Kunststadt Stuttgart Eine Stadt, viel Kunst – so geht Stuttgart-Werbung!

Zum Art Alarm in Stuttgart bei Hartmann Projects (Liststraße 28/1) zu sehen: Fotocollagen des Münchners Max Kersting Foto: Max Kersting

Galerienrundgang mit 23 Privatgalerien, tolle Ausstellungsstarts im Kunstgebäude, Iran-Spannung in der Staatsgalerie: Die Kunst katapultiert Stuttgart ins Rampenlicht.

Gut gelaunte Menschen vor und um das Kunstgebäude Stuttgart. Ganz unterschiedliche Sprachen sind am Freitagabend zu hören. Die Menschen lachen, diskutieren – und ziehen weiter zu den nächsten Ausstellungseröffnungen.

 

Viele der 23 Galerien, die ihre Türen an diesem Samstag und Sonntag zum großen Rundgang öffnen, starten ihre neue Ausstellungen am Art Alarm-Vorabend. Und überall wird über die Projekte im Kunstgebäude am Schlossplatz gesprochen. Das Kunstmuseum Stuttgart, wegen Sanierung bis März 2027 geschlossen, zeigt die Themenschau „Das kalte Herz“, der Württembergische Kunstverein Stuttgart bestätigt mit der Schau „Resistant Theatre“ zum Werk der südkoreanischen Künstlerin siren eun young jung seinen Rang als führende Bühne internationaler Gegenwartskunst. Solche Kunstgewichte lassen aufhorchen, bringen Stuttgart zurück ins Rampenlicht.

So ist alles angerichtet für das große Kunstfest an diesem Samstag, 18. April (11 bis 20 Uhr), und an diesem Sonntag, 19. April (11 bis 18 Uhr). Die Galerierundgangverantwortlichen melden enormes Vorabinteresse an angebotenen Führungen, fast in allen 23 Galerien sind die Künstlerinnen und Künstler vor Ort, dicht gefüllt ist zudem das Abendprogramm am 17. April im Kunstgebäude. Und auch an vielen weiteren Orten in Stuttgart – von der Akademie Schloss Solitude bis hin zum Kunstverein Wagenhalle am Nordbahnhof – wird am 17. April die Kunst gefeiert. Solche Doppelpässe braucht die Stadt. Sie schaffen jene Attraktivität, die Stuttgart so dringend braucht.

Neue Spannung unter der Kuppel: Das Kunstmuseum Stuttgart zeigt im Kunstgebäude die Schau „Das kalte Herz“ Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Das Schöne: Hier ist nichts verordnet, hier gibt keine Festburg hinter Sicherheitspollern den Stimmungstakt vor. Der Ball, von Stuttgarter Privatgalerien ins Spiel gebracht, rollt einfach seit Freitagabend, wird weiter gespielt, immer weiter – von immer mehr Beteiligten. Der Gewinner dieses außergewöhnlichen Kunstwochenendes? Heißt Stuttgart. Auch, weil die Staatsgalerie Stuttgart mit ihrer aktuellen Sonderschau zu den Dokumentar-Fotografie-Förderpreisen der Wüstenrot-Stiftung für einen aktuellen politischen Paukenschlag sorgen kann. Nazanin Hafez zeigt Plätze öffentlicher Hinrichtungen im Iran in ihrer alltäglichen Nutzung – und nun wohl vor ihrer baldigen neuerlichen Umwidmung in Orte des Terrors gegen das eigene Volk.

Galerienrundgang sorgt für eine Kunstwelle in Stuttgart

Man kann auf der Kunstwelle durch Stuttgart surfen am 18. und am 19. April, kann sich treiben lassen und doch nahezu überall vom Brett springen und Spannendes sehen. Nicht immer passt der Begriff – hier aber doch: Die Kunst macht im besten Sinn Alarm in Stuttgart und für Stuttgart.

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