Leinfelden-Echterdingen Mit Axt und Messer? Unbekannte zerstören wiederholt Kita-Waldplatz
Unbekannte zerstören in Leinfelden-Echterdingen ein zur Kita Wunderwelt gehörendes Waldstück. Die Verantwortlichen der Kita hoffen nun auf Hinweise.
Unbekannte zerstören in Leinfelden-Echterdingen ein zur Kita Wunderwelt gehörendes Waldstück. Die Verantwortlichen der Kita hoffen nun auf Hinweise.
Eigentlich sollte am Montag vor einer Woche wieder eine Gruppe der Stettener Kita „Wunderwelt“ den Wald erkunden dürfen. Daraus wurde allerdings nichts. Denn das kleine Areal hinter der Stettener Spielwiese und dem dazugehörigen Grillplatz wurde vermutlich am Wochenende des 9. und 10. Mai von Unbekannten verwüstet.
Die Zerstörungswut war unübersehbar: Das Tarp, unter dem die Kinder regengeschützt sitzen können, lag stark verschmutzt am Boden. Die Seile wurden durchgeschnitten und die Karabinerhaken entwendet. Darüber hinaus ließen die unbekannten Täter ihre Wut an den Holzrugel aus. Die kleinen Baumstämme, die als Sitzgelegenheiten für die Kinder dienen, wurden teilweise gespalten. Aufgrund des Schadensbildes geht die Kita von einem axtähnlichen Werkzeug aus. Ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen wurde die Waldtoilette: Diese wurde aufgebrochen und ihr Inhalt auf dem Areal verteilt.
Der Vater eines Kitakindes, der sich um das pädagogisch genutzte Waldstück kümmert und montags, 11. Mai, auf die Zerstörung aufmerksam geworden ist, erinnert sich: „Leider war ich darüber wenig verwundert, da schon am Osterwochenende Material vom Tarp gestohlen wurde und die Waldtoilette aufgebrochen wurde. Auch danach wurde das Tarp benutzt und von auf dem Gelände Unbefugten verändert zurückgelassen.“
Die neuerliche Verwüstung sei eine neue Qualität: „Dass Schnüre zerschnitten waren, ein Block gespalten war und der Inhalt der Waldtoilette verstreut herumlag, ist nichts als sinnlose Zerstörungswut“, betont der Kitavater.
Immerhin: Das Waldstück kann weiterhin genutzt werden. Der Wiederaufbau des Stücks nahm aber Zeit in Anspruch. Die Zerstörungen stimmen den Leiter der Kita Wunderwelt, Alexander Schildmann, traurig: „Der Sachschaden ist zwar überschaubar, jedoch wiegt der emotionale Schaden deutlich schwerer.“
Weil die Spuren von den Engagierten rasch beseitigt werden konnten, hätten die Kinder vom Vandalismus zunächst nichts mitbekommen. Das habe sich mit einem erneuten Vorfall am Wochenende um den 17. Mai aber geändert: „Leider kam es am vergangenen Wochenende erneut zu Beschädigungen. Dieses Mal waren die Veränderungen für die Kinder sichtbar, was bei ihnen großes Entsetzen ausgelöst hat“, erzählt Schildmann.
Den Fall von Vandalismus hat die Kita gegenüber der Polizei angezeigt. Wer zu dem Fall Hinweise geben kann, kann sich an die Kita oder die Polizei wenden.
Angesichts der anhaltenden Fälle von Vandalismus, appelliert der Einrichtungsleiter: „Wir bedauern sehr, dass unser Waldstück wiederholt Ziel solcher Vorfälle wird, und hoffen auf ein stärkeres Bewusstsein für den respektvollen Umgang mit diesem besonderen Ort.“
Eine Möglichkeit, die Wahrscheinlichkeit von Übergriffen zu verhindern, wäre ein waches Auge von Anwohnern, Spaziergängern, Radfahrenden und Hundebesitzern. Sie alle passieren regelmäßig das gekennzeichnete Stück. Alexander Schildmann sagt daher: „Wer Auffälliges bemerkt, kann dies unserer Kita melden. Auf dem Gelände angetroffene Personen könnten freundlich auf die am Eingang des Waldstücks angebrachten Schilder hingewiesen werden.“
Die 2024 gegründete Kita an der Jahnstraße verfolgt ein dreigliedriges Konzept aus Naturnähe, Tierverbundenheit und christlicher Verankerung. Drei Gruppen aus zwei- bis sechsjährigen Kindern erkunden und erleben pädagogisch aufbereitet abwechselnd die Lernorte Haus und Garten, Wald und Acker.