Mehr Menschen aus der Ukraine Hohe Zuweisungen – Kornwestheim plant weitere Unterkunft für Flüchtlinge

In der Bolzstraße 25 in Kornwestheim könnte eine weitere Unterkunft eingerichtet werden. Foto: Simon Granville

Weil die Stadt Kornwestheim mehr Geflüchtete aus der Ukraine unterbringen muss, steht nun ein weiteres Gebäude zur Debatte. Dazu ist eine Infoveranstaltung geplant.

Ludwigsburg: Anne Rheingans (afu)

Im Landkreis Ludwigsburg treffen derzeit wieder mehr Geflüchtete aus der Ukraine ein. Seit August steigt die Zahl der Neuankömmlinge. Das wirkt sich auch auf die Stadt Kornwestheim aus, die mit hohen Zuteilungen rechnen muss. Deshalb steht nun zur Debatte, ein weiteres Gebäude als Unterkunft zu nutzen.

 

Derzeit hat die Stadt 199 Geflüchtete aus der Ukraine untergebracht. Das sind 40 Personen mehr als im Mai 2024, heißt es seitens der Verwaltung. Für das aktuelle Quartal sind Kornwestheim weitere 49 Menschen zugewiesen worden. Weil die Stadt weiterhin hohe Zuteilungen erwarten muss, wurde im Rathaus ein Konzept ausgearbeitet. Es wurde jetzt im Verwaltungs- und Finanzausschuss vorgestellt.

Bis zu 100 zusätzliche Plätze

Die Idee sieht vor, die Immobilie in der Bolzstraße 25 künftig als zusätzliche Unterkunft zu belegen. Die Gluckerschule, die das Gebäude derzeit noch angemietet hat, benötigt nach April 2026 nicht mehr so viel Platz. Deshalb werden dort Räumlichkeiten frei.

Das Haus mit drei Etagen verfügt über 78 Einzel- und Doppelzimmer mit einem eigenen Waschbecken, Gemeinschaftsküchen und gemeinschaftlichen Sanitäranlagen. Im Untergeschoss stehen zusätzliche Räume zur Verfügung, die gemeinsam als Aufenthalts- und Spielbereiche genutzt werden könnten.

Laut dem Vorschlag der Verwaltung könnten im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss Flüchtlinge aus der Ukraine untergebracht werden. Auch für Obdachlose sollen nach dieser Idee Plätze in der Bolzstraße 25 bereitgestellt werden. Die Zahl der Menschen ohne feste Bleibe im Stadtgebiet ist seit Jahresbeginn angestiegen. Derzeit stellt die Stadt 78 Obdachlosen einen Platz zur Verfügung.

Die Rede ist davon, dass das Gebäude bis zu 100 Personen beherbergen kann. Größere Umbauarbeiten seien mit der neuen Nutzung nicht verbunden.

Auch Containeranlage steht auf dem Prüfstand

Zur Diskussion steht zudem, die Wohncontaineranlage für Geflüchtete in der Stuttgarter Straße 210 aufzulösen. Dort hat es zuletzt immer wieder viele Körperverletzungen, Sachbeschädigungen und andere gravierende Probleme gegeben. Die dortigen Bewohner könnten künftig in die Unterkünfte in der Heinkelstraße, der Maybachstraße und gegebenenfalls der Werner-Heisenberg-Straße umsiedeln.

Wie Oberbürgermeister Nico Lauxmann betont, will die Verwaltung bei der Flüchtlingsunterbringung mehr Transparenz schaffen. Bevor der Gemeinderat am 5. Februar Entscheidungen treffen soll, plant das Rathaus eine offene Bürgerinfoveranstaltung. Sie ist für Montag, 2. Februar, vorgesehen.

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