Marktplatz Stuttgart Haus des Tourismus – Eröffnung verzögert sich weiter

Die Bausubstanz des ehemaligen Breitling-Gebäudes ist anscheinend schlechter als gedacht. Das verzögert den Baufortschritt. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Die Baustelle am Marktplatz stellt Stuttgart Marketing weiterhin vor große Herausforderungen. Die Einweihung des Haus des Tourismus verschiebt sich um weitere Monate.

Ende Oktober sollte das Haus des Tourismus am Stuttgarter Marktplatz eröffnet werden. „Das ist ambitioniert, aber machbar“, sagte Armin Dellnitz beim Richtfest im März dieses Jahres. Doch der Geschäftsführer der Stuttgart-Marketing GmbH und Regio Stuttgart Marketing- und Tourismus GmbH musste mittlerweile einen neuen Eröffnungstermin anvisieren: Es wird voraussichtlich März oder April 2025, ehe die Eröffnung gefeiert werden kann.

 

„Die Baustelle hat einige größere Herausforderungen und mir schon viel Kopfzerbrechen und schlaflose Nächte bereitet“, gibt Dellnitz zu. Das Gebäude komplett abzureißen und ein neues zu bauen, wäre möglicherweise schneller gegangen und auch nicht deutlich teurer geworden. Doch auch wenn die Bausubstanz des ehemaligen Breitling-Gebäudes sich im Laufe der Sanierung als immer schlechter herausgestellt hat, habe doch immer der Anspruch auf nachhaltiges Bauen im Vordergrund gestanden. „Schon jetzt können wir sicher sagen, dass dieses Gebäude bezogen auf Nachhaltigkeit sehr hohe Maßstäbe setzt“, betont Dellnitz. Durch den Erhalt der Bestandsstruktur könne die sogenannte graue Energie minimiert werden. Wo immer es möglich sei, arbeite man mit Holz und Recyclingbeton. Durch viel Begrünung, Fotovoltaik und zahlreiche energiesparende Maßnahmen in Verbindung mit dem Einsatz von Fernwärme könne das Gebäude künftig sehr energieeffizient betrieben werden.

Budgetrahmen von 20,4 Millionen Euro ist ausgereizt

„Das Bauprojekt ist sehr komplex“, betont Dellnitz. Die Lage direkt am Marktplatz spiele da auch eine Rolle. Teilweise würden besondere Arbeitsgeräte verwendet, um die Lärmbelästigung für die Anrainer in Grenzen zu halten. Auch die Möglichkeit Baumaterial anzuliefern, sei eingeschränkt – insbesondere, wenn Veranstaltungen auf dem Marktplatz stattfänden. Dann sei es auch schon mehrfach vorgekommen, dass die Baustelleneinrichtung für einige Zeit zurückgebaut werden musste. Alles nicht förderlich, um zügig fertig zu werden.

Und wie sieht es mit dem finanziellen Rahmen aus? Aktuell stehen 20,4 Millionen Euro zur Verfügung. Ob das Budget ausreiche, könne er zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, erklärt Dellnitz. „Es wird auf jeden Fall sehr eng. Die Einsparmöglichkeiten sind inzwischen nahezu ausgeschöpft, die Bauzeitverlängerung schlägt sich leider mit jeder Woche auf die Kosten nieder.“

Die Dachterrasse soll das Highlight werden

Unabhängig von den großen Herausforderungen, ist sich Dellnitz bei einer Sache, schon heute sehr sicher: Das Gebäude mit seinen unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten werde eine Bereicherung für den Marktplatz und die Stuttgarter Innenstadt sein. Allein schon das Gastro-Konzept ist vielversprechend. Maximilian und Ferdinand Trautwein werden im Haus des Tourismus das „Knitz“ eröffnen – mit rund 150 Sitzplätzen, die außen, innen und auf dem Dach zu finden sein werden. „Unser Wunsch wäre es, dass Frühstück, Mittag- und Abendessen abgedeckt werden“, sagt Dellnitz. Auch die Dachterrasse sei theoretisch ganzjährig bespielbar. Dort sei eine Bar geplant, an der es unter anderem Kuchen, Kaffee, kleinere Gerichte und Getränke geben soll. Zudem soll eine üppige Dach- und Fassadenbepflanzung für Wohlfühlatmosphäre sorgen. „Das öffentlich zugängliche Dach wird unser Highlight“, sagt Dellnitz.

Wohlfühlen soll man sich auch in den anderen Etagen. Im ersten Obergeschoss sind Tagungsräume vorgesehen, die auch angemietet werden können. Im zweiten Stockwerk wird die Tourismus-Marketing Baden-Württemberg GmbH eine neue Heimat finden, und eine Etage darüber wird Stuttgart Marketing seine Zelte aufschlagen. Die gut 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ziehen an den Marktplatz. Der i-Punkt an der Königstraße 1 wird im Erdgeschoss des Hauses des Tourismus also eine neue Heimat finden.

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