Beim Börsengang präsentiert Porsche-Chef Oliver Blume stolz den Taycan. Foto: dpa/Arne Dedert
Bereits im Herbst strich der Stuttgarter Autohersteller Porsche in der Taycan-Fabrik in Zuffenhausen eine von zwei Schichten. Nun kürzt das Unternehmen die Produktion noch weiter.
Der Stuttgarter Autohersteller Porsche zieht weitere Konsequenzen aus den stark sinkenden Verkaufszahlen des Elektrosportwagens Taycan und kürzt die Produktion noch weiter. Die zunächst bis zum Jahresende vorgesehene Streichung einer Schicht wird nach Informationen unserer Zeitung im kommenden Jahr fortgesetzt. Weil selbst diese Halbierung der Schichten nicht ausreicht, um die notwendige Senkung der Stückzahlen zu erreichen, wird nun auch innerhalb der einzigen Schicht des Tages die Fertigung verringert. Die Dauer hängt von der Marktentwicklung ab.
Der Taycan ist ein luxuriöses Hochleistungs-E-Auto. Nach Jahren des Erfolgs wird es nun von der E- Krise getroffen. Foto: www.imago-images.de/Pontus Lundahl/TT via www.imago-images.de
Das Unternehmen nahm zu den Informationen im Einzelnen nicht Stellung und erklärte, es erfolge eine „temporäre Anpassung der Produktionsfahrweise in der Taycan-Produktion“. Die Automobilindustrie befinde sich in der größten Transformation ihrer Geschichte, und der Hochlauf der E-Mobilität verlaufe in den einzelnen Weltregionen sehr unterschiedlich.
Der Absatz des Elektrosportwagens, der seit seinem Start vor fünf Jahren ein Erfolgsmodell war, brach in diesem Jahr ein; in den ersten drei Quartalen sank er um fast 50 Prozent. Die Verkaufszahlen leiden unter der allgemeinen Schwäche der E-Mobilität ebenso wie darunter, dass im besonders wichtigen chinesischen Markt elektrische Luxusmodelle bisher kaum gefragt sind. Diese Entwicklung trifft auch Hersteller wie Mercedes und BMW massiv.
Positiv wirkt sich aus, dass die Entwicklung bei anderen Modellen deutlich besser aussieht. So steuert der Porsche 911, der ebenfalls in Stuttgart gebaut wird, auf einen neuen Absatzrekord zu. In den ersten drei Quartalen wurden von dem Modell fast 40.000 Fahrzeuge verkauft. Dadurch können Produktionsmitarbeiter innerhalb des Stammwerks Zuffenhausen zwischen den Modellen wechseln.
Verbrenner bleiben länger am Markt
Wegen des schwachen Markts für E-Autos hat Porsche-Vizechef Lutz Meschke vor einigen Wochen angekündigt, länger als bisher auf den Verbrenner zu setzen und sämtliche Fahrzeugprojekte nochmals zu überprüfen. Modelle, die ursprünglich nur noch als reine E-Autos auf den Markt hätten kommen sollen, würden nun auch als Plug-In-Hybride angeboten.
Zudem wolle man Verbrennerfahrzeuge deutlich länger verkaufen. Das Unternehmen hatte sich bisher zum Ziel gesetzt, bis 2030 80 Prozent der Flotte vollelektrisch zu verkaufen. Inzwischen betont man, dass dies von der Nachfrage am Markt abhänge.