Eine Visualisierung des geplanten Neubaus mit Verwaltungsgebäude (links, an der Pragstraße), Atrium und Laborgebäude (rechts). Foto: @ HENN
Das Land plant für 260 Millionen Euro einen Neubau für Teile des Landeskriminalamts. An der Stuttgarter Pragstraße soll ein möglichst nachhaltiger Komplex entstehen.
Der Komplex des LKA ist marode, fällt immer wieder durch Stromausfälle, Wasserschäden oder zuletzt ein Problem an einer Gasleitung auf, infolgedessen die Heizung abgestellt werden musste. Schon seit Jahren wird deshalb über eine Verlagerung an die Pragstraße nachgedacht. Der Neubau für das KTI soll 260 Millionen Euro kosten und nur der erste Schritt sein. Los geht es, wenn der Abriss beendet ist. Das ist wahrscheinlich im Herbst der Fall.
Das Abbruchgelände ist riesig. Foto: Fotoagentur Stuttgart/Andreas Rosar
„Das LKA soll künftig auf dem landeseigenen Grundstück in der Pragstraße 136 neu untergebracht werden. Das ist in zwei Schritten vorgesehen“, sagt Carsten Dehner, Sprecher des Innenministeriums. In einem ersten Schritt solle das Kriminaltechnische Institut neu errichtet werden. „In einem möglichen zweiten Schritt ist dann die Verlagerung der im Taubenheimareal nach Auszug des KTI verbliebenen Teile des LKA auf das Grundstück Pragstraße 136 in Abhängigkeit zu den finanziellen Möglichkeiten künftiger Haushalte vorgesehen.“ Der konkrete Zeitplan lasse sich noch nicht nennen, er sei auch abhängig vom Fortschritt des Bauvorhabens.
Von der Fläche und dem Volumen von 260 Millionen Euro her ist der Neubau des KTI eine der größten Baustellen in Stuttgart in den nächsten Jahren. „Er ist derzeit mit das wichtigste Bauprojekt für die Polizei Baden-Württemberg“, sagt Dehner. Die Kriminaltechnik und damit insbesondere das KTI seien in der modernen Verbrechensbekämpfung nicht mehr wegzudenken. „Der Neubau mit seinen hochmodernen Laborräumlichkeiten wird für die nächsten Jahrzehnte Garant sein, um schwerste Kriminalität weiterhin erfolgreich aufzuklären.“
„Kriminaltechnisches Herz des Landes“
Objektive Tatortspuren wie DNA, Haar- und Faserspuren, betont man im Innenministerium, seien bei der Aufklärung von Straftaten nicht mehr wegzudenken. „Das KTI sucht, sichert, bewertet und beurteilt Spuren für alle Dienststellen im Land. Das KTI ist sozusagen das kriminaltechnische Herz des Landes. Dazu gehört ein neues, hochmodernes Laborgebäude für die Polizei und auch der Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Automation zur Unterstützung immer komplexer werdender Ermittlungsarbeit“, sagt Dehner.
Das neue KTI wird aus zwei Gebäudeteilen bestehen. Zur Pragstraße hin wird das Verwaltungsgebäude errichtet. Daran anschließen wird ein Atrium, das die Verwaltung mit dem dahinter liegenden Laborgebäude verbindet. Das Verwaltungs- und das Laborgebäude bestehen jeweils aus zwei Untergeschossen und vier Obergeschossen. Als Entwurfsarchitekten werden Henn Architekten aus München genannt.
„Bei dem Neubau wird großer Wert auf Nachhaltigkeit gelegt“, sagt Michaela Hornung vom für den Bau zuständigen Finanzministerium. Es handele sich künftig um einen Plusenergiestandard. Das Verwaltungsgebäude soll in Holzhybridbauweise, das Laborgebäude in Stahlbeton errichtet werden. Auf die Dächer und an die Fassaden kommen Photovoltaik-Anlagen. Damit nicht nur die Kriminaltechniker, sondern auch ihre Arbeitsplätze auf Höhe der Zeit sind.