Schon vor zwei Jahren hatte sich Skandinavien als gutes Pflaster für Tizian Lauria entpuppt. Damals schnappte sich der Kugelstoßer im finnischen Espoo den U23-Europameistertitel, den er nun im norwegischen Bergen verteidigen möchte. „Ich werde alles daransetzen, wieder mit Gold heimzufahren“, nickt der Leichtathlet vom VfL Sindelfingen und fügt hinzu: „Am liebsten mit Bestleistung.“
Um letzteres zu schaffen, müsste er sein Sportgerät weiter als die 20,09 Meter stoßen, die er Ende Mai bei den Halleschen Werfertagen erreicht hat. Eine Woche nach seinem ersten Platz bei der deutschen U23-Meisterschaft, den er mit seinem Versuch über 19,37 Meter eintütete, fuhr er zum Trainingslager ins Leistungszentrum in Kienbaum, um sich optimal vorzubereiten. „Jetzt will ich die beste Weite beim Saisonhöhepunkt erbringen“, nickt er.
Was ihm zusätzlich Selbstvertrauen gibt: „Ich hatte dieses Jahr keine längere Verletzungsunterbrechung und konnte fast durchtrainieren.“ Der Rhythmus ist nie gestört worden. „Jetzt hab ich richtig Bock auf die EM“, sagt Tizian Lauria, der bereits am Dienstag am Veranstaltungsort ankam und den Vorkampf am Samstag um 9.50 Uhr bestreitet. Schafft er es wie erwartet ins Finale, muss er abends um 19.50 Uhr gleich noch einmal ran, wenn es um die Medaillen geht.
Über die 800 Meter bestreitet Vereinskamerad Alexander Stepanov seinen Vorlauf am Freitag um 13.30 Uhr, der Endlauf, den er mit großer Sicherheit erreichen dürfte, ist auf Sonntag um 17 Uhr terminiert. Der Mittelstreckler befindet sich aktuell in Topform, hat immer wieder seinen persönliche Rekord geknackt und liegt mit 1:44,17 Minute auf Rang eins der kontinentalen U23-Bestenliste. Allerdings hat er die 1:45er-Marke erst dieses eine Mal unterboten, wohingegen das manchem Konkurrenten mehrfach gelungen ist. Ein Platz auf dem EM-Treppchen ist dennoch das realistische Ziel für ihn.
Dritter im Bunde vom VfL Sindelfingen ist Kurt Lauer, der sich über die 3000 Meter Hindernis für die Europameisterschaft dieser Altersklasse qualifiziert hat. Sein Vorlauf steigt am Samstag um 12.50 Uhr. Falls er es in den Endlauf schafft, darf er diesen am Sonntag um 13.05 Uhr bestreiten.