Kreisliga A2 Stuttgart/Böblingen Ärger zwischen den Wiederholungsspiel-Gegnern – und in Sillenbuch endet eine Ära

Der Aus des Sillenbucher Trainers Zvonimir Topalusic (links) für den Sommer steht fest. Foto: Günter Bergmann

Warum der KV Plieningen über den SV Hoffeld verärgert ist. Und was hinter dem Aus des Sillenbucher Trainers Topalusic steckt. Ein Blick auf das Geschehen rund um den 24. Spieltag.

Sport: Marius Gschwendtner (mgs)

In Sillenbuch steht ein sportlicher Neustart bevor, der FSV Waldebene Stuttgart-Ost befindet sich nach einem Geistesblitz seines Torhüters kurz vor dem Titelgewinn, und in Vaihingen werden Geschenke verteilt. Die Übersicht über das Geschehen rund um den 24. Spieltag in der Staffel 2 der Kreisliga A Stuttgart/Böblingen.

 

KV Plieningen – FSV Waldebene Stuttgart-Ost 1:2

Lange plätscherte die Partie auf dem Plieninger Naturrasen vor sich hin. Die Gastgeber versuchten, dem Spitzenreiter möglichst wenig Räume zu geben und das Spiel zu verlangsamen – mit Erfolg. Den Knoten aus Sicht der Gäste löste dann der Torhüter Nikolai Graf mit einem Geistesblitz. Der Waldebene-Keeper führte einen Freistoß schnell aus und schlug den Ball aus der eigenen Hälfte über 60 Meter in den Lauf von David Kobuladze, der zum 0:1 vollendete. Und Leon Renner erhöhte kurz vor der Pause auf 0:2. Seine Freistoßflanke segelte direkt ins Plieninger Netz. Eng wurde es trotzdem noch einmal, als Maurice Eipper im zweiten Durchgang verkürzte. Oder, wie der Waldebene-Coach Rocco Cesarano sagt: „Eklig.“ Doch kein Problem. „Lieber so. Dann ist man auch vom Kopf her ganz anders dabei“, sagt Cesarano, dessen Team in der Tabelle unverändert zwölf Punkte vorne liegt.

Ärgerlich aus Plieninger Sicht ist, dass Noah Felthaus in der 71. Minute keinen Elfmeter zugesprochen bekam. „Das ist für uns etwas Spielglück. Vermutlich geht die Begegnung dann anders aus. Wobei wir aber auch einen Elfmeterkiller hinten drin haben“, sagt Cesarano.

Dessen Gegenüber Nikolai Pozorski hält sich mit der Szene nur wenig auf. Vielmehr sorgt im Plieninger Lager weiterhin für Unverständnis, dass das vor einigen Wochen in der Nachspielzeit abgebrochene Spiel gegen den SV Hoffeld an diesem Donnerstag (19.30 Uhr) tatsächlich wiederholt wird. Der Grund für den Abbruch war die schwere Verletzung von Hoffelds Philip Janle – dies beim Stand von 2:1 für Plieningen. Den Statuten gemäß musste die Begegnung nun neu angesetzt werden. Der Verband hatte den Hoffeldern allerdings in Aussicht gestellt, dass sie nicht sanktioniert werden, wenn sie nicht antreten und die praktisch ja bereits verlorenen Punkte auf diese Weise ihrem Gegner überlassen würden. Jedoch: Die Hoffelder möchten die Partie bestreiten, und so beginnt jene bei Null. „Das ist aus meiner Sicht nicht im Sinne des Sports und unfair“, sagt Pozorski.

Dicke Luft somit zwischen den beiden Vereinen vor dem Wiedersehen. Die Plieninger werden die Anzahl der Ordner deshalb vorsorglich erhöhen.

Tore: 0:1 Kobuladze (40.), 0:2 Renner (45.), 1:2 Eipper (60.).

Besonderes: –

GFV Ermis Metanastis Stuttgart – MK Makedonija Stuttgart 6:1

Das mit Spannung erwartete Derby entpuppte sich als einseitige Angelegenheit. Die Gäste traten auf der Waldebene Ost nur mit neun Spielern an. „Respekt, dass sie trotzdem angetreten sind, es durchgezogen haben und ein faires Spiel abgeliefert haben“, sagt der Ermis-Trainer Jetmir Fetai. Der Coach des Tabellenzweiten rotierte in seiner Aufstellung und gab den Spielern, die zuletzt weniger zum Zug gekommen waren, die Chance, Spielzeit zu sammeln. Gegen den in Unterzahl tief stehenden Gegner war es nur eine Frage der Höhe des Sieges.

Wegen Sperren, Verletzungen, Krankheiten und anderweitigen Absagen waren die Mazedonier vom Fasanenhof eigentlich nicht spielfähig. „Wir wollten aber keine Strafe bekommen und haben deshalb gesagt: Dann spielen wir halt zu neunt, das Ergebnis ist dann zweitrangig. Respekt an jeden, der gespielt hat“, sagt der Torjäger Aleksandar Stoilov.

Tore: 1:0 Patitsis (3.), 1:1 Jeremic (6.), 2:1 Kourou (10.), 3:1 Kryeziu (32.), 4:1 Kryeziu (44.), 5:1 Almpantis (53.), 6:1 Gkiagkiaev (86.).

Besonderes: –

ABV Stuttgart – TV Kemnat 9:2

Nach zuletzt enttäuschenden Auftritten hat der Tabellendritte mal wieder ein Erfolgserlebnis gefeiert. Gegen das Schlusslicht gewann der ABV Stuttgart deutlich mit 9:2. „Für mich ist der ABV mit Waldebene die stärkste Mannschaft in der Liga“, sagt der Kemnats Interimstrainer Kai Ansorge. Von der ersten Minute an kontrollierte der Bezirksliga-Absteiger mit seinen erfahrenen Spielern die Begegnung und ließ dem Aufsteiger nicht den Hauch einer Chance. „Wir waren komplett unterlegen“, gesteht Ansorge. Bitter für den Aufsteiger, dessen direkter Abstieg so gut wie sicher ist: Der Angreifer Dominik Bayer brach sich in der Schlussphase eine Hand und dürfte somit in den nächsten Spielen fehlen.

Im Rennen um die Vizemeisterschaft und Teilnahme an der Aufstiegsrelegation bleibt der ABV Stuttgart drei Punkte hinter Ermis Metanastis.

Tore: 1:0 Egunjobi (10.), 2:0 Kauderer (15.), 2:1 Dean Kovacevic (30.), 3:1 Kauderer (32.), 4:1 Schwier (35.), 5:1 Omoregie (46.), 6:1 Loparco (47.), 7:1 Omoregie (58.), 8:1 Loparco (61., Foulelfmeter), 8:2 Bayer (65.), 9:2 Schwier (68.).

Besonderes: –

KF Kosova Bernhausen – TSV Heumaden 4:1

Der Negativtrend des TSV Heumaden hält an: Auch im zwölften Spiel in Folge blieb das Team sieglos und steuert unaufhaltsam dem Abstieg entgegen. „Das spiegelt sich auch in den Spielen wider, uns fehlt einfach das Selbstvertrauen“, sagt der Trainer Adnan Shakir Mannan. Gegen harmlose Gastgeber hätten die Heumadener vor und nach der Halbzeit das ein oder andere Tor machen können, scheiterten jedoch mehrfach am starken Schlussmann Avland Hulaj.

In der zweiten Hälfte nutzten die Bernhausener die Nachlässigkeiten des abstiegsbedrohten Clubs eiskalt aus und entschieden die Partie mit effizienten Kontern für sich. „Ich sehe das leider zu oft bei meiner Mannschaft, dass sie den Gegner unterschätzt“, ist der Trainer Shefki Gjuraj trotz des Sieges unzufrieden. Zwölf Punkte hat der Aufsteiger in dieser Runde gegen die Kellerkinder der Liga schon liegen lassen. Deshalb will Gjuraj auch nichts vom Aufstieg wissen – auch wenn sein Team als Vierter mit sechs Punkten Rückstand auf den Relegationsrang weiter im Rennen ist. „Wir sind bislang nicht reif dafür. Wir müssen noch ein bisschen lernen und dann schauen wir, wie es in der nächsten Saison aussieht“, sagt Gjuraj.

Tore: 1:0 Ramadani (31.), 2:0 Dardan Aliu (59.), 2:1 Giordano (61.), 3:1 Ardian Aliu (73.), 4:1 Ramadani (89.).

Besonderes: –

Sportfreunde Stuttgart – SV Hoffeld 1:3

Der SV Hoffeld kann einen Haken hinter sein primäres Saisonziel machen. „Wir haben jetzt 41 Punkte und damit unsere gesetzte Marke von 40 Punkten erreicht. Nun haben wir noch sechs Spiele – mal schauen, was für uns am Ende übrig bleibt“, sagt der Trainer Grigorios Dimoulatos. Der Rückstand auf Platz zwei beträgt aktuell acht Punkte. Am Donnerstag steht jedoch wie erwähnt noch das Wiederholungsspiel beim KV Plieningen an – die Chance, den Abstand zu verkürzen.

Aktuell gingen die Hoffelder bereits nach acht Minuten durch Mehdi Younis in Führung. Der Angreifer köpfte einen Eckball ein. „Danach hat man den stumpfen Rasen und die Temperaturen einfach gemerkt. Wir hatten leider viele kleine Fehler im Spielaufbau und im Passspiel“, sagt Dimoulatos. Dennoch nutzten die Seinen zwei Fehler der Sportfreunde-Verteidigung konsequent aus und erhöhten auf 3:0. „Danach wurden die Beine bei uns immer schwerer“, berichtet der Hoffelder Coach. Mehr als der Anschlusstreffer durch Linus Becker gelang den Gastgebern jedoch nicht.

Die Sportfreunde bleiben damit 14. und haben weiterhin einen Punkt Rückstand auf den Abstiegsrelegationsrang 13.

Tore: 0:1 Mehdi Younis (8.), 0:2 Wüst (27.), 0:3 Greiner (47.), 1:3 Becker (56.).

Besonderes: –

SV Vaihingen II – FV Germania Degerloch 2:3

Bis Weihnachten ist es noch gut ein halbes Jahr und Ostern bereits einige Wochen her. Dennoch wurden am Sonntag auf dem Platz des SV Vaihingen viele Geschenke verteilt. Alle Tore resultierten aus schwerwiegenden Fehlern beider Mannschaften. „Es war ein komisches Spiel. Letztlich haben wir ein Tor weniger mehr verschenkt als der Gegner“, sagt der Vaihinger Spielertrainer Oliver Heringhaus.

Die Degerlocher drehten damit abermals eine Partie noch zu einem Sieg. „Wir liegen scheinbar gerne hinten. Irgendwie brauchen wir das“, sagt der Degerlocher Trainer Claudio Marques mit einem Lachen. Der Coach sieht das aber auch als eine gewisse Qualität seines Teams. „Das ist ja schon positiv, dass wir so oft trotz Rückstand noch gewinnen können“, sagt Marques.

Sein Torjäger Emil Scheuermann traf doppelt und steht nun bereits bei 20 Saisontoren. Mehr hat nur der Stettener Robin Hock auf seinem Konto, nämlich 21.

Tore: 0:1 Scheuermann (27.), 1:1 Jemixe (30.), 2:1 Keller (38., Eigentor), 2:2 Scheuermann (60., Foulelfmeter), 2:3 Großmann (79.).

Besonderes: –

Spvgg Stetten – Spvgg Möhringen 4:1

Die Spvgg Stetten bleibt vor dem Spiel gegen den Spitzenreiter FSV Waldebene Ost am kommenden Sonntag weiter erfolgreich und hat ihren dritten Sieg in Folge eingefahren. „Wir haben in diesen drei Begegnungen 15 Tore gemacht und nur eines kassiert. Und das aus einem Elfmeter heraus“, freut sich der Trainer Erdinc Cakir über den positiven Lauf seines Teams. Den besagten Gegentreffer erzielte der Möhringer Etienne Friedrich. Maurice Horn hatte seinen Gegenspieler Nils Munz zu Fall gebracht. Nach ihrem Ausgleich durch Robin Hock drehten die Gastgeber die Partie in der zweiten Hälfte mit drei Toren innerhalb von nur neun Minuten zum 4:1. „Danach war das Spiel durch und wir haben es souverän heruntergespielt“, sagt Cakir, der die Seinen nun auch gegen den Spitzenreiter nicht chancenlos sieht. Immerhin waren es die Stettener, die jenem die bislang letzte Niederlage zugefügt haben. Mitte Oktober hatte es auf der Weidacher Höhe ein 3:2 gegeben.

Der aktuelle Möhringer Kommentar? „Auch ein in der Höhe verdientes Ergebnis, weil wir einfach wenig Zugriff hatten und nicht das umgesetzt haben, was wir besprochen haben“, berichtet der Gästetrainer Tobias Fuchs. Das 1:2 sei der vorentscheidende Nackenschlag für seine Mannschaft gewesen, die noch etwas Zeit benötige, um sich zu entwickeln und solche Rückschläge dann besser wegstecken zu können.

Tore: 0:1 Friedrich (14., Foulelfmeter), 1:1 Robin Hock (24.), 2:1 Burghardt (57.), 3:1 Dursun (62.), 4:1 Dieter (65.).

Besonderes: –

Die Begegnung des SV Sillenbuch gegen den TSV Rohr findet erst an diesem Dienstagabend statt. Fest steht bereits, dass es für Sillenbuchs Cheftrainer Zvonimir Topalusic nach der Saison am Spitalwald nicht mehr weitergeht. Die neue Abteilungsleitung des Vereins hat dem Trainer vergangene Woche das Aus verkündet. „Ich hätte gerne mit der Mannschaft weitergemacht. Der SV Sillenbuch ist ein toller Verein“, sagt Topalusic, der sich seit neun Jahren im Amt befindet. Da auch der Spiel- und Abteilungsleiter Hans-Georg Spies zum Ende der Runde seine Posten niederlegt, wird es beim ehemaligen Bezirksligisten überhaupt einen sportlichen Neustart geben. In die Entscheidung, sich von Topalusic zu trennen, war Spies bereits nicht mehr involviert.

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