Oberbürgermeister Frank Nopper (rechts) lässt sich von Abteilungskommandant Torsten Brandt die Baustellen der Feuerwehr Botnang zeigen, unter anderem: zu wenig Umkleiden, nicht genügend Stellplätze für alle Fahrzeuge und unbenutzbare Duschen. Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt
Kaputtes Dach, eklige Dusche, keine Frauenumkleide – beim Sommerbesuch in Botnang stellt der Oberbürgermeister Hilfe fürs Feuerwehrmagazin in Aussicht. Aber: „Unter Haushaltsvorbehalt.“
Vielleicht sind es die schimmligen Duschen, vielleicht ist es das rumpelkammergleiche Kellerbüro des Kommandanten, die asbestverkleidete Rückwand oder die Einliegerwohnung im Feuerwehrmagazin, die wegen eines Dachschadens unbenutzbar ist. Vielleicht alles zusammen. Jedenfalls sagt Oberbürgermeister Frank Nopper irgendwann „Das ist ganz klar, da müssen wir was machen!“
2,56 Millionen soll die Sanierung nach Schätzungen kosten. Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt
Das Stadtoberhaupt wollte denn auch gleich wissen, was eine Sanierung und Erweiterung um einen weiteren Fahrzeugstellplatz – momentan gibt es nur vier Boxen für fünf Einsatzwagen – kosten soll. „Die Schätzungen gehen von 2,56 Millionen Euro aus“, sagte Stuttgarts Feuerwehrchef Georg Belge, der ebenfalls vor Ort war. Und machte gleich klar: Genaues könne man erst sagen, wenn man in die Ausschreibungen ginge. Außerdem warb er dafür, auch die Magazine in Büsnau und Birkach in Angriff zu nehmen, die in einem ähnlich schlechten Zustand seien, und ebenfalls geschätzt jeweils 2,5 bis drei Millionen Euro kosten würden. Ohnehin müssten alle 23 Standorte Freiwilliger Feuerwehren in der Stadt einmal durchsaniert werden, sagte Belge.
Warum eine Sanierung aus ihrer Sicht dringend notwendig ist, machten Brandt und Belge am Beispiel Botnangs deutlich, dessen Wehr 70 Aktive sowie 40 Kinder und Jugendliche umfasst: Derzeit gebe es unter anderem keine getrennten Umkleiden für Männer und Frauen, nach dem Einsatz müssten die Feuerwehrleute daheim duschen und brächten so Schadstoffe mit nach Hause, die Kinder- und Jugendfeuerwehr habe keine adäquaten Räume. Außerdem sei die zweite Wohnung im Gebäude, in der der Ehrenkommandant lebt, in jammervollem Zustand, unter anderem dringe Wasser durchs Dach ein. „Wenn wir weiterhin für die Menschen, vor allem auch für Frauen und den Nachwuchs attraktiv bleiben wollen, muss dringend etwas passieren“, sagte Brand. Das Gebäude stamme aus einer Zeit, in der die Freiwillige Feuerwehr Botnang weitaus weniger Ehrenamtliche umfasste.
Für die Wohnung versprach Nopper direkte Hilfe abseits des Haushaltsgeschehens aus den Mitteln des Liegenschaftsamtes. Und weiter sagte er: „Wir werden die 2,56 Millionen, wenn es irgendwie möglich ist, in den Haushalt aufnehmen.“ Versprechen könne er das aber nicht.
Bei seinem Rundgang durch den Bezirk mit Bezirksvorsteherin Mina Smakaj, Bezirksbeiräten, Gemeinderäten und interessierten Bürgerinnen und Bürgern hatte sich Nopper zuvor unter anderem über das geplante Haus der Jugend, die Sanierung der Schule sowie Planungen für Radwege informiert.