Ein Maislabyrinth zum Verlaufen, Staunen und Nachdenken: In Flacht lädt der CVJM mit „Lost and Found“ zu einem besonderen Sommererlebnis ein.

Meterhohe Maishalme, ein schmaler Pfad und irgendwo dazwischen: Schafe, Rätsel und Denkanstöße. Mitten auf einem Acker in Flacht ist ein besonderes Projekt gewachsen. Unter dem Motto „Lost and Found“ hat der CVJM Flacht ein Maislabyrinth geschaffen, das mehr ist als bloßer Freizeitspaß. Es lädt ein zum Suchen und Finden, im wörtlichen wie im übertragenen Sinn.

 

Die Idee entstand im Winter. Landwirt Micha Pflüger, auf dessen Feld das Labyrinth steht, brachte sie ein, als der CVJM über Spendenaktionen für den Umbau seines Freizeithauses „Friedenshöhe“ nachdachte. „Mit einer neuen Sätechnik und einer guten Portion Motivation konnten wir das in die Tat umsetzen“, erzählt er. Im März fiel die Entscheidung, im Frühjahr wurde ausgesät. Jetzt stehen die Pflanzen dicht an dicht auf 2,2 Hektar Fläche. So groß wie zwei Fußballfelder. „Unter optimalen Bedingungen wächst der Mais bis zu 20 Zentimeter am Tag“, erklärt Pflüger.

Wo Mais wächst, wächst auch Gemeinschaft

Ein achtköpfiges Team aus Ehrenamtlichen hatte die Planung und Umsetzung übernommen. Ziel ist es, möglichst viele Menschen anzusprechen und gleichzeitig Spenden für das CVJM-Freizeithaus zu sammeln. „Das Thema ‚Lost and Found‘ hat etwas sehr Aktuelles. Die meisten finden sich darin wieder“, sagt Frederike Auracher, die Jugendreferentin des CVJM.

Für Kinder bedeutet das: Auf dem Weg durch das Labyrinth versteckte Schafe finden – eine Anspielung auf das biblische Gleichnis vom verlorenen Schaf. Jugendliche lösen online Rätsel, Erwachsene stoßen unterwegs auf Gedanken von ganz unterschiedlichen Menschen zum Thema Verlieren und Wiederfinden. Alle Angebote sind mit dem christlichen Hintergrund des CVJM verbunden, aber offen gestaltet.

Mitgewirkt haben beim Maislabyrinth auch regionale Partner. Die Aussaat erfolgte mithilfe einer Spezialfirma mit Applikationskarte, Drucksachen kamen aus der Rutesheimer Druckerei Wiener & Friends. Fläche, Maschinen und Know-how stellte die Familie Pflüger. Das Labyrinth wurde ehrenamtlich angelegt, organisiert und betreut.

Spenden, Fördergeld und viel Eigenleistung

Das Projekt unterstützt den Umbau des Freizeithauses, das seit mehr als 60 Jahren ein Ort für Begegnung, Glaube und Gemeinschaft ist. Dort finden regelmäßig Gruppenstunden, Sportangebote, Freizeiten, Gottesdienste und Zeltlager statt – für Kinder, Jugendliche, Familien und Erwachsene aus Flacht und ganz Baden-Württemberg. Die Finanzierung des Umbaus fußt auf Spenden, Fördermitteln, Aktionen und viel Eigenleistung. Gut 2200 ehrenamtliche Arbeitsstunden sind bereits zusammengekommen.

Der Eintritt ist kostenfrei, Spenden sind erwünscht. Foto: Simon Granville

Wer das Labyrinth besucht, kann sonntags von 14 bis 18 Uhr zudem das Friedenshöhe-Café besuchen, das nur 800 Meter entfernt liegt. Der Besuch ist kostenfrei, Spenden sind erwünscht. Eine Bewirtung im Labyrinth selbst gibt es nicht, dafür viel Raum zum Entdecken – auf den Wegen zwischen den Maishalmen und vielleicht auch ein Stück weit in sich selbst.