Unter anderem Ballett-Schülerinnen, Bienenvölker, Spielbankgänger profitieren vom Land in der Stadt. Foto: imago/Westend61/Roman Novitzky, Stuttgarter Ballett
Am 8. März wählen auch die Stuttgarter einen neuen Landtag. Was gäbe es ohne das Land nicht in ihrer Stadt? Fünf ganz unterschiedliche Beispiele.
Auf der Liste finden sich so bekannte Häuser wie die Villa Reitzenstein, das Neue Schloss, die Justizvollzugsanstalt und die Staatsgalerien. Aber auch die Universitäten in der Innenstadt und in Hohenheim. Museen wie das Haus der Geschichte ebenso wie Archive und Theater.
Eine Auswahl teils öffentlich zugänglicher Landesgebäude:
Oberlandesgericht Stuttgart, Land- und Amtsgericht Stuttgart
Haus der Wirtschaft
Altes Waisenhaus am Charlottenplatz
Zweifellos fehlten Stuttgart ohne diese Landesgebäude viele markante Stadtmarken. Andererseits ist der Anteil des Landes an allen Stuttgarter Bauten nicht so hoch. Eine genaue Zahl gibt es nicht, aber es stehen in der Landeshauptstadt mehr als hunderttausend Gebäude.
Messerverbotszone
In Stuttgart gilt seit drei Jahren ein striktes Messer- und Waffenverbot in der Innenstadt. Grundlage für die Verordnung der Stadt sind das bundesweite Waffengesetz und eine entsprechende Landesverordnung. Im Innenstadtbereich zwischen Hauptbahnhof, Charlotten-, Rotebühlplatz und Haus der Wirtschaft sind keine Messer und Waffen erlaubt, auch keine Elektroschocker. Außerdem sollten sich Passanten nicht mit Macheten oder Werkzeugen mit feststehenden Klingen wie Sensen, Hecken- oder Baumschneidewerkzeugen ertappen lasse.
Rund 300 Bienenvölker, also mindestens 9.000.000 dieser Tierchen, brummen in Stuttgart im Auftrag des Landes durch die Luft. Denn zur Universität Hohenheim gehört auch die Landesanstalt für Bienenkunde mit ihren Versuchsbienen. Die 1963 gegründete Einrichtung versteht sich als „Bindeglied zwischen angewandter Bienenforschung und imkerlicher Praxis“. Erforscht werden unter anderem die Qualität von Bienenprodukten, wie man die Ausbildung des Imkers verbesser kann und welche Auswirkung dessen Wirken auf den Honig hat.
Es gibt noch eine ganze Reihe solcher Anstalten und Institute des Landes in der Stadt, unter anderem für Kommunikation, Landwirtschaftliche Chemie, Umwelt, Messungen und Naturschutz oder für Schulentwicklung.
Baccara und 15,7 Millionen Euro
Wie wer wann und wo sein Glück herausfordern kann, regelt das Land per Gesetz, allerdings haben sich alle Bundesländer auf gemeinsame Standards geeinigt. Seit 2015 darf die Baden-Württembergische Spielbanken GmbH die Häuser in Baden-Baden, Stuttgart und Konstanz für 15 Jahre betreiben. In der Stuttgarter Spielbank im SI Centrum gibt es nicht nur legal Roulette, Black Jack und Automaten, sondern auch das seltene Spiel Baccara. Glücksspiel aller Art bringt in Deutschland jährlich mehr als zwei Milliarden Euro Steuergeld in öffentliche Kassen.
Im Status ewiger Jugend: der Axolotl Foto: imago/Pond5 Images
Baden-Württemberg bekommt allein aus den Lotterieeinnahmen rund 300 Millionen Euro. Die Spielbanken müssen eine Spielbankabgabe zahlen. Sie beträgt 30 bis 35 Prozent des Brutto-Spielertrags. Laut Haushaltsplan bekommt die Stadt Stuttgart jährlich etwa 15,7 Millionen Euro aus den Gewinnen der Spielbank zugewiesen.
Ein Tier, das niemals erwachsen wird
Auch die landeseigene Wilhelma sorgt für Tierisches in der Stadt. Rund 11.000 Tiere aus fast 1200 Arten sowie über 8500 Pflanzenarten leben auf dem Gelände des zoologisch-botanischen Gartens. Darunter so bekannte und beliebte Tiere wie Affen, Elefanten und Tiger, aber auch unbekannte und kuriose Kreaturen wie der Axolotl (Ambystoma mexicanum), ein nachtaktiver Schwanzlurch, der bis zu 30 Zentimeter lang werden kann. Der Axolotl wird niemals erwachsen, sondern verbringt sein Leben als kiementragende Dauerlarve im Wasser, metamorphosiert also niemals zu einer Form, die an Land überleben könnte. Wegen dieser Eigenschaft wird mit dem Axolotl gern geforscht. Helene Hegemann machte ihn 2010 in ihrem Roman „Axolotl Roadkill“ zum erfolgreichen Literaturhelden.