Legendäre Wilhelma-Tiere Erinnerungen an Vilja, Charly oder Buschi

Von Theresa Schäfer 

Wer kennt noch die betagte Elefantendame Vilja, den singenden See-Elefanten Charly oder den unter dramatischen Umständen gestorbenen Eisbär Anton? In der Geschichte der Wilhelma hat es viele Tiere gegeben, an die sich Stuttgarter Zoo-Besucher gerne erinnern.

Sie war eines der ersten Wilhelma-Tiere überhaupt: Elefantendame Vilja kam schon 1952 nach Stuttgart und lebte dort bis zu ihrem Tod 2010. Foto: Wilhelma 11 Bilder
Sie war eines der ersten Wilhelma-Tiere überhaupt: Elefantendame Vilja kam schon 1952 nach Stuttgart und lebte dort bis zu ihrem Tod 2010. Foto: Wilhelma

Stuttgart - Es gibt Wilhelma-Tiere, die bleiben den Besuchern auch Jahre nach ihrem Tod in Erinnerung: Vilja zum Beispiel, die Elefantenkuh, die schon 1952 nach Stuttgart kam, 2008 einen Sturz in den Graben ihres Geheges überlebte und 2010 im Alter von über 60 Jahren starb. Buschi, der Urvater des Wilhelma-Orang-Utans, der von 1962 bis 2011 in der Landeshauptstadt lebte. Jaguar-Dame Petra, die bis zu ihrem Tod 2013 zu den fünf ältesten Zoo-Jaguaren weltweit gehörte. Oder Eisbär Anton, der Anfang 2014 an einer Darminfektion starb, weil er eine Stoffpuppe und Teile eines Rucksacks gefressen hatte. Ein solches legendäres Wilhelma-Tier, von dem man noch nach Jahren sprechen wird, war sicher auch Corinna, die Eisbärendame und Mutter von Wilbär, die jetzt im Alter von 28 Jahren das Zeitliche segnete.

Wir erinnern uns, ...

... an Charly: Er war der unangefochtene Star der Seelöwen-Anlage. Zur Fütterungszeit drängten sich hunderte Wilhelma-Besucher am Wasserbecken, um den See-Elefantenbullen Charly zu sehen - und singen zu hören. Zur Belohnung für seine Einlagen bekam der mächtige Bulle kiloweise Heringe zugeworfen. Als man Charly im Sommer 1996 im Alter von 23 Jahren einschläfern musste, fand man in seinem Magen zwei Stofftiere, Schnuller und unzählige Münzen. Charly war der letzte See-Elefantenbulle der Wilhelma.

... an den "Großen Weißen": Die Fütterung des riesigen weißen Leistenkrokodils war eine Attraktion. Überraschend wendig schnellte das Reptil aus dem Wasser, um an seine Beute zu gelangen. Nachdem der "Große Weiße" im Februar 2000 das Zeitliche segnete, legten die Wilhelma-Besucher sogar Rosen vor seinem Becken ab. Zum Verhängnis wurden dem Tier die Münzen, die unbedachte Besucher in sein Becken warfen. Er wurde nur 40 Jahre alt - bei guter Pflege können Leistenkrokodile bis zu 100 werden.

... an Vilja: Sie war die Grande Dame der Wilhelma - und eines der ersten Zootiere in Stuttgart überhaupt. Vilja, die im Juli 2010 im biblischen Alter von 61 Jahren starb, ist bis heute präsent: Die Elefantendame war das Vorbild für das Logo des zoologisch-botanischen Gartens. Mit ihrem Rüssel war Vilja äußerst geschickt, ab und zu mussten auch die Besitztümer der Besucher dran glauben. Die Elefantenkuh war eine echte Überlebenskünstlerin: 1952 entkam sie mit knapper Not einem Feuer im Elefantenhaus. 2008 schubste ihre Kollegin Molly sie in den Gehegegraben - die Feuerwehr barg Vilja mit einem Hebekran. Wie durch ein Wunder wurde sie bei dem Sturz nur leicht verletzt. 2010 ließ das Herz Vilja im Stich - sie war die älteste Elefantenkuh Europas.

... an Buschi: Als der Orang-Utan-Mann im Januar 2011 wegen eines bösartigen Tumors eingeschläfert werden musste, war er das älteste Tier der Wilhelma. 1962 kam Buschi mit ungefähr drei Jahren nach Stuttgart. Er wurde in freier Wildbahn geboren und von Tierhändlern verschleppt. Der freundliche Buschi war Vater von sieben Kindern. Mit über 50 war Buschi für Orang-Utan-Verhältnisse ein wahrer Methusalem.

... an Molly: Im Elefantengehege erkannte man sie sofort - Molly war viel behaarter als ihre Kolleginnen. Deshalb wurde die Dickhäuterin auch liebevoll "Mammut" genannt. Ältere Wilhelma-Besucher werden sich erinnern, dass man auf Molly früher sogar reiten durfte. Jahrelang litt die Elefantendame an ihren entzündeten Vorderfüßen. Die Wilhelma-Mitarbeiter versuchten mit Fußbädern und Salben, ihr Leiden zu lindern. Im Juli 2011 wurde Molly mit 45 Jahren eingeschläfert.

... an Petra: Ihr Anblick war majestätisch. Gelassen und auch ein bisschen gelangweilt beobachtete die rabenschwarze Jaguardame von ihrem Hochsitz aus das Treiben der Wilhelma-Besucher. Die schöne Petra schaffte es auf den Titel des US-Magazins "National Geographic". Als sie im November 2013 im Alter von 23 Jahren wegen eines Tumors eingeschläfert werden musste, gehörte sie zu den fünf ältesten Zoo-Jaguaren weltweit.

... an Anton: Der Eisbär Anton wurde 1989 im Karlsruher Zoo geboren und kam drei Jahre später nach Stuttgart. 2007 wurden Anton und seine Gefährtin Corinna Eltern des kleinen Wilbär, der heute in Schweden lebt. Als Anton Anfang 2014 an einer Darminfektion starb, hatte er für einen Eisbären noch kein Alter - er hätte noch gut zehn bis 15 Jahre vor sich gehabt.