McDonald’s im Ludwigsburger Schlosshof Was ist im Big-Rösti-Schneeball zu sehen?

Mitten im Winterwunderland steht – wie soll es anders sein – ein kleiner Imbiss zum Goldenen M. Foto: Werner Kuhnle

McDonald’s hat einen riesigen Schneeball im Hof des Residenzschlosses Ludwigsburg aufgebaut. Ein Besuch in der 360-Grad-Winterlandschaft mit Kunstschneekanone.

Ludwigsburg: Sandra Lesacher (sl)

Pflupp. Als hätte jemand dieses riesige weiße Dings von oben mitten in den Schlosshof plumpsen lassen. Da liegt er nun, der überdimensionale Schneeball, umgeben von dem barocken Bau, und taut auch bei Plusgraden nicht weg. Das unverwechselbare goldene M steht seitlich der Kugel, auf der anderen Seite bildet sich eine Menschenschlange.

 

McDonald’s hat vorübergehend seine Zelte im Hof des Residenzschlosses aufgeschlagen. Oder besser gesagt: Seinen Schneeball dorthin geworfen. Das zwölf Meter hohe und breite Werberequisit ist begehbar und dient zwei Tage lang als Kulisse für einen TV-Spot. Seit Donnerstag und noch bis Sonntag ist es für die Öffentlichkeit als „Winterspektakel“, wie es seitens McDonald’s heißt, zugänglich.

Die Schneekanone hat Ladehemmung

Um in das Winterwunderland drinnen zu gelangen, muss man aber erst einmal im realen Winter draußen anstehen. Denn immer nur 15 Personen können gleichzeitig rein. Wer an der Reihe ist, wird über eine kleine Schleuse von einer Dame in einer winterlich weiß-wattierten Jacke hereingebeten. Weiße Schneehügel ringsum an den Wänden, Kunstschneekügelchen am Boden, leise Musik düdelt – die Besucher blicken gespannt um sich und vor allem nach oben in die hohe Kuppel.

Nett hier. Man befühlt neugierig die Beschaffenheit des Kunstschnees, testet die Plastikflocken auf dem Boden auf Rutschfreudigkeit und drückt vorsichtig auf die Touchpads, die auffordern: „Berühre den Bildschirm und lade die Schneekanone auf.“ Erst einmal passiert nix. Die Schneekanone hat wohl Ladehemmung.

Dann aber geht’s doch los. Das Düdeldü wird lauter und aus der Schneekanone kommen ein paar Flocken. In der Kuppel wird eine Berglandschaft sichtbar. Das ist richtig hübsch. Es scheint frühmorgens in einem Skigebiet zu sein. Die Lifte stehen noch still, die ersten Sonnenstrahlen färben die verschneiten Berge ganz zauberhaft ein, Fuchs und Hase sagen sich Guten Morgen. Zwei Schneemänner liefern sich eine Schneeballschlacht mit Unbekannt. Ein McDonald’s-Heißluftballon schwebt durchs Bild.

Szenenwechsel im Schneeball. Der Skitag ist in vollem Gange. Die Schneemänner tun so, als ob nichts gewesen wäre. Das schneevergnügte Volk drängt sich in den Liften und auf der Piste. Hoch über den Köpfen springen Snowboarder durch die Landschaft. Paraglider fliegen hinterher. Könnte sein, dass sie ein gelbes M auf den Flügeln haben.

Dann fällt Schatten übers Tal, die Skifahrer und die Sonne verschwinden langsam. Der Hase hoppelt wieder durchs Bild. Es klopft. Alle Köpfe drehen sich. Und ja, ein Türchen geht auf. Das einer kleinen Imbissbude, die praktischerweise mitten in den Bergen beziehungsweise real mitten in der Kugel im Schlosshof steht. Es gibt Mc Rösti und Pommes gratis. Der Mond geht auf. Sternschnuppen fallen vom Schneeball-Himmel. Ende.

Wieder draußen, unterhält man sich, burgerkauend. Hilde und Dietmar Munz aus Ludwigsburg sind mit Bekannten hergekommen, mit denen sie sich auf dem Weihnachtsmarkt verabredet hatten. Das Winterwunderland fanden sie ganz hübsch. „Es ist ein bisschen wie im Planetarium“, sagt Hilde Munz. Und: Es ist der erste McDonald’s-Burger seit zehn Jahren, verrät ihr Mann lachend. „Schmeckt aber noch genauso.“

„Es ist ein bisschen wie im Planetarium“

Das Burgerbrötchen mit Kartoffelpuffer gibt es nur im Winter. Für den Fernsehspot, der von Januar an zu sehen sein soll, waren seine Macher auf der Suche nach einer passenden historischen Kulisse. „ Dafür bot sich das Residenzschloss in Ludwigsburg natürlich an“, sagt ein Sprecher von McDonald’s. Die Stadt sollte nicht zu klein und nicht zu groß sein, die Verfügbarkeit gegeben. „Die Leute können hierher kommen und anschließend auf den Weihnachtsmarkt.“

Die Konstruktion des Schneeballs folgt dem Prinzip einer Traglufthalle. Die Grundfunktionsweise basiert auf einer speziellen Hülle, die durch Überdruck stabilisiert wird. So entsteht ein neun Meter hoher Kugelbau mit einem Durchmesser von zwölf Metern. Das Drumherum – Holzbänke und Co. – wird am Ende der Aktion an karitative Einrichtungen gespendet.

Die Schlossverwaltung generiert durch die Vermietung Einnahmen und sieht „die Chance, ein publikumswirksames Event in der Winterzeit zu generieren“, sagt Vanessa Neu, die stellvertretende Leiterin der Schlossverwaltung. Zudem erhoffe man sich durch die Werbekampagne, einen überregionalen Bekanntheitsgewinn für das Schloss.

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