Musikschule Plochingen Der faszinierende Klang der Tuba
Mit neun Jahren hat Konstantin Klöck die Liebe zu den tiefen Tönen entdeckt. Heute nimmt er Unterricht an der Musikschule Plochingen und spielt in mehreren Ensembles.
Mit neun Jahren hat Konstantin Klöck die Liebe zu den tiefen Tönen entdeckt. Heute nimmt er Unterricht an der Musikschule Plochingen und spielt in mehreren Ensembles.
Wenn man Konstantin Klöck beim Tuba-Üben beobachtet, ist man zunächst erstaunt: Das voluminöse Instrument ist fast größer als der Spieler selbst. Um das Mundstück in der richtigen Position anblasen zu können, benötigt der Elfjährige noch ein dickes Styropor-Sitzkissen. Dabei hat er schon mit neun Jahren mit dem Tubaspielen angefangen. Freilich nicht mit dem großen Instrument, einer B-Tuba, die er kürzlich von seinem Vater erhielt, sondern zunächst mit der Kindertuba und dann mit einer Dreiviertel-Tuba. „Diese kleinen Instrumente sind für die Anfänger sehr praktisch, klingen aber nicht besonders gut“, sagt Slawa Chumachenka, der Konstantin Klöck die tiefen Töne beibringt. Der studierte Posaunist war an der Oper in der weißrussischen Hauptstadt Minsk engagiert, ehe er im Jahr 2000 für weitere Studien nach Deutschland wechselte.
An der Musikschule Plochingen unterrichtet der Musiklehrer und Dirigent zumeist Posaune. Da es jedoch sehr wenige Tubaschüler und deshalb kaum spezialisierte Tubalehrer gibt, kümmert sich der Posaunist auch um das tiefste Blechblasinstrument.
Mit Konstantin ist er sehr zufrieden: „Der Junge hat Talent für die Tuba und ist fleißig“, lobt der erfahrene Musiklehrer. Dabei ist es keineswegs selbstverständlich, dass Tubisten gleich auf dem tiefsten aller Blechblasinstrumente anfangen. Normalerweise beginnt man auf der Trompete oder dem Tenorhorn, und erst später wird in die Basslage gewechselt. So gesehen ist Konstantin Klöck eine Ausnahme. Als es um die Wahl eines Instrumentes ging, war er zwar zunächst unentschlossen, doch dann stand für ihn fest: Ich werde Tubist. „Er hat schon als kleines Kind versucht, dem Mundstück meines Tenorhorns Töne zu entlocken“, erinnert sich seine Mutter Claudia Klöck. Der Weg zum Musiker war also vorgezeichnet.
Im Musikverein Baltmannsweiler hat sich die Familie Klöck der tiefen Lage verschrieben: Der Vater sorgt für die Basstöne, und sowohl die Mutter als auch die Schwester spielen das Tenorhorn. Somit kam Konstantin von Kindesbeinen an mit Blechbläserklängen in Berührung. Dies hat den jungen Mann musikalisch sicherlich geprägt.
„Zur Tonerzeugung auf der Tuba benötigt man nicht viel Luft: Die Töne sprechen recht leicht an. Wie bei allen Blasinstrumenten ist die Atemstütze wichtig, doch ansatzmäßig kann man mit wenig Druck spielen. Problematisch ist eher das erhebliche Gewicht des großen Instruments“, weiß Slawa Chumachenka. Auch Konstantin Klöck benötigt derzeit noch Hilfe, wenn es um den Transport des Instruments geht. Deshalb ist er sehr dankbar, dass ihn seine Mutter zum Unterricht und zu den Proben fährt.
Schon heute ist er im Ensemblebereich sehr aktiv: Seit einiger Zeit spielt er in der Jugendkapelle des Musikvereins Baltmannsweiler mit. „Ich blase dort gerne die Tuba. Aber auch das Musizieren im Schulorchester des Esslinger Theodor-Heuss-Gymnasiums macht mir großen Spaß“, erzählt Konstantin, der bald in die sechste Klasse wechselt.
Slawa Chumachenka plant, in Plochingen demnächst ein Blechbläserensemble zu gründen. „Für diese Besetzung gibt es viel Literatur. Überdies ist das Zusammenspiel verschiedener Blechblasinstrumente klanglich äußerst reizvoll“, weiß der erfahrene Musikpädagoge. Der Anfang wurde kürzlich bei einem Schülervorspiel an der Musikschule Plochingen gemacht: Konstantin Klöck spielte zusammen mit seinem Vater Clemens ein reizvolles Duett für zwei Tuben. „Das hat wirklich toll geklungen“, ist Slawa Chumachenka voll des Lobes.
Er unterstreicht den großen Wert der aktiven Beschäftigung mit einem Instrument: „Die Musikschüler lernen, strukturiert zu denken und an einer Sache dranzubleiben. Deshalb sind sie oft auch in der Schule sehr gut“, berichtet er aus Erfahrung. Überdies werden durchs Musizieren die Konzentration und das Sozialverhalten der jungen Menschen gefördert.
Und was möchte Konstantin Klöck, der in seiner Freizeit auch gerne Tennis spielt, mal beruflich machen? Vielleicht etwas mit Musik? „Nein, sicher nicht. Ich möchte die Musik als Hobby betreiben“, ist sich der junge Tubist sicher. Er orientiert sich eher in die technische Richtung: „Ich werde später Landmaschineningenieur“.
Geschichte
Im Vergleich zu anderen Musikinstrumenten ist die Tuba relativ jung. Kurz nachdem um 1810 die Ventile für Blechblasinstrumente erfunden worden waren, beauftragte der preußische Musikinspizient Friedrich W. Wieprecht den Berliner Instrumentenbauer Johann G. Moritz, ein neues Instrument zur Verstärkung der Basslage der Militärorchester zu konstruieren. Schon bald setzte sich die Tuba, deren Namen sich aus dem lateinischen „tubus“ (Röhre, Rohr) ableitet, auch in den sinfonischen Orchestern durch.
Bauformen
Die aus Messing oder Neusilber gebauten Tuben gibt es in verschiedenen Größen und Stimmungen: Von der kleineren F-Tuba bis zur Kontrabasstuba in B. Diese hat ein Rohr von fünfeinhalb Metern Länge, das kunstvoll gewunden ist. Normalerweise hat eine Tuba drei oder vier, gelegentlich jedoch auch bis zu sieben Ventile. Der weiche Klang entsteht durch die weite Mensur des Rohrs und den nach oben gerichteten breiten Schallbecher.
Kurioses
Deutschlands größte Tuba steht im Musikinstrumenten-Museum im sächsischen Markneukirchen: Die „Riesentuba“ ist zwei Meter hoch und wiegt 50 Kilogramm. Ihr gewaltiger Tonumfang reicht über fünf Oktaven.