Faire Mode, Restaurants mit Essen in Bio-Qualität, nachhaltige Lebensmittel und hilfreiche Apps: Wir verraten euch, wo und wie ihr in Stuttgart sozial unbedenklich und nachhaltig shoppen könnt.

Stadtkind: Laura Müller-Sixer (six)

Stuttgart – Kopfloses konsumieren ist schon lange nicht mehr so richtig angesagt. Wer etwas auf sich hält, achtet darauf, was im virtuellen oder realen Einkaufskorb landet: faire Mode, regionale Lebensmittel, plastikfreie Produkte. Die Glasflasche für den permanenten Wassernachschub im Rucksack oder in der Handtasche ist Pflicht für jeden umweltbewussten Großstädter.

Nachhaltig shoppen 2.0 macht Spaß und sieht gut aus

Kurz: Nachhaltigkeit und vor allem bewusstes, nachhaltiges Konsumverhalten ist nicht zuletzt dank Fridays for Future zu einem der wichtigsten Themen unserer Zeit geworden. Aus gutem Grund natürlich: ein nachhaltiger Lebensstil schont endliche Ressourcen, bewahrt eine biologische Vielfalt und sorgt für faire Produktionsbedingungen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz sagt: „Jede substanzielle Veränderung, die hier gelingt, macht tatsächlich einen Unterschied. Jede:r kann mit dem Konsumverhalten dazu beitragen, dass wir die Umwelt weniger verschmutzen und weniger Ressourcen verbrauchen.“

Nachhaltigkeit 2.0 ist also raus aus dem Nischendasein und hat schon lange nichts mehr mit Verzicht oder schlechtem Gewissen zu tun – und schon gar nichts mit militanten Hardlinern. Shops und Concept Stores mit fair produzierter Mode, Restaurants und Cafés, in denen Wert auf gute Lebensmittel gelegt wird und hübsche Läden wie Schüttgut sorgen dafür, dass nachhaltiger Konsum Spaß macht – und dabei auch noch schön aussieht, und ja, das Gewissen freut sich auch.

Ihr wollt auch bewusster leben und nachhaltiger einkaufen, ohne auf Spaß, Genuss und die Freude am Shoppen zu verzichten? Wir hätten da ein paar Tipps.

1. Lala healthy livin

Im Lala healthy living gibt es Säfte, Smoothies und Bowls mit regionalen Zutaten. Alle Säfte werden täglich morgens gepresst. Die Smoothies kommen frisch aus dem Mixer. Verkauft werden die Vitaminbomben übrigens in Gläsern, auf die es Pfand gibt. Diese können zurückgegeben oder behalten werden. >>>

Lala healthy livin: Sophienstraße 21, Stuttgart-Mitte, Mo-Sa 10-19 Uhr

2. Duschbrocken

Ein festes Shampoo und Duschgel, das die Umwelt schont, trotzdem schäumt und gut riecht? Zwei junge Gründer haben auf einer Weltreise den Duschbrocken erfunden. Nach erfolgreicher Startnext-Kampagne sind Johannes Lutz und Christoph Lung von Stuttgart aus in die Produktion gestartet und seitdem hat sich so einiges getan. Aktuell feiern die Gründer eine Millionen verkaufe Duschbrocken mit einer besonderen Rabatt-Aktionswoche auf ihrem Instagram-Account >>>. Mehr Infos zu den Duschbrocken gibt es hier >>>

3. Unverpackt-Läden

Im Schüttgut (Vogelsangstraße 51) werden nachhaltige und unverpackte Lebensmittel verkauft. Im ersten Unverpackt-Laden der Region Stuttgart finden sich ausschließlich Produkte, die nachhaltig sind. Die Kriterien: ökologisch, bio, fair, regional und saisonal >>>.

Stylisch, durchdacht, eco-friendly: Mit Tante M in Sillenbuch hat Stuttgart einen weiteren Unverpackt-Laden plus Café bekommen. Von Getreide und Gewürzen über Getränke bis hin zu Kosmetik und Kleidung ist alles dabei – und ja, auch Süßkram >>>.

Und im Oktober kommt sogar ein neuer Spot dazu: In der ehemaligen Apotheke an der Wagenburgstraße 123 werden Johanna Nocke und Fabian Stuhlinger am 30. Oktober den Wandel.Handel eröffnen – ein Mitgliederladen, der biologische Produkte fair, nachhaltig, umsatzunabhängig und selbstbestimmt anbietet - inklusive angeschlossenem Café >>>.

Schüttgut: Vogelsangstraße 51, Stuttgart-West, Mo+Do 10-19 Uhr, Di+Fr 10-18 Uhr, Mi 12-18 Uhr, Sa 9-14 Uhr

Tante M: Eduard-Steinle-Straße 6, Stuttgart-Sillenbuch, Mo+Di+Do+Fr 9-18 Uhr, Mi-Sa 9-14 Uhr

Wandel.Handel: Wagenburgstraße 123, Stuttgart-Ost, Mo 10-14 Uhr + 15-18.30 Uhr, Di 16-20 Uhr, Mi 16-20 Uhr, Do 10-14 Uhr + 15-18.30 Uhr, Fr 10-14 Uhr + 15-18.30 Uhr, Sa 10-16 Uhr

4. Greenality

Direkt am Schlossplatz und doch ruhig gelegen, ist der Store Greenality (Fürstenstraße 5). Ausgewählt werden die Marken, die im Stuttgarter Store angeboten werden, nach den Prinzipien der fairen und nachhaltigen Produktion: Armedangels, Bleed, Braintree, Knowledge Cotton Apparel, Kerbholz, Kings of Indigo, Lanius, People Tree, Veja und viele weitere Fair-Fashion-Marken. Und unweit der bisherigen Läden, hat Markus Beck nun noch eine Filiale in der Friedrichstraße eröffnet.

Greenality: Fürstenstraße 5 und Friedrichstraße 39, Stuttgart-Mitte, Mo-Fr 11-19 Uhr, Sa 10-18 Uhr, >>>

5. Ohne PlaPla Drogerie

Gleich nebenan in der Fürstenstraße eröffnete ohne PlaPla im Oktober 2020 den ersten plastikfreien Drogerie-Laden Süddeutschlands. Ob Kosmetikartikel, Haushaltswaren oder Zutaten zum Selbermachen von Putz- und Reinigungsmitteln: Das ohne PlaPla bietet eine mit Liebe zusammengestellte Auswahl an Produkten, die dabei helfen, Plastik zu vermeiden und somit einen nachhaltigeren Lebensstil fördern >>>.

Ohne PlaPla: Fürstenstraße 5, Stuttgart-Mitte, Mo-Sa 12-18 Uhr

6. Eyd Clothing

Natalie und Simon Schaller setzen sich mit ihrem humanitären Modelabel Eyd für ehemalige Zwangsprostituierte in Indien ein. Gemeinsam mit der Chaiim Foundation haben sie eine Textilfabrik in der Nähe von Mumbai aufgebaut. Ehemalige Zwangsprostituierte nähen dort seither die Kleidungsstücke des Stuttgarter Labels, bekommen eine Ausbildung, faire Löhne, täglichen Schulunterricht, Hilfe im Alltag – und damit neuen Mut und neue Perspektiven für ihr Leben.

Dass die Frauen der wesentliche Bestandteil des Labels sind, zeigen die Blumenstempel, die in jedem Kleidungsstück zu finden sind. Jede Mitarbeiterin hat einen individuellen Stempel, mit dem sie das genähte Kleidungsstück versieht: Die Stempelzeichen aller Mitarbeiterinnen sind auf der Eyd-Homepage zu finden , zusammen mit den Geschichten, die in der Kleidung verwoben sind.

7. Wiederbelebt

Oguzhan Deniz und Sarah Kürten haben gemeinsam das Label Wiederbelebt gegründet. In ihrem Ladenatelier im Leonhardsviertel, Esslinger Straße 14, entwerfen sie aus Stoffresten neue Kollektionen. Bei der Produktion neuer Kollektionen wird eine Menge Überschuss von Materialien und Stoffen erzeugt. Das meiste landet auf dem Müll oder wird verbrannt. Eine Verschwendung, wie Kürten und Deniz finden. Deshalb haben sie sich mit Textilunternehmen aus Baden-Württemberg in Verbindung gesetzt, und nach Restware gefragt. Mit Erfolg. Die Kleidung aus Wiederbelebt besteht nun aus aufgekauften Überschüssen, das gilt nicht nur für die Stoffe sondern auch für Material wie Knöpfe und Reißverschlüsse. Wer jetzt an Patchwork denkt, liegt falsch. Im Laden nahe der Leonhardskirche reihen sich schlichte, minimalistische, skandinavisch anmutende Kleidungsstücke aneinander. Mehr Infos gibt es hier >>>.

Wiederbelebt: Esslinger Straße 14, Stuttgart-Mitte, Mo-Fr 11-14 Uhr + 15-18 Uhr, Sa 11-16 Uhr

8. Auf dem Wochenmarkt einkaufen

Regionalität ist Trumpf! Wenn ihr ganz genau wissen wollt, was auf eurem Teller landet, seid ihr auf den Stuttgarter Wochenmärkten bestens aufgehoben. Die Produkte kommen aus der Region, haben kurze Lieferwege außerdem herrscht auf dem Markt eine persönliche Atmosphäre. Und das Beste: Fast jeder Bezirk hat seinen eigenen Markt, insgesamt gibt es in der Stadt 28! Neu dabei ist der Biomarkt auf dem Marienplatz, der jeden zweiten und vierten Freitag im Monat stattfindet. Hier findet ihr eine Übersicht >>>.

9. Pois - Portugiesische Lebensmittel

Matthias Kästner verkauft in seinem Laden Pois fair gehandelte Produkte aus Portugal, darunter Obst, Gemüse, Wein oder Saft. Derzeit arbeitet er mit knapp über 100 Bauern aus Portugal zusammen, 40 Prozent davon sind biozertifiziert. Dank Pois haben die portugiesischen Kleinerzeuger eine Chance zu überleben: Das Ziel von Pois ist nicht nur qualitativ einwandfreie, ehrlich und nachhaltig produzierte Ware von Kleinerzeugern und Landwirten für Endverbraucher zu liefern, sondern die Erzeuger für ihre Arbeit und Ernte auch fair zu entlohnen. Nach der Zeit im Fluxus ist Pois in den Westen an die Rotebühlstraße 90 gezogen. Aktuell liefert der Laden auch Kisten mit Clementinen oder gemischte Obst-sowie Gemüsekisten gegen eine eine kleine Lieferpauschale aus. Weitere Infos dazu findet ihr hier >>>.

Pois: Rotebühlstraße 90, Stuttgart-West, Mo-Fr 10-19 Uhr, Sa 10-16 Uhr

10. Plattsalat

Der Bioladen Plattsalat ist kaum zu übersehen: Über dem Tor an der Gutenbergstraße 77 hängt ein riesengroßer Kopfsalat. Im Innenhof befindet sich aber kein gewöhlicher Supermarkt für Bioprodukte sondern ein Konzept, das es auch einkommensschwächeren Kunden den Kauf biologischer Lebensmittel. Zu verdanken ist das einem Verein.Wer Mitglied wird, bekommt fast alle angebotenen Lebensmittel günstiger >>>.

Plattsalat: Gutenbergstraße 77A, Stuttgart-West, Mo-Fr 10-20 Uhr, Sa 10-14 Uhr

11. Secondhand shoppen

Statt immer mehr zu konsumieren und immer neue Teile im Kleiderschrank anzuhäufen, bis der aus allen Nähten platzt, setzen immer mehr Menschen auf Secondhand. In Stuttgart gibt es eine große Auswahl an Shops, die hübsche Stücke anbieten - von coolen Jeansjacken bis zu gut erhaltenen Designerstücken. Der hippste Secondhand-Shop ist sicherlich der Vintage Markt von Familie Feldmer (Tübinger Straße 72 und 74), Klassiker ist der Wühli in Schorndorf (Robert-Bosch-Straße 1), Markenklamotten gibt's im Rosenrot (Vogelsangstraße 16B). Eine Secondhand-Übersicht findet ihr hier >>>.

12. Foodsharing im Raupe Immersatt

Foodsharing sorgt dafür, dass aussortierte Waren nicht im Müll landen. Im Raupe Immersatt am Hölderlinplatz könnt ihr Kaffee trinken und Lebensmittel vorbeibringen sowie mitnehmen. Abends gibt es Drinks, manchmal finden auch Vorlesungen und Konzerte statt >>>.

Raupe Immersatt: Johannesstraße 97, Stuttgart-West, täglich 10-23 Uhr, Di Ruhetag

13. App "Too good to go"

Auch die App Too good to go hilft dabei Lebensmittel zu retten. Wenn Abends im Restaurant die letzten Gäste nach draußen gehen, bleiben meistens noch Gerichte in der Küche liegen, die am nächsten Tag weggeworfen werden müssen. Und hier kommt das ökosoziale Start-up ins Spiel: Restaurants und lokale können ihre überproduzierten Speisen über die App zu einem vergünstigtem Preis verkaufen, Kunden können vorbeikommen und das Essen abholen. Eine klassische Win-Win-Situation: Restaurants müssen ihr gutes Essen nicht sinnlos entsorgen, die Kunden bekommen eine leckere Mahlzeit für um die 3 Euro und lernen neue Läden in ihrer Umgebung kennen, während wertvolle Ressourcen geschont werden! Auch Lebensmittel aus Supermärkten werden in der App angeboten. In Stuttgart sind unter anderem das Violas, Essenziale, Brauhaus Calwer Eck, Weber, Dean&David und das Sans dabei. Hier geht's zur App >>>

14. Marktschwärmerei

Onlineshoppen und trotzdem nicht aufs echte Einkaufserlebnis verzichten - das macht die Marktschwärerei möglich. Die regionalen Lebensmittel können bequem im Internet bestellt und anschließend zu bestimmten Terminen abgeholt werden, zum Beispiel im Ekiz im Stuttgarter Westen. Alle Infos gibt's auf der Homepage der Marktschwärmer >>>

15. Glore

Ein weiterer Shop, der nicht unerwähnt bleiben darf, ist Glore an der Eberhardstraße 10. Geboten wird ein buntes Sortiment an fair und ökologisch produzierter Kleidung von Armedangels, KnowledgeCotton Apparel, Nudie Jeans, Veja, Lanius, Kuyichi, ThokkThokk, LovJoi, Kings of Indigo und anderen tollen Marken.

Glore: Eberhardstraße 10, Stuttgart-Mitte, Mo-Fr 11-19.30 Uhr, Sa 11-19 Uhr,  >>>

16. Schlechtmensch

Der Titel führt natürlich bewusst in die Irre: Bei Schlechtmensch gibt es absolut nachweisbare Fairtrade-Mode in Bioqualität.​ Gründer Philipp hat seinen Laden im Jahr 2015 direkt an der Haltestelle Neckartor am Rande der Innenstadt eröffnet. Seither bietet er Kleidung und Accessoires von internationalen Fair-Fashion-Labels in seinem Shop an – unter anderem Jeans von Armedangels, Kleider von People Tree und Jacken von Madness. Außerdem gibt’s Kaffee, Gin und andere Getränke zum Mitnehmen >>>

Schlechtmensch: Neckarstraße 86, Stuttgart-Mitte, Mo-Fr 9-12 Uhr + 15-18 Uhr, Sa 10-13 Uhr, >>>

17. Bio-Restaurant Lässig

Das Bio-Restaurant Lässig ist aus der ehemaligen Bauernmarkthalle im Westen in den Osten gezogen. Das Konzept ist das gleiche geblieben: das Restaurant kocht ausschließlich mit Bio-Produkten, vorzugsweise mit Produkten und Erzeugnissen mit dem Demeter-Siegel, alle Speisen werden außerdem frisch zubereitet - alle Zutaten werden in Handarbeit selbst hergestellt, heißt, es wird in der Küche geschält, geschnippelt, geraspelt und geschnitten. Auf der Karte stehen etwa marinierte Rote Bete, gebratenes Lachssteak und Rotwein Risotto >>>.

Restaurant Lässig: Gerokstraße 12, Stuttgart-Ost, Mo-So 11.30-17 Uhr, Do-Sa 18 -13 Uhr, >>>

18. Kantinchen

Im Kantinchen bekommt ihr nicht nur Kaffee, sondern im Bioladen auch täglich frisches Obst und Gemüse sowie ausgewählte frische Lebensmittel von regionalen Hersteller:innen. Auch Sonntags werdet ihr mit Brot, Brötchen, Croissants und Co. versorgt.

Kantinchen: Alexanderstraße 180, Stuttgart-Süd, Mo-Fr 7-19 Uhr, Sa 8-13 Uhr So 8-11 Uhr, >>>

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