Manche Aspacher urlauben stets im Juli, um dem Trubel der Andrea-Berg-Konzerte zu entfliehen. Die Bürgermeisterin ist aber immer da, wenn tausende Fans in der Gemeinde feiern.

Es gibt Menschen, die 800 Kilometer weit fahren, um zum x-ten Mal beim Konzert von Andrea Berg in Aspach (Rems-Murr-Kreis) dabei zu sein. Andere legen ähnlich weite Strecken zurück, nur um nicht da zu sein, wenn zu den knapp 8400 Einwohnern an Konzertwochenenden wie zuletzt 34 000 Fans hinzukommen, der Verkehr sich staut und die Umgebung mit Musik aus der Wir-machen-Druck-Arena beschallt wird.

 

Trotzdem, so berichtet Lisa Gunter von der Gemeindeverwaltung, gebe es an den Konzertwochenenden nur vereinzelte Beschwerden. „Viele Bürgerinnen und Bürger wissen, dass die Konzerte für Aspach eine große Bedeutung haben – auch über die Ortsgrenzen hinaus“, sagt die Hauptamtsleiterin. Den meisten Unmut lösten Umleitungen, Halteverbote und der Parkdruck in einzelnen Bereichen aus, was ja verständlich sei.

Volles Stadion in Aspach – hier beim Konzert von Andreas Gabalier. Foto: Gottfried Stoppel

Andrea Berg hat Aspach mit dem Heimspiel bekannt gemacht

Lärm sei gelegentlich ein Thema. „Der Geräuschpegel bei den Veranstaltungen selbst wird jedoch überwacht, ebenso wie die Einhaltung der rechtlichen Vorgaben aus dem Bereich des Immissionsschutzes.“ Der Müll, den solche Großveranstaltungen mit sich bringen, sei ebenfalls ein Dauerthema. Da schaue die Gemeinde aber Jahr für Jahr mit dem Veranstalter darauf, wie sich die Belastung für die Anwohner so gering wie möglich halten lasse.

Die Umsetzung rund um Sicherheit, Reinigung oder Verkehrslenkung liegt zwar beim Veranstalter, die Gemeinde unterstützt, koordiniert und vermittelt aber wenn nötig. Für die Kommune bedeuten die Veranstaltungen vor allem Mehrarbeit in Sachen Verkehrssicherheit und öffentliche Ordnung: Der Bauhof stellt Schilder und Absperrungen auf, der Gemeindevollzugsdienst unterstützt beim Verkehr, das Ordnungsamt begleitet die Veranstaltungen ebenfalls.

Gastronomie profitiert von Andrea Bergs Konzerten

Viel (Personal-)Aufwand – und was hat Aspach davon? Dank der Konzerte sei der Name Aspach weit über die Region hinaus bekannt geworden, betont Lisa Gunter: „Viele Menschen verbinden mit dem Ort ein besonderes Konzerterlebnis, entdecken dabei aber auch unsere Landschaft, unsere Gastfreundschaft und unser Angebot vor Ort. Das ist ein Imagegewinn, der sich nicht einfach in Zahlen fassen lässt.“

Auch viele gastronomische Betriebe, private Gastgeber und Vereine profitierten, sagt die Hauptamtsleiterin: „Gäste essen im Ort, übernachten in umliegenden Unterkünften oder machen auf dem Weg zu den Veranstaltungen Halt in Hofläden oder Straußwirtschaften. Auch Caterer und Vereine, die sich einbringen, profitieren direkt oder indirekt vom Konzertgeschehen.“

Erst Andrea-Berg-Konzert dann Kurzurlaub in der Region

Ein Teil der Besucher reise zwar gezielt für das Konzert an und fahre im Anschluss wieder nach Hause. „Aber viele bleiben inzwischen auch länger, verbinden das Ganze mit einem Kurzurlaub, besuchen Weinberge, wandern ein Stückchen oder kehren bei Direktvermarktern ein. Auch Rückmeldungen aus der Tourist-Info zeigen, dass Aspach durch die Veranstaltungen für viele Menschen sichtbar geworden ist – und in Erinnerung bleibt.“

 

Und wie hält man es im Rathaus mit den Konzerten? Die Bürgermeisterin Sabine Welte-Hauff ist regelmäßig vor Ort – allerdings nicht als Besucherin im klassischen Sinn. Lisa Gunter: „Sie übernimmt Aufgaben rund um die Überwachung von Verkehrsfluss, Einhaltung des Emissionsschutzes und Koordination von Abläufen. Gerade bei Großveranstaltungen ist ihre Anwesenheit Teil der Verantwortung, die die Gemeinde trägt.“