Werner Fick bei der Preisverleihung Foto: Heraeus Bildungsstiftung
Am Stuttgarter Königin-Katharina-Stift unterrichtet einer der besten Pädagogen Deutschlands. Seine Schüler hatten den Mathe- und Physiklehrer Werner Fick für den Deutschen Lehrkräftepreis vorgeschlagen – nicht nur, weil er „in Rekordzeit“ korrigiert.
Eigentlich ist Werner Fick keiner, der gerne im Rampenlicht steht. „Die große Bühne ist so gar nicht meins“, sagt der Mathematik- und Physiklehrer des Königin-Katharina-Stifts. Und nun hätte die Bühne kaum größer sein können: Werner Fick war in der Tagesschau. Der Grund: Er hat am Montag in Berlin vom Deutschen Philologenverband und der Heraeus Bildungsstiftung den Deutschen Lehrkräftepreis verliehen bekommen, als einer von zehn „Ausgezeichneten Lehrkräften“ im Land.
Die Schülerinnen und Schüler der jüngsten beiden Abschlussjahrgänge des Stuttgarter Gymnasiums hatten ihn für den Preis vorgeschlagen. Werner Fick ist für sie mehr als ein Lehrer: Er sei auch „Coach, Mentor, Schwäbischlehrer, Busfahrer, unsere Vertrauensperson und Auskunft“. Er bringe mit seinem Engagement die ganze Schule voran und habe immer ein offenes Ohr, würdigten sie den Lehrer bei der Einreichung. Und noch eine Eigenschaft nannten sie, die gut bei ihnen ankommt: Werner Fick soll „in Rekordzeit“ Klassenarbeiten korrigieren.
In den Osterferien fliegt der Lehrer mit Schülern nach Houston
Es sei schön, wenn die Arbeit, die man mache, auch öffentlich gewürdigt werde, freut sich Werner Fick über den Preis. „Für einen Lehrer ist es die höchste Auszeichnung, die er kriegen kann, wenn er von seinen Schülern gelobt wird“, findet der 55-Jährige, der in Göggingen im Ostalbkreis wohnt.
Seit Oktober 1999 ist Werner Fick am Königin-Katharina-Stift. Heute ist er nicht nur Fach- und Klassenlehrer, sondern in der Schulleitung auch als Abteilungsleiter für die naturwissenschaftlichen Fächer zuständig. Beliebt ist seine jahrgangsübergreifende Robotik-AG, die er vor mehr als 20 Jahren an seiner Schule aufgebaut hat. Die AG nimmt auch an Wettbewerben teil. Dieses Schuljahr ging es schon nach Holland, Frankreich und Italien. In den Osterferien fliegen sie in die USA zum Finalwettbewerb in Houston.
„Alle lieben ihn“, sagt die Schulleiterin
„Einer, der Schule besser macht“, ist der aktuelle Artikel zum Lehrerpreis auf der Homepage des Gymnasiums überschrieben. „Wir sind wahnsinnig stolz und froh, dass wir ihn haben“, sagt die Leiterin des Königin-Katharina-Stifts, Kathrin von Vacano-Grohmann. Fick habe die Auszeichnung verdient: „Alle lieben ihn“, sagt die Rektorin. Sie hebt dessen Bescheidenheit heraus – und seine pädagogischen Fähigkeiten. Fick bringe seine Schülerinnen und Schüler dazu, eigenmotiviert zu lernen und zusammen kreativ nach Lösungen zu suchen. Die Robotik-AG ist für sie eine „Keimzelle des idealen Lernens“. Selbst in den Ferien und an freien pädagogischen Tagen kämen deren Mitglieder in die Schule, um weiter zu tüfteln.
Werner Fick begeistert seine Schüler für die Robotik. Foto: Privat
Wenn es nach Werner Fick ginge, würde er noch viel mehr im normalen Unterricht so arbeiten wie in der Robotik-AG. Er sei „Experimentalphysiker“ – als solcher würde er sich über mehr Praxis im Lehrplan freuen. Schließlich erlebt er, wie sehr die Schüler aus der Arbeitsgemeinschaft von den dort gemachten Erfahrungen profitieren und Kompetenzen erwerben. Die Schüler müssen ihre Roboter bei den Wettbewerben auch präsentieren: in Houston natürlich auf Englisch.
Er traut seinen Schülern viel zu – und das wirkt sich positiv aus
Seiner Erfahrung nach wollten Kinder selbstständig arbeiten. „Man kann ihnen viel zutrauen“, sagt der ausgezeichnete Pädagoge, der bis heute froh ist über seine Berufswahl. Ihm gefällt, dass „jeder Tag anders“ und der Alltag so „abwechslungsreich“ ist. Wichtig sei natürlich, mit Kindern umgehen zu können. „Man muss sie da abholen, wo sie sind.“ Er versucht, den Stoff möglichst interessant und alltagsnah zu vermitteln, aber natürlich gebe es auch bei ihm mal „langweilige Stunden“. Das Schöne sei: das bekomme man sofort zurückgespiegelt.
Mehr als 8500 Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler haben sich nach Auskunft der Heraeus Bildungsstiftung und des Deutschen Philologenverbands an ihrem Wettbewerb beteiligt. Insgesamt wurden 18 Auszeichnungen an Lehrkräfte und Teams sowie Schulleitungen vergeben. Sie kamen aus sieben Bundesländern und von einer Deutschen Auslandsschule.
Bewerbungen für die neue Runde des Wettbewerbs können bis zum 30. Juni eingereicht werden unter www.lehrkraeftepreis.de .