Bei einer Liegenddemo am 12. Mai wollen Betroffene in Böblingen auf die Krankheit ME/CFS, der schwersten Form von Long Covid, aufmerksam machen. Erkrankte leiden meist im Verborgenen.
Der weltweite ME/CFS Awareness Day findet am 12. Mai statt – ein Tag, der auf die schwere und bisher kaum erforschte Erkrankung Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom aufmerksam macht. Trotz der hohen Anzahl Betroffener und der Schwere der Erkrankung ist ME/CFS der Öffentlichkeit und vielen Ärzten nahezu unbekannt. Seit der Coronapandemie erhält die Krankheit durch Long Covid zwar vermehrte Aufmerksamkeit, denn Forscher vermuten eine enge Verbindung beider Krankheiten. Dennoch verläuft die Forschung aufgrund mangelnder Gelder und fehlenden Interesses nur schleppend.
Auch in Böblingen gibt es einige Betroffene. Für sie und andere Erkrankte will die ME/CFS Selbsthilfegruppe des Vereins Fatigatio an diesem Tag ein starkes Zeichen der Solidarität setzen: mit einer Liegenddemonstration auf dem Elbenplatz und einer Lichtaktion, bei der die Bahnhofstraße in blauem Licht erstrahlen soll.
Jeder ist willkommen – Plakate sind erwünscht
Ab 15.30 Uhr versammeln sich die Teilnehmenden in der Bahnhofstraße vor dem Mercaden und ziehen dann gemeinsam zum Elbenplatz, wo im Rahmen der Liegenddemo um 16 Uhr eine Kundgebung stattfindet.
Alle Interessierten, Betroffenen, Angehörigen und Unterstützer sind eingeladen, teilzunehmen und mit blauer Kleidung ein Zeichen der Solidarität zu setzen. Die Liegenddemo soll sichtbar machen, wie immobilisierend ME/CFS ist – viele Teilnehmerinnen liegen auf Isomatten oder in Liegestühlen, um die Situation der Erkrankten darzustellen, die nicht selbst für ihre Anliegen demonstrieren können.
ME/CFS ist eine neuroimmunologische Erkrankung, die oft nach einer Virusinfektion auftritt – auch nach COVID-19 – und das Leben der Betroffenen oft radikal verändert. Viele Betroffene sind dauerhaft bettlägerig, können kaum sprechen oder das Haus verlassen. Allein in Deutschland sind nach Schätzungen mindestens 500 000 Menschen betroffen, darunter auch viele Kinder und Jugendliche. Trotz der hohen Zahl an Erkrankten gibt es bislang allerdings keine Heilung, kaum Forschung und wenig öffentliche Aufmerksamkeit.