudem eine dritte Halbzeit. Zusammen schauten sich die Ortsrivalen auf der Leinwand den Südgipfel Bayern – VfB an.
Derweil laufen die Planungen bei der SG Weilimdorf auch Hochtouren. Denn sollte es nichts mehr mit den Relegationsspielen werden, dann „wollen wir in der nächsten Runde vorne angreifen“, sagt Baltsios, dem das Trainerduo Tilman Janik/Bobby Ikeokwu sowie „etwa 90 Prozent“ vom spielenden Personal bereits zugesagt haben.
Tore: 1:0 Argon Gaxherri (11.), 2:0 Gaxherri (13.), 2:1 Chrisowalandis Kugiumtzidis (20.). 3:1 Gaxherri (80./Handelfmeter), 4:1 Martin Schdanowitsch (90. + 1).
Besonderes: –
TB Untertürkheim – SC Stammheim 3:1
Es war zwar ein knappes Ergebnis, aber letztlich steht für den Drittletzten aus Untertürkheim gegen das Schlusslicht aus Stammheim fest: Hauptsache gewonnen. Damit hat das Team von Trainer Michael Kienzle den Rückstand auf den Relegationsplatz bei fünf Punkten halten können. Zunächst lief alles nach Plan, führten die Hausherren nach Toren Yannick Riess-Morales und Enes Düzgün nach 50 Minuten mit 2:0. Doch zwei Minuten später wurde es wieder spannend – Nikitas Skourdoulis verkürzte mit seinem 21. Saisontor auf 1:2 und der neue Trainer Anto Markovic, der in der Vorwoche die Nachfolge von Stefan Diesing antrat, durfte wieder auf seinen ersten Punktgewinn hoffen. Doch daraus wurde nichts; bereits sieben Minuten später atmete man beim TBU mächtig durch: Winterzugang Robin Wittmann traf zur beruhigenden 3:1-Führung und letztlich zum Endstand. Für Wittmann war es Tor Nummer sechs im TBU-Trikot – damit führt er die interne Schützenliste an.
Tore: 1:0 Yannick Riess-Morales (21.), 2:0 Enes Düzgün (50.), 2:1 Nikitas Skourdoulis (52.), 3:1 Robin Wittmann (59.).
Besonderes: Gelb-Rot für den SC Stammheim (80.).
SG West – TV Zazenhausen 0:1
„Das tut wirklich weh“, sagt Benedikt Goos. Der Spielertrainer der SG West meint aber nicht die körperlichen Schmerzen, die ihm die Partie gegen Zazenhausen möglicherweise eingebracht haben. Vielmehr sind es seelische Schmerzen. „Selten hat mich eine Niederlage so beschäftigt wie diese“, sagt er. Grund: Sie zeige den aktuellen Zustand seiner Truppe. „Kein Spielglück, ein Fehler und der Gegner nutzt dies aus. Während wir unsere Chancen versemmeln.“ Bestes Beispiel kurz vor Schluss. Während die Gäste ihren Foulelfmeter durch Mike Hepfner verwandelt haben, scheiterte Niclas Riehle nur drei Minuten später ebenfalls vom Punkt aus. Er setzte das Spielgerät neben das Tor. Nicht nur deswegen, sondern auch aufgrund des gesamten Spielverlaufs wäre eine Punkteteilung gerecht gewesen, ärgert sich Goos. Ähnlich sieht es auch Zazenhausens Coach Stefan Schuon, der ein mögliches Remis auch „am ausgeglichenen Spielverlauf mit auf beiden Seiten gleich wenigen Torchancen“ ausmacht, aber nicht am Strafstoß. „Unserer war zwar aus West-Sicht unnötig, weil Sinan Serce am Verlassen des Strafraums war, dann den Kontakt bekam und zurecht der Pfiff ertönte. Der gegen uns war aber im Leben keiner“.
West und Zazenhausen bewegen sich aktuell in gegenseitige Richtungen. Zazenhausen hat sich nach einer bislang starken Rückrunde und zuletzt zwei Siegen hintereinander bis auf acht Punkte vom Abstiegsrelegationsplatz distanziert. West kommt diesem immer näher, hat nur noch fünf Zähler Vorsprung. „Wir müssen umdenken und den Fokus wieder auf den Klassenverbleib legen“, sagt Goos.
Tore: 0:1 Hepfer (83./Foulelfmeter).
Besonderes: Wests Riehle schießt Foulelfmeter neben das Tor (86.).
TSV Mühlhausen – SV Prag Stuttgart 2:1
Durchatmen beim TSV Mühlhausen. Nach zwei Niederlagen in Folge ist das Team vom Abstiegsrelegationsplatz in die Erfolgsspur zurückgekehrt und darf sich weiterhin Hoffnung auf den direkten Klassenverbleib machen – das rettende Ufer ist fünf Punkte entfernt. Dort stehen der TSV Uhlbach, die SG West und eben der jüngste Gegner SV Prag, allesamt mit 28 Zählern. „Wir hätten einen entscheidenden Schritt zum Klassenverbleib machen können“, sagt denn auch Prags Coach Frederik Bruder, räumt aber ein: „Mühlhausen hat das vor allem im ersten Abschnitt sehr gut gemacht und auch verdient geführt.“ So sieht es auch Mühlhausens Coach Armend Mehmeti, für den das eine Tor seines Akteurs Ahman Nasser aber etwas wenig war. „Wir haben nichts zugelassen und selbst noch Möglichkeiten vergeben. Eine höhere Pausenführung wäre verdient gewesen“, so Mehmeti. Wobei die Gastgeber dann Glück hatten, dass nach dem Ausgleich von Peter Brunner nach 50 Minuten, „wir die Großchance zur Führung ausgelassen haben. Wer weiß, wie die Partie dann ausgegangenen wäre“, gibt Bruder zu bedenken. So war es acht Minuten vor Schluss Ioannis Tsengelidisk vorbehalten, nicht nur die 2:1-Führung, sondern den Siegtreffer für die Hausherren zu erzielen.
Tore: 1:0 Nasser (39.), 1:1 Brunner (55.), 2:1 Ioannis Tsengelidis (82.).
Besonderes: –
Sportvg Feuerbach – SSV Zuffenhausen 0:3
Beide Mannschaften hatten personelle Probleme und beide Trainer mussten intern umstellen. So mancher Akteur fand sich notgedrungen auf einer für ihn ungewohnten Position wieder. So spielte bei Feuerbach beispielsweise Torjäger und Stürmer Marin Pranjic auf der Sechs, bei Zuffenhausen rückte Außenverteidiger und Kapitän Max Weinmann ein Stück vor, offensiv auf den Flügel. „Ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen“, sagt der Feuerbacher Coach Sven Damnig, aber man hat schon gemerkt, dass sich mancher in der fremden Rolle nicht wohlgefühlt hat. Wobei insgesamt der Auftritt im Vergleich zum 6:1-Nachholspiel-Erfolg vom Donnerstag gegen den TSV Uhlbach „doch anders, schwächer war“.
Sein Übungsleiterkollege Nevzat Dursun ist indes voll des Lobes ob des Auftritts seiner Truppe. Dafür hat es in jüngster Vergangenheit aber auch deutliche Worte gebraucht. „Mit der Einstellung war ich nicht zufrieden, habe ihnen erklärt, dass ich nächste Saison weitermache, aber zehn neue Spieler will und sich jeder zu empfehlen hat“, sagt Dursun. Und das Zuffenhausen-Casting für die nächste Runde verlief gegen Feuerbach vielversprechend. „Die Jungs waren schon in der Kabine heiß, auf dem Feld hat jeder für den anderen alles gegeben und auch spielerisch waren wir besser“, ist sich Dursun sicher.
In die Karten hat den Gästen der Platzverweis für Feuerbachs Stammkraft Aris Miossidis nach 41 Minuten gespielt. Max Weinmann drang mit dem ersten Kontakt geschickt in den Strafraum ein und wurde von Moissidis am Trikot gehalten und zu Boden gerissen. Die Folge: eine Doppelbestrafung – also Elfmeter und Platzverweis, weil der Angriff nicht dem Ball galt. „Von Max echt stark gemacht“, lobt selbst Feuerbachs Damnig, „eine regelkonforme Entscheidung, aber dennoch hart für uns“. Dursun war ebenso begeistert. „Max bringt ein unglaubliches Tempo mit und das hat er in dieser Situation auch genutzt.“
Als Freddy Lopez Mendez kurz nach der Pause schneller als sein Gegenspieler reagierte und einnetzte, war die Partie durch. Zu Zehnt habe sein Team es zwar ganz ordentlich gemacht, so Damnig, aber eben keine Gefahr ausgestrahlt. Anders die Gäste, die durch Weinmann noch auf 3:0 erhöhten und beim Coach ein Fragezeichen hinterließen. „Warum nicht immer so, sie können es doch?“, sagt Dursun grübelnd.
Tore: 0:1 Akcan (41./Foulelfmeter), 0:2 Lopez Mendez (50.), 0:3 Weinmann (79.).
Besonderes: Rote Karte für Feuerbachs Moissidis (40./Notbremse).
TV89 Zuffenhausen – TSV Uhlbach 3:2
1:6 im Nachholspiel am vergangenen Donnerstag gegen Feuerbach, nun eine weitere Niederlage – der Abstiegsrelegationsplatz ist für den TSV Uhlbach wieder in Sichtweite, die Götzenberg-Kicker haben nur noch ein Fünf-Punkte-Polster. Doch das lässt Spielertrainer Joshua Menger kalt. „Tabellarisch haben wir das schwerste Programm hinter uns, ich denke das hilft uns im Endspurt“, sagt Menger, der zudem die Seinen beim Gastspiel in Zuffenhausen nicht schlecht sah und ein Remis möglich gewesen wäre. „Wir haben alles reingehauen“, sagt er und lässt ein Aber folgen: „Es fehlte an der Kaltschnäuzigkeit, viele Situationen vor dem Tor haben wir nicht sauber zu Ende gespielt oder hektisch abgeschlossen.“ So sprangen nicht mehr als ein Menger-Treffer und ein verwandelter Elfmeter von Marc Thöne heraus.
„Erste Hälfte gut, zweite Hälfte nicht mehr“, lautet indes das Fazit von Zuffenhausens Coach Umut Yürük. Im ersten Abschnitt stand dann schnell eine 2:0-Führung durch Sergio Mavinga und Erdem Erarslan. Marvinga sorgte dann nach der Pause für das zwischenzeitliche 3:1. Dass es letztlich durchaus noch ein Punkt für die Gäste hätte werden können, das streitet Yürük nicht ab, sah aber keinen Leistungsaufschwung Uhlbachs, vielmehr einen -abfall seiner Belegschaft. „Zwei Gängen wurden zurückgeschaltet, das ging fast noch schief.“
Tore: 1:0 Mavinga (22.), 2:0 Erarslan (38.), 2:1 Menger (44.), 3:1 Mavinga (67.), 3:2 Thöne (71./Foulelfmeter).
Besonderes: