Im Kampf um den Relegationsplatz erteilt der Trainer des GFV Ermis Metanastis Stuttgart seinen Spielern ein besonderes Verbot. Derweil verabschiedet sich Aufsteiger KF Kosova Bernhausen aus dem Aufstiegskampf und verliert wohl seinen Stammkeeper. Zudem steht ein weiterer Absteiger aus der Staffel 2 der Kreisliga A Stuttgart/Böblingen fest.
Spvgg Stetten – KF Kosova Bernhausen 7:2
Aufsteiger KF Kosova Bernhausen hat sich mit einer krachenden 2:7-Niederlage aus dem Rennen um den Relegationsrang verabschiedet. „Wir schauen, dass wir die zwei Spiele jetzt noch gut über die Runde bringen, dann treffen wir uns alle und schauen, wie es nächste Saison weitergeht“, sagt der Trainer Shefki Gjuraj. Gegen Stetten war der Tabellenvierte mit einem ersatzgeschwächten Team aufgelaufen. Viele der Spieler standen zuvor beim Spiel der zweiten Mannschaften auf dem Feld. „Solange die Kraft da war, war es gut. Wir haben ja auch früh 2:0 geführt. Bei der Sonne ist uns irgendwann die Kraft ausgegangen und wir haben verdient verloren“, bilanziert Gjuraj.
Torhüter Plator Gashi soll derweil auf dem Sprung zum TV Echterdingen sein. Beim noch gegen den Abstieg spielenden Landesligisten würde er in der kommenden Saison auf seinen ehemaligen Trainer Roko Agatic treffen. Unter dem künftigen Echterdinger Coach hatte Gashi beim TSV Bernhausen gespielt. Pikant: Vor eineinhalb Jahren war der ehemalige Regionalliga-Keeper im Streit vom Bernhauser Landesligisten zu KF Kosova Bernhausen zurückgewechselt, weil Agatic beim TSV Bernhausen auf einen anderen Torhüter gesetzt hatte. Die Wogen zwischen dem Trainer und dem Torhüter scheinen nun wieder geglättet. Noch-Trainer Shefki Gjuraj will den Transfer weder bestätigen noch dementieren, sagt jedoch: „Der Junge ist gut. Wenn er oder ein anderer es höher versuchen will, dann lege ich keine Steine in den Weg.“
Tore: 0:1 Hulaj (5.), 0:2 Babaj (15.), 1:2 Burghardt (16.), 2:2 Burghardt (34.), 3:2 Bega (45.+3), 4:2 Robin Hock (48.), 5:2 Robin Hock (51.), 6:2 Bega (53.), 7:2 Burghardt (66.).
Besonderes: –
ABV Stuttgart – TSV Heumaden 6:2
Der ABV Stuttgart hat mit dem GFV Ermis Metanastis Stuttgart gleichgezogen und das Rennen um den Relegationsplatz wieder spannend gemacht. Nach dem 2:1-Sieg im Nachholspiel gegen den FV Germania Degerloch am Donnerstagabend (siehe unten) schlug der Bezirksliga-Absteiger am Samstag den feststehenden Absteiger TSV Heumaden mit 6:2. „In erster Linie wollten wir das Spiel natürlich gewinnen, aber auch so viele Tore wie möglich machen“, berichtet der Kapitän Leon Pachonick. Schließlich trennen den ABV Stuttgart und den GFV Ermis Metanastis Stuttgart nach der Partie nur noch drei Tore.
Aus Sicht des Degerlocher Vereins hätten es noch mehr Tore sein können. „Wir sind mit der Chancenauswertung nicht zufrieden“, sagt Pachonick. Man habe gemerkt, dass der Vorsatz, so viele Tore wie möglich aufzuholen, den einen oder anderen vor dem Tor gehemmt hätte. Hinzu kommen zwei vermeidbare Gegentore durch Unachtsamkeiten. „Wichtig ist es jetzt, die weiteren Spiele zu gewinnen, und dann schauen wir mal, was dabei am Ende herauskommt“, sagt der Spielführer.
Tore: 1:0 Pachonick (17.), 2:0 Pachonick (34.), 3:0 Omoregie (57.), 3:1 Bihlmaier (75.), 4:1 Golla (76.), 5:1 Baumgartner (80., Handelfmeter), 5:2 Hinderer (85., Foulelfmeter), 6:2 Kauderer (62.).
Besonderes: –
GFV Ermis Metanastis Stuttgart – FV Germania Degerloch 3:1
Trainer Jetmir Fetai hat seinen Spielern „Tabellenverbot“ erteilt. „Wenn man schaut, was der Gegner macht, dann patzt man gerne“, weiß der Coach des Tabellenzweiten. Deshalb sollen seine Spieler trotz Punktgleichheit mit Verfolger ABV Stuttgart nur auf sich schauen. „Ich bin da ganz entspannt. Ich bin mir sicher, dass, wenn wir unsere Hausaufgaben machen, wir uns am Ende den zweiten Platz holen“, strahlt der 33-Jährige Zuversicht aus. Drei Tore haben die Waldebene-Griechen aktuell Vorsprung vor dem Bezirksliga-Absteiger ABV Stuttgart.
Die Aufgabe FV Germania Degerloch löste der Zweite unspektakulär, aber souverän. Nach der 1:0-Führung kontrollierten die Gastgeber bei starker Hitze die Partie. Der eingewechselte Andreas Kakoulidis entschied zwei Minuten nach seiner Einwechslung die Partie mit dem Treffer zum 2:0. Wenig später legte der 25-Jährige mit seinem zweiten Treffer im erst zweiten Saisonspiel nach. Ermis-Kapitän Vladimiros Gkiagkiaev sorgte mit einem Eigentor kurz vor Spielende für den Schlusspunkt. „Beide Mannschaften waren froh, dass das Spiel endlich abgepfiffen wurde“, sagt Fetai angesichts der Hitze am Samstagmittag.
Insbesondere bei den Degerlochern war nach dem Nachholspiel am Donnerstag (siehe unten) die Luft raus. „Das war schon wenig Pause“, gesteht der Trainer Claudio Marques. Notgedrungen spielten die Gäste auch mit acht A-Jugend-Spielern. Positiver Nebeneffekt: Die Nachwuchsspieler des Tabellensechsten können sich bereits jetzt für die kommende Saison an die Liga gewöhnen. Bis auf Simon Sachweh, der zurück in seine Heimat Freiburg gehen wird, rechnet Marques mit keinen Abgängen. Auch der 18-jährige Torjäger Emil Scheuermann, der mit bislang 23 Treffern auf sich aufmerksam gemacht hat, soll bleiben. „Irgendwann wird er vermutlich aber zum Studieren woanders hingehen“, weiß Marques vom Angreifer, der vergangenes Jahr sein Abitur gemacht hat.
Tore: 1:0 Papakostas (26.), 2:0 Kakoulidis (58.), 3:0 Kakoulidis (76.), 3:1 Vladimiros Gkiagkiaev (90., Eigentor).
Besonderes: –
Sportfreunde Stuttgart – FSV Waldebene Stuttgart-Ost 2:4
Der Meister lässt nicht nach und hat seinen 23. Saisonsieg gefeiert. Gegen den effizienten Tabellen-14. gewann der Spitzenreiter und designierte Bezirksliga-Aufsteiger FSV Waldebene Stuttgart-Ost mit 4:2. Während die Sportfreunde mit zwei Schüssen zwei Treffer erzielten, war das Waldebene-Team bei schwierigen Bedingungen bei Hitze und langem Rasen weniger effizient. „Es hätte fünf Tore mehr sein müssen“, sagt der Trainer Rocco Cesarano. Einen weiteren Treffer verpasste Stammkeeper Nikolai Graf, der in der Nachspielzeit als Stürmer eingewechselt wurde, per Kopf. Zwischen den Pfosten stand dieses Mal Hannes Sehl. „Er hat es sich verdient. Überragender Junge, überragender Torhüter und fast immer im Training“, lobt der Coach Cesarano.
Bitter für die Waldebene: Alexander Schulz kugelte sich einen Finger aus und musste mit dem Notarzt ins Krankenhaus gebracht werden. „Das sind so Spiele, die mehr Leid als Freud bringen. Aber sie müssen natürlich gespielt werden“, sagt der Waldbene-Coach.
Mit der Niederlage steht der Abstieg der Sportfreunde Stuttgart derweil fest. In den abschließenden zwei Saisonspielen kann sich das Team von Trainer Tim Eichler nicht mehr verbessern.
Tore: 1:0 Hermann (15.), 1:1 Barbato (49.), 1:2 Beutenmüller (72.), 1:3 Klobeck (82.), 1:4 Klobeck (84.), 2:4 Hermann (89.).
Besonderes: –
FV Germania Degerloch – ABV Stuttgart 1:2
Etwas so Unglückliches habe er selten erlebt, sagt der Degerlocher Trainer Claudio Marques. Über weite Teile des Spiels sei seine Mannschaft die bessere gewesen, habe es jedoch verpasst, die Chancen in Tore umzumünzen. Zudem fingen sich die Degerlocher zwei unglückliche Gegentore. Beim frühen 1:0 rutschte die Flanke von Marcel Hummel ab und landete im Germania-Netz, beim 2:1-Siegtreffer in der Nachspielzeit war Fabio Friese aus abseitsverdächtiger Position gewesen. Zudem verzichtete Schiedsrichter Jonas Weber in der 20. Minute auf einen Platzverweis, weil er den ABV‑Verteidiger nicht als letzten Mann gesehen hatte und deshalb aus seiner Sicht keine Notbremse vorlag. Zu allem Degerlocher-Überfluss sah Marques in der Nachspielzeit selbst Gelb-Rot. „Das sagt alles über unseren Abend aus“, so der Coach.
Der ABV Stuttgart feiert dagegen einen Dreier mit einer „absoluten Willensleistung“, wie der Kapitän Leon Pachonick sagt. Nach einer schwächeren ersten Hälfte, habe sich das Team in die Partie reingekämpft und den Siegtreffer erzwungen.
Tore: 0:1 Hummel (5.), 1:1 Kuhn (41.), 1:2 Friese (90.+1).
Besonderes: Gelb-Rot für Degerlochs Trainer Marques (90. +1).
KV Plieningen – SV Vaihingen II 1:1
Es hatte sich bereits angedeutet, ist es offiziell: Nicola Maiello steigt vom Trainer der zweiten Mannschaft zum Chefcoach der ersten Mannschaft auf. „Als wir ihn im Winter geholt hatten, haben wir uns damals bereits gedacht, dass er irgendwann einmal Trainer der Ersten werden könnte. Dass es so schnell geht, konnte aber keiner ahnen“, sagt der Abteilungsleiter Martin Schmid. Maiello war bis zur Winterpause Co-Trainer beim TSV Steinenbronn, ehe er das Plieninger Kreisliga-B-Team übernahm. Nach der Entlassung von Nicolai Pozorski war der ehemalige Spieler des TV Echterdingen II schnell der interne Favorit. „Er hat sich direkt gut eingefügt und gezeigt, dass er menschlich ein super Typ ist und wie er den Fußball versteht“, berichtet Schmid.
In welcher Liga Maiello übernimmt, ist weiter noch nicht sicher. Nach dem leistungsgerechten Unentschieden gegen den Tabellennachbarn SV Vaihingen II ist der zwölfte Platz und damit unter besonderen Konstellationen die Abstiegsrelegation weiterhin rechnerisch noch möglich. Sechs Punkte und die zehn Treffer bessere Tordifferenz gegenüber der Spvgg Möhringen geben Schmid jedoch relative Sicherheit. „Ich bin aber guter Dinge, dass wir die Klasse halten.“
Weil die Plieninger weiterhin auf dem Zahnfleisch gehen und Stammtorhüter Florian Horn erneut im Sturm auflaufen musste, soll der Kader zur kommenden Saison breiter aufgestellt werden. Während Neuzugänge jedoch noch nicht unter Dach und Fach sind, steht der Abgang eines Leistungsträgers fest: Noah Felthaus wechselt zur kommenden Saison zum Bezirksligisten Spvgg Cannstatt.
Der Aufsteiger SV Vaihingen II sicherte sich derweil mit dem Unentschieden die Klasse. Schlechter als Rang elf kann er für die Reserve des Bezirksligisten nicht werden.
Tore: 1:0 Eipper (41.), 1:1 Kousol (65.).
Besonderes: –
SV Hoffeld – TV Kemnat 3:0
Gegen seinen Jugendclub schnürte Grigorios Dimoulatos am Donnerstagabend zum zweiten Mal in dieser Saison seine Fußballschuhe. Gemeinsam mit seinem Co-Trainer Ismail Useni und RRoutinierAugustnol Bohn lief der Trainer des SV Hoffeld in der zweiten Hälfte gegen den feststehenden Absteiger auf. „Wir Alten sind eingesprungen, damit sich die Jungen noch einmal schonen können“, sagt Dimoulatos mit einem Schmunzeln. Auf der anderen Seite spielte ebenfalls wegen akutem Personalmangel unter anderem Interimstrainer Kai Ansorge.
In dem Spiel, das aufgrund der fehlenden sportlichen Relevanz mehr einem Freundschaftsspiel ähnelte als einem Punktspiel, setzten sich die Hoffelder ungefährdet mit 3:0 durch. Was Dimoulatos besonders freut, ist, dass mit Noah Greiner und Jonas Weitbrecht zwei Eigengewächse getroffen haben. Patrick Wüst erhöhte mit einem sehenswerten Treffer schließlich auf 3:0 und sorgte für die siebte Kemnater Niederlage in Folge.
Gemeinsam mit Vorstandsmitglied Luka Maric arbeitet Dimoulatos bereits tatkräftig am Kader für die kommende Saison. Luis Grünenwald steht als erster Neuzugang vom Noch-Ligakonkurrenten TSV Heumaden bereits fest. Zudem stehen die Verpflichtungen von noch drei weiteren Spielern kurz bevor.
Tore: 1:0 Greiner (3.), 2:0 Weitbrecht (11.), 3:0 Wüst (66.).
Besonderes: –
Weitere vorgezogene Spiele
Bereits am Dienstag spielten der SV Sillenbuch und die Spvgg Möhringen, am Mittwoch trafen dann MK Makedonija Stuttgart und der TSV Rohr aufeinander. Die Spielberichte lesen Sie hier.