Landesmesse Stuttgart Debatte auf den Fildern: Braucht die Messe mehr Parkplätze?

Nach Plänen der Landesmesse könnte auf dem Parkplatz 26 westlich der Ausstellungswelt ein neues Parkhaus entstehen. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Die Landesmesse will wegen Engpässen ein neues Parkhaus bauen. Die Schutzgemeinschaft Filder hält das für überflüssig. Der Standort sei gut an Bus und Bahn angeschlossen.

Stadtentwicklung/Infrastruktur : Christian Milankovic (mil)

Auf dem Gelände der Landesmesse Stuttgart auf den Fildern gibt es heute rund 6700 Parkplätze – jene des benachbarten Flughafen Stuttgart nicht miteingerechnet. Die Messegesellschaft will in einem neuen Parkhaus rund 1300 weitere Abstellplätze schaffen. Die Schutzgemeinschaft Filder lehnt den Plan ab. Das letzte Wort hat das Regierungspräsidium.

 

Der knapp 120 Meter lange und 24 Meter hohe Neubau soll auf dem bestehenden Parkplatz 26 westlich der Messehallen entstehen. Das Areal wird von den Stadtbahngleisen und der Landesstraße 1192 begrenzt. Von der Straße aus ist die Zufahrt ins geplante Parkhaus vorgesehen. Auf acht Geschossen sollen 1292 Fahrzeuge Platz finden.

Auf dem Campus aus Flughafen und Landesmesse stehen heute schon mehr als 15000 Parkplätze zur Verfügung. Man stoße aber bei einzelnen Veranstaltungen an Kapazitätsgrenzen, so eine Sprecherin der Landesmesse. „Das war beispielsweise an der diesjährigen CMT gut sichtbar: An allen neun Messetagen wurde auf die Parkplatzkapazitäten des Flughafens zurückgegriffen, in Spitzenzeiten waren bis zu 4000 Stellplätze aus dem ,Überlauf’ erforderlich“. Nur dank der Nachbarschaftshilfe des Flughafens könne „sowohl ein stabiler Verkehrsfluss im öffentlichen Straßennetz als auch das Verhindern von ,wildem Parken’ in den umliegenden Gemeinden sichergestellt werden“.

Das Gros der Messe-Stellplätze findet sich im Parkhaus über der A8, das zusammen mit der neuen Landesmesse entstandne ist. Foto: IMAGO/Arnulf Hettrich

Die Schutzgemeinschaft Filder sieht das Problem mangelnder Parkmöglichkeiten hingegen nicht. Der Antrag, die Pläne zu genehmigen scheitere „am Fehlen des Bedarfs“, schreiben die Filderschützer ans Regierungspräsidium in ihrer Stellungnahme im Genehmigungsverfahren. Die Messe sei mit Parkplätzen ausreichend versorgt. „Dies gilt vor allem im Blick auf die optimal verfügbare Erschließung mit Mitteln des Nahverkehrs und vor allem durch den neuen Bahnhof Messe/Flughafen für den Fernverkehr“. Der Campus auf den Fildern wird sowohl von S- wie auch Stadtbahnen angefahren. Zudem halten Busse am Stuttgart Airport Busterminal.

Neues Messe-Parkhaus: Betreiber verweist auf Befragungsergebnisse

Die Messe sagt, je nach Typ der Messeveranstaltung entschieden sich die Besucher für die Anfahrt mit dem Nahverkehr oder dem Auto. „Gerade die stärker durch eine PKW-Anfahrt geprägte Klientel der Geschäfts-Messen bringt Umsatz, fordert aber auch eine Erreichbarkeit der Messe in akzeptabler Zeit und eine Bereitstellung von Parkflächen im unmittelbaren Messeumfeld“, heißt es im Antrag auf Plangenehmigung. Man habe zudem bei Befragungen und durch Rückmeldungen herausgefunden, „dass die Anfahrt und Bereitstellung von Parkflächen als unzureichend wahrgenommen werden und sich negativ auf das potentielle Wachstum der Veranstaltungen auswirken“.

Dass dieses Wachstum womöglich auch noch zum Bau einer weiteren Messehalle führen könnte und diese Halle 11 auch noch als Begründung für die Notwendigkeit des Parkhausbaus herangezogen wird, stößt der Schutzgemeinschaft Filder sauer auf. Sie moniert die Versiegelung weiterer Flächen und sieht wegen der Riegelwirkung des Parkgebäudes Probleme bei der Luftqualität.

Kein konkreter Zeitplan für Bau des Parkhauses

Sowohl die Halle 11 wie auch das Parkhaus sind Bestandteil des 2020 vorgelegten Masterplans zum weiteren Ausbau der Landesmesse. Während der Coronajahre wurden die Pläne wegen des einbrechenden Messegeschäfts auf Eis gelegt. Nun will die Messegesellschaft, die der Landeshauptstadt Stuttgart, dem Land (beide je 48 Prozent) und dem Verband Region Stuttgart (4 Prozent) gehört, einen neuen Anlauf wagen. Einen konkreten Zeitplan zur Realisierung gebe es nicht. Man erwarte den Abschluss des Genehmigungsverfahrens für Ende des Jahres. Danach werde über die konkrete Umsetzung entschieden, sagt die Messesprecherin. Laut Regierungspräsidium endet die Frist für die Stellungnahmen am 8. Mai. „Über den weiteren Verfahrensverlauf können wir daher zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch keine näheren Angaben machen.“

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