Millionenprojekt Im zweiten Anlauf – in Freiberg soll ein Sportpark entstehen
Der TuS Freiberg (Kreis Ludwigsburg) bekommt sein eigenes Sportzentrum. Das Millionenprojekt soll dem Verein neue Mitglieder bescheren. Auch die Stadt möchte profitieren.
Der TuS Freiberg (Kreis Ludwigsburg) bekommt sein eigenes Sportzentrum. Das Millionenprojekt soll dem Verein neue Mitglieder bescheren. Auch die Stadt möchte profitieren.
Zum Abschluss gab es eine Niederlage: Mit einem 1:2 gegen den SV Sandhausen hat sich der SGV Freiberg vor knapp zwei Wochen vom Wasenstadion verabschiedet – bekanntlich trägt der Fußball-Regionalligist seine Heimspiele in der kommenden Saison in Heilbronn aus. Auch ein paar Kilometer weiter westlich sind Anfang Mai die Weichen für die Zukunft gestellt worden. Der TuS Freiberg zieht aber nicht weg, sondern rüstet auf: Er darf endlich sein Sportvereinszentrum bauen.
Vor drei Jahren hatte der Freiberger Gemeinderat das Projekt noch abgelehnt. Dass es nun doch umgesetzt wird, liegt vor allem am neuen Standort: Der Sportpark soll nicht wie ursprünglich angedacht am Wasen entstehen, sondern im Stadtteil Geisingen, wo derzeit die kleine TuS-Gymnastikhalle steht. Geplant sind dann nicht nur zwei Räume für Sportkurse und eine große Fläche für Gerätetraining – integriert werden soll auch eine neue Lugaufhalle.
Die steht momentan noch auf der anderen Straßenseite und ist sanierungsbedürftig. „Da tropft das Wasser durchs Dach und die sanitären Anlagen sind veraltet. Die Halle müsste man in den nächsten ein, zwei Jahren generalsanieren“, sagt Freibergs Bürgermeister Jan Hambach. Die Kosten für eine Sanierung hat die Stadt auf vier Millionen Euro geschätzt. Der Plan ist nun aber ein anderer.
Die bisherige Lugaufhalle soll abgerissen und am Standort der Gymnastikhalle neu gebaut werden. Finanzieren will die Stadt das, in dem sie die Flurstücke verkauft, auf denen die Halle zurzeit steht. Dort sollen dann Wohnungen entstehen. „Eine Sanierung hätte unsere Finanzen massiv belastet, der Neubau wird über die Verkäufe für uns fast kostenneutral“, sagt Hambach.
Die Lugaufhalle mit Umkleiden und Geräteräumen soll im Erdgeschoss des neuen Sportvereinszentrums liegen. Vor der Halle sind der Bau eines Fußballkleinfelds, eines Basketballfelds und von Outdoor-Fitnessgeräten geplant. Im ersten und zweiten Stock wären dann die Räume des TuS. Knapp 2000 Quadratmeter Fläche hätte das neue Zentrum, das sind knapp 600 weniger als in der ursprünglichen Planung.
Der Verein muss deshalb auf einen dritten Kursraum und eine angeschlossene Physiotherapie verzichten – dafür soll das Projekt aber auch etwa 1,5 Millionen Euro weniger kosten. „Die Bevölkerung hätte vom ursprünglichen Konzept wahrscheinlich noch etwas mehr profitiert, aber wir können mit dem Kompromiss absolut leben“, sagt TuS-Geschäftsführer Thorben Kurz.
Der Verein hat mit dem neuen Sportzentrum vor allem ein Ziel: neue Mitglieder gewinnen. Vor allem in der Altersgruppe zwischen 40 Jahren und dem Seniorenalter. „In dem Alter suchen die Leute Alternativen zum Aktivensport“, sagt Kurz. „Viele gehen dann in kommerzielle Studios, weil sie unabhängig von festen Zeiten trainieren möchten.“
Im Sportpark soll es Gymnastikkurse, aber vor allem die Möglichkeit zum freien Gerätetraining geben. Nutzen können die neuen Räumlichkeiten alle Vereinsmitglieder, sie müssen aber einen Zusatzbeitrag zahlen, wenn sie im Zentrum trainieren wollen. Die regulären Mitgliedsbeiträge sollen sich nicht erhöhen. „Der Leichtathlet muss keinen höheren Beitrag zahlen, nur weil wir ein Sportvereinszentrum bauen“, versichert Thorben Kurz.
„Ich kenne keinen Sportverein, der seinen Bau bereut hat.“
Thorben Kurz, Geschäftsführer TuS Freiberg
Etwas mehr als acht Millionen Euro wird der Neubau den TuS nach aktuellem Stand kosten. Abgesehen von Grundstückserlösen und Zuschüssen muss der Verein wohl etwa 5,8 Millionen Euro aus Darlehen finanzieren. „Das ist natürlich eine Herausforderung, aber es gibt bei solchen Sportzentren sehr viele Erfolgsstorys“, sagt Kurz. Man habe sich mit einigen Vereinen im Kreis ausgetauscht, die selbst Sportvereinszentren eröffnet haben. „Ich kenne keinen Verein, der seinen Bau bereut hat“, sagt Kurz.
Bis in Freiberg gebaut wird, dauert es aber noch eine Weile. Zunächst möchte die Stadt ihre Flurstücke an Investoren verkaufen, im Juni soll der Gemeinderat dazu die Ausschreibungen beschließen. „Wir stehen voll hinter dem Projekt, weil die Bevölkerung unmittelbar davon profitiert, wenn die Vereine sich weiterentwickeln“, sagt Bürgermeister Jan Hambach. „Ich gehe davon aus, dass es Ende 2027 oder Anfang 2028 mit dem Bau losgeht.“