Exakt 8452 Unterschriften haben die Bürgerinitiative gegen eine Landeserstaufnahme für Geflüchtete und eine Initiative der Gemeinderäte aus den Kommunen Asperg und Tamm in den vergangenen Wochen und Monaten gesammelt. Am Freitagmorgen übergaben sie die Unterschriften gegen die Bebauung des Schanzacker zusammen mit den Rathauschefs Christian Eiberger (Asperg) und Martin Bernhard (Tamm) in Stuttgart an Siegfried Lorek, Staatssekretär im Justizministerium.
Mit der Aktion wolle man den großen Widerstand gegen das Vorhaben deutlich machen, sagt Thomas Frey, Gründungsmitglied der BI. Die Bürger und ihre Bedenken würden nach wie vor nicht ernst genommen. Rund 20 Personen hatten sich am Freitag in die Landeshauptstadt aufgemacht. Allerdings durften nur vier direkt zur Übergabe mit. Die anderen mussten draußen warten. Gunter Carra, stellvertretender Pressesprecher im Justizministerium, erklärt die Vorgabe mit „vertraulichen Gesprächen“, die man im Anschluss der Übergabe noch miteinander führen wolle.
Der Termin in Stuttgart ist aus Sicht des Asperger Rathauschefs Christian Eiberger sehr wichtig. „Wir müssen das Signal setzen, dass wir nicht einverstanden mit einer Lea an dem Standort sind. Die Unterschriftenübergabe ist ein sichtbares Zeichen unserer Ablehnung. Ich freue mich, dass so viele unterschrieben haben.“
Was die Machbarkeitsstudie angeht, rechnet Christian Eiberger mit „zeitnahen“ Ergebnissen. Dann könne man auch offen miteinander reden, betont er. Im Justizministerium hüllt man sich derweil in Schweigen. Aktuell gebe es keinen neuen Sachstand. „Die umfangreiche Prüfung zur Geeignetheit des Standorts ist noch nicht abgeschlossen und wird nach hiesigem Informationsstand auch noch gewisse Zeit in Anspruch nehmen“, erklärt Carra.
Die BI will die Zeit bis dahin auf jeden Fall weiter nutzen. Unterschriften werden zwar keine mehr gesammelt, doch am 15. September soll es im Bürgersaal im Tammer Rathaus einen Bürgerdialog gebe. „Auch wenn es nach außen vielleicht den Anschein hat, als ob es ruhiger wird um uns, läuft im Hintergrund unheimlich viel“, versichert Thomas Frey.
Die letzte nach außen sichtbare Veranstaltung hatte die BI Mitte Juni gemacht. Etwa 700 Menschen hatten sich auf einem Gelände in Tamm zu einem großen „Nein“ gegen die Landeserstaufnahmestelle für Geflüchtete in Tamm und Asperg formiert.