Nachtsicht Festival 2025 Rilling-Sekt-Areal wird zum Festivalgelände – inklusive Sauna

Das Festival soll auf dem ehemaligen Rilling-Areal stattfinden. Foto: Fotomontage Nachtsicht/Ines Brost

Wo früher Sekt gemacht wurde, findet am Wochenende ein Festival statt, das die baltischen Staaten und die Region Stuttgart näher bringen will. Eine Sauna ist auch involviert.

Digital Desk: Katrin Maier-Sohn (kms)

Bereits zum fünften Mal findet das Nachtsicht Festival statt. In diesem Jahr sollen bei dem zweitägigen Event die baltischen Länder und die Region Stuttgart zusammengebracht werden. Unter dem Titel „Breathing Through Salt Water“ findet das Festival in Zusammenarbeit mit der litauischen Kuratorin Agnė Bagdžiūnaitė und der estnischen Kunstarbeiterin Airi Triisberg statt.

 

Das Festival reagiert auf die aktuellen politischen und kulturellen Spannungen in Europa und stellt die Themen Nähe, Intimität und das Zusammensein in den Mittelpunkt. Durch verschiedene Darbietungen und Installationen möchten die Veranstalter:innen Intimität als eine kollektive Erfahrung entdecken und diese als Zeichen gegen die Kräfte begreifen, die in Europa Hass und Konflikte schüren.

Zwischennutzung des ehemaligen Rilling-Sekt-Gebäudes

Ausgefallen ist in diesem Jahr der Veranstaltungsort: „Besonders ist, dass wir in der ehemaligen Abfüllhalle von Rilling Sekt untergekommen sind“, sagt uns Hannah Liya, eine der Kuratorinnen. „Da gibt es in den Boden eingelassene Abflüsse, aus denen es regelmäßig gurgelt.“ Eine der Künstlerin würde dieses Gurgeln sogar in ihre Installation integrieren.

Im Jahr 2016 gründeten Hannah Bickhoff, Christine Koschel, Sophia Sadžakov und Hannah Liya den gemeinnützigen Verein Nachtsicht. Was als Projekt während des Studiums begann, hat sich inzwischen zu einer freiberuflichen Tätigkeit entwickelt: Gemeinsames Ziel bleibt die Vision eines intersektional feministischen und niedrigschwelligen kulturellen Freiraums für die Stadt.

Filmabend und gemeinsames Saunieren

Das Festival startet am Freitag, den 14. November, um 19 Uhr mit experimentellen Klangperformances von Djytb aus Stuttgart und der litauischen Musikerin Augustė Vickunaitė. Im Anschluss bietet der Künstler Shinroku Shimokawa im Rahmen seiner Freiluft-Installation „Nogake II“ saisonale Speisen an. Der Abend setzt sich mit Kurz- und Langfilmen von Anastasia Sosunova und Alisa Berger fort. Den Abschluss bildet der Film „Night Gardener“ von Saskia Fischer, der eine nächtliche, surreale Reise darstellt.

Am Samstag beginnt der Tag ab 14 Uhr mit Kaffee und Kuchen. Ab 15 Uhr können die Besucher:innen am Bad-Poetry-Writing-Workshop mit der estnischen Künstlerin Sveta Grigorjeva teilnehmen. Ebenso wird eine Kellerführung durch das historische Gelände von Rilling-Sekt angeboten. Im weiteren Verlauf des Nachmittags findet eine Gesprächsrunde über postsowjetische Identität und künstlerische Praxis statt.

After-Party im Hype Club

Sarai Rose Duke zeigt ihre Essensinstallation „Transient flow“, in der Geschmack und Raum als künstlerische Materialien eingesetzt werden. Das Tanzstück „Shield is A Weapon“ von Liza Baliasnaya thematisiert die Perspektiven von Schutz und Widerstand. Den Abschluss des Abends bildet eine queere Flirt-Performance des Kollektivs Flirts & Friends. Danach feiert das Festival im Hype Club weiter, wo das Party-Kollektiv We Are Propaganda aus Vilnius die Gäste zum Tanzen einlädt.

Inspiriert von den Saunakulturen Estlands und Finnlands und dem festen Platz des alltäglichen gemeinsamen Saunierens dort, baute die Künstlerin Martina Buck 2019 eine kleine Sauna. „Diese Sauna auf Rädern wird über die gesamte Festivalzeit hinweg mit Holz beheizt und kann genutzt werden.“, erklärt Hannah Liya. „ Wir haben Handtücher, Badeschlappen, eine Umkleidekabine und eine Dusche vor Ort.“

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