In Zukunft sollen auf der Panoramabahn mit Blick auf den Fernsehturm anstatt Regionalzügen dann S-Bahnen verkehren. Foto: Imago/Arnulf Hettrich
Bereits ab 2035 soll die sogenannte S7 zwischen Vaihingen und Heimerdingen fahren – auch als Ersatz für die Panoramabahn. In Stuttgart sind drei neue Haltestellen geplant.
Drei neue Bahnhöfe, eine neue S-Bahnlinie zwischen Heimerdingen und Stuttgart-Vaihingen und nicht zuletzt eine Alternative zur immer wieder gesperrten Stammstrecke – der Verband Region Stuttgart hat grünes Licht für die Unterzeichnung der Rahmenvereinbarung für die neue Linie S7 gegeben. Das Papier, das die Kooperation von Land, Region, dem Zweckverband Strohgäubahn sowie der Infrastrukturtochter der Südwestdeutschen Landesverkehrs-Gesellschaft (SWEG) besiegelt, ist aber nur der erste Schritt. Bereits 2035 sollen die ersten Züge rollen. Die Bedeutung für den Nahverkehr wird auch daran deutlich, dass die Stadt Stuttgart trotz angespannter Haushaltslage eine Million Euro für die nächste Planungsphase zur Verfügung stellt, die Region weitere 2,5 Millionen Euro.
Neue Haltestellen bieten Anschluss an das Stadtbahnnetz
Die neue Linie soll In Heimerdingen starten und zunächst über die Strohgäubahn bis Korntal führen. Über Zuffenhausen und Feuerbach biegen die Züge dann nach dem Pragtunnel auf die Panaromabahn ein. Dort sollen drei zusätzlichen S-Bahn-Haltestellen entstehen. Die Station an der Heilbronner Straße erschließt das dortige Schulzentrum und die Wagenhallen, zudem bietet es eine leistungsstarke Umsteigemöglichkeit auf die Stadtbahnen an der Haltestelle Pragfriedhof. Der nächste Stopp an der Lenzhalde liegt in unmittelbarer Nähe zum Eberhard-Ludwig-Gymnasium. Und die letzte Haltestelle am Herderplatz schafft eine weitere Verknüpfung zu den Stadtbahnen U2 und U9. Von dort soll die S-Bahn dann direkt bis nach Vaihingen durchfahren.
Die als S7 bezeichnete neue Linie soll im 30-Minuten-Takt verkehren. Sie dient nicht nur als neues Angebot im öffentlichen Nahverkehr, sondern auch als Ersatz für die Panoramabahn, die mit Inbetriebnahme von Stuttgart 21 wegfällt. Zudem kann sie auch als Ausweichroute für die immer wiederkehrenden Sperrungen der Stammstrecke dienen. Mit dem nun gefassten Beschluss können die Planungen weiter vorangetrieben werden. Die Zeit drängt. Schließlich soll die neue S-Bahn-Linie bereits 2035 ihren Dienst antreten, wenn die Deutsche Bahn den Betrieb auf der Strohgäubahn einstellt.
Die geplante Strecke der neuen S-Bahn-Linie mit den drei weiteren Haltestellen. Foto: Verband Region /Yann Lange
Ausweichroute während Sperrung der Stammstrecke
Dafür muss die Panoramabahn grundlegend saniert werden. Die gesamte, bislang eingleisige und nicht elektrifizierte Strecke muss ausgebaut werden. Zwischen Münchingen und Schwieberdingen soll ein zweites Gleis gelegt, auf dem gesamten Abschnitt neue Oberleitungsmasten für den elektrischen S-Bahn-Betrieb gesetzt werden. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 307 Millionen Euro. Noch nicht enthalten ist der Kauf zehn neuer Züge. Diese sollen die besonderen Anforderungen auf der mit sehr engen Kurven versehenen Strecke erfüllen. Denn die herkömmlichen S-Bahnen kamen bei der sommerlichen Stammstreckensperrung zwischen Hauptbahnhof und Vaihingen auf der Ausweichroute nicht zurecht, da ihre Räder teilweise großen Schaden nahmen.
Als Grundvoraussetzung dient laut den Experten der Region der Ausbau des Digitalen Knotens Stuttgart, die neue Sicherungs- und Steuerungstechnik auf dem gesamten Netz, die Inbetriebnahme des Pfaffensteigtunnels und der Neubau der Löwentorbrücke. Es „ist ein erster Schritt für den Ausbau der wichtigen Querverbindungen im S-Bahn-Netz“, ist Guido Klamt (CDU/ÖDP) überzeugt. Denn in der dicht besiedelten Region fehle dies angesichts der ausnahmslos sternförmig in Richtung Innenstadt verlaufenden Linien. Für Regionalrat Leo Buchholz (Grüne) nicht nur ein wichtiger Schritt zu mehr Leistungsfähigkeit des Netzes „durch eine zweite Stammstrecke“. Sondern er sieht auch „noch Platz auf der Panoramabahn für eine weitere S8 nach Waiblingen“ im Hinblick auf die seit Jahren angestrebten Planungen der Region für ein Verkehrsdreieck zwischen Feuerbach, Bad Cannstatt und Waiblingen. Und auch für Thomas Leipnitz (SPD) besteht weiterer Spielraum: „In Vaihingen muss nicht Schluss sein. Ich kann mir eine Verbindung zur Schönbuchbahn sehr gut vorstellen.“