Zwei Kabarettprofis, ein Erdbeer-Shirt und viel schwäbischer Witz: Die „Bräschtling Sisters“ verbinden Humor, Herz und Heimatdialekt – ohne Klischeebashing, aber mit Charme.

Manchmal beginnen große Dinge ganz banal – etwa beim brandneuen Frauen-Kabarett-Duo „Die Bräschtling Sisters“. Gesa Schulze-Kahleyß, bekannt aus dem Kabarettprogramm „i-dipfele“ oder der Unterhaltungsgruppe „Doo-Wopp-Mädla“, und die Steinheimer Kabarettistin und Krimiautorin Helga Becker sind nämlich als Solistinnen auf der Humorbühne bereits gut im Geschäft. Dass die beiden ihr Show- und Comedy-Talent nun zusammenwerfen, daran ist ein simples Shirt schuld – eines mit Erdbeermotiv.

 

Das hatte Helga Becker etwas zu groß gekauft und gab es ihrer Freundin Gesa. So entstand das Duo, das die Erdbeere nun in allen Facetten groß vor sich herträgt: Beim Auftritt ziert die rote, süße Frucht, Schuhe, Tasche, Oberbekleidung, Strümpfe, den Haarreif und sogar die Brille. Für die beiden Frauen birgt die Erdbeere viele positive Eigenschaften. Sogar als Aphrodisiakum soll der „Bräschtling“ wirken – und ihr Humor passe laut eigener Aussage „so wunderbar zusammen“.

Beide sind überzeugt: „Wir haben die gleiche Idee von Humor. Vor allem ist es einer, der nicht unter die Gürtellinie zielt“, beteuern die schwäbischen Plaudertaschen. Dass dieser aber „kontrolliert eskalieren“ darf, sei klar. „Doch ohne zu verletzen“, lautet das Gebot der mit Feingefühl agierenden Mundart-Kabarettistinnen, die inzwischen „so viel Erfahrung gesammelt haben, dass wir wissen, mit welchen Zuschauern wir in Interaktion treten können und mit welchen nicht“. Ihnen sei wichtig, „zu interagieren, aber die Menschen nicht vorzuführen“.

Becker und Schulze-Kahleyß wollen ihre Witze nicht auf Kosten anderer machen, sondern eher auf eigene. Im Frotzel-Fokus stehen mehr die Frauen als die Herren. „Das klischeehafte Männerbashing gefällt uns gar nicht.“

Und nachdem das optische Drumherum, „das für die Atmosphäre des ganzen Auftritts wichtig ist“, nun feststeht, konzentrieren sich die beiden Frauen konkret auf den Inhalt ihres Programms „Kamasutrai ond Muggafugg“. An diesem feilen sie lustbetont und mit großem Eifer.

Die Welt braucht Leichtigkeit

„Denn Erdbeeren sind zwar süß, gesund und gut gegen schlechte Laune“ – trotzdem sehen sich die beiden in ihrer Bühnenwirkung nicht als süß. „Eher als drollig, kernig, skurril und vielleicht auch süß-sauer“, konkretisiert Helga Becker, die sich darüber freut, „dass sich mit uns endlich wieder ein Frauen-Duo am schwäbischen Kabarett-Himmel zeigt“.

Denn beiden gemein ist nicht nur der spezielle Charakter ihres Humors; die Vollblut-Kabarettistinnen sind sich auch darin einig: „Die Welt braucht Leichtigkeit!“ Das humoristische Ausleben auf der Bühne sehen sie als großes Geschenk. „Es trägt uns, wenn die Leute mit einem Lächeln den Raum verlassen.“

Anders als gedacht sind die schlagfertigen Plaudertaschen aber nicht von klein auf so gewesen. Die in Berlin geborene Gesa Schulze-Kahleyß etwa kam erst mit sechs Monaten nach Schwaben und entdeckte mit neun Jahren beim Sketche-Spielen im Jugendclub ihr bis dahin verborgenes Talent. „Davor war ich ziemlich schüchtern.“ Seit 35 Jahren schlüpft sie nun in witzige Rollen und genießt es – wie Duo-Partnerin Helga Becker – damit Freude und Lachen zu verbreiten.

Start und Tickets

Start
Am 6. Februar 2026 findet die Premiere von „Kamasutrai ond Muggafugg“ im Bürgersaal Murr statt. Beginn ist um 20 Uhr. Ein weiterer Auftritt steht ebenfalls fest: Am 23. April treten die Kabarettistinnen in Esslingen auf.

Tickets
Eintrittskarten können über die Webseite der Brschtling Sisters reserviert werden.