Lost Place in Ditzingen Darum bleibt die Minigolfanlage in der Glemsaue verwaist
Regelmäßig kommt die Frage: Was ist bloß mit der Minigolfanlage in Ditzingen los? Die Stadt, der das Gelände in der Glemsaue gehört, hat keine guten Nachrichten.
Regelmäßig kommt die Frage: Was ist bloß mit der Minigolfanlage in Ditzingen los? Die Stadt, der das Gelände in der Glemsaue gehört, hat keine guten Nachrichten.
In der Glemsaue in Ditzingen ist besonders bei schönem Wetter viel los. Spaziergänger sind unterwegs, mit und ohne Hund, manche entspannen auf den Sitzbänken. Jogger und Radfahrer nutzen die Wege ebenfalls. Kinder spielen Fußball, Tischtennis, Fangen oder klettern, andere Leute bringen ihre Körper an der Calisthenics-Anlage in Schuss, dem Fitnessstudio unter freiem Himmel. Inmitten des Trubels gibt es allerdings ein Gelände, dessen belebte Zeiten der Vergangenheit angehören.
Die Minigolfanlage in der Gröninger Straße, wo auch die Schulen sind, gegenüber der Schulsportanlage, ist ein Lost Place. Seit Jahren rollt dort kein Ball mehr über die verwitterten Bahnen, zwischen denen das Gras hochwächst. Auch aus den Löchern lugen Grashalme hervor. Keine Spur mehr vom „turniergerechten Zustand“ der Anlage, wie auf der Internetseite der Stadt zu lesen ist – die außerdem damit wirbt, dass die Anlage „viel Abwechslung für Groß und Klein“ biete.
Ob sie das bald wieder tut? Bessere Zeiten sind für den Minigolfplatz nicht in Sicht. Die Stadt, die Eigentümerin des Geländes, hat gerade andere Sorgen, als sich darum zu kümmern. Sie spart an allen Ecken und Enden. Vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage sei eine umfassende Sanierung aus eigenen Mitteln derzeit nicht darstellbar, teilt der Rathaussprecher Michael Geyer mit. Angesichts der „begrenzten finanziellen Spielräume“ liege der Fokus der Stadt auf den Pflichtaufgaben. „Eine Wiederinbetriebnahme würde eine grundlegende Erneuerung der gesamten Anlage erfordern, für die erheblicher finanzieller Aufwand notwendig würde“, erläutert Michael Geyer. Nähere Angaben zur Höhe dieser Kosten macht der Rathaussprecher nicht.
Der Betrieb der Minigolfanlage erfolgte laut dem Rathaussprecher über Jahrzehnte im Rahmen eines Pachtmodells durch externe Betreiber. Seit gut drei Jahren ist das Gelände nun verwaist. Der letzte Pachtvertrag wurde im April 2023 seitens der Stadt gekündigt, berichtet Michael Geyer. „Seither ist die Anlage außer Betrieb und wurde nicht erneut verpachtet.“
Die Bahnen samt der Technik der Minigolfanlage hätten sich bereits zum Zeitpunkt der Kündigung in einem stark sanierungsbedürftigen Zustand befunden, sagt Michael Geyer. „Bei einer erneuten Inbetriebnahme müssten unter anderem die Spielflächen und Einfassungen erneuert sowie die Bahnhindernisse instandgesetzt oder ausgetauscht werden.“ Ebenso müssten die Kassen- und Aufenthaltsbereiche modernisiert und auch die Wege und Zugänge auf Vordermann gebracht werden. Daneben müssten die Beleuchtung und sicherheitsrelevanten Einrichtungen ertüchtigt werden.
Die Stadt hatte im Jahr 1980 den Minigolfplatz als „Freizeitangebot für Familien und Erholungssuchende im Grünen“ eröffnet. Eine größere Modernisierung gab es zehn Jahre später – die Anlage wurde mit 18 neuen Bahnen ausgestattet. In den 1990er Jahren wurden dann einzelne bauliche Anpassungen und Arbeiten an den Bahnen vorgenommen.
Wie viele Menschen hier Minigolf spielten, weiß die Stadt nicht. Die Pächter hätten genaue Zahlen nicht dokumentiert. Die Verwaltung gehe aber davon aus, dass die meisten Gäste aus Ditzingen waren. „Es muss zudem davon ausgegangen werden, dass eine derartige Anlage nicht über das wirtschaftliche Potenzial verfügt, um die bauliche und technische Unterhaltung nachhaltig zu erwirtschaften.“
Vielleicht entsteht auf dem Gelände eines Tages auch etwas anderes als Minigolf. Die Stadt überlege auch andere Sport- und Freizeitnutzungen der Fläche, so Geyer. So oder so: „Eine Neugestaltung wird erst mittel- bis langfristig möglich sein“, meint der Rathaussprecher. Das Gelände zu verkaufen, komme aufgrund der Lage mitten in der Glemsaue indes nicht in Betracht.
Wer Lust auf Minigolf hat, findet rund um Ditzingen zahlreiche Gelegenheiten, Bälle zu schlagen. Im Nachbarort Münchingen betreibt die Familie Paglia seit 30 Jahren das Ausflugsziel mit Biergarten und 300 Plätzen. Bei der Kraxlalm in Rutesheim, unweit der A 8, erwartet die Gäste darüber hinaus ein Klettergarten.