Nahverkehr in Stuttgart SSB kündigen „sanftes Facelift“ für Klett-Passage an

Die Klett-Passage soll mit kleineren Maßnahmen attraktiver gemacht werden. Die Räume der ehemaligen BW-Bank-Filiale, die leer stehen, verschwinden allerdings gänzlich. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Die Klett-Passage und die Hestelle darunter sind 50 Jahre alt. So sehen sie auch aus. Die große Umgestaltung lässt auf sich warten, nun sollen es kleine Veränderungen richten.

Stadtentwicklung/Infrastruktur : Christian Milankovic (mil)

Viele mögen sie nicht und kommen trotzdem nicht umhin, sich regelmäßig dort aufzuhalten: die Klett-Passage, die in der vergangenen Woche 50 Jahre alt geworden ist. Thomas Moser, Chef der Stuttgarter Straßenbahnen (SSB), und Baubürgermeister Peter Pätzold (Grüne) haben das Jubiläum nun zum Anlass genommen, über die Zukunft des Bauwerks zu sprechen, dass zum einen Shopping-Angebote beherbergen soll und zum anderen vor allem der Erschließung der Stadtbahn- und der S-Bahnhaltestelle am Hauptbahnhof dient. Die SSB kündigen „ein sanftes Facelift“ für das Bauwerk an.

 

Moser und Pätzold haben sich für den Blick in die Zukunft eine Stelle ausgesucht, die für die Vergangenheit der Klett-Passage steht. Die ehemalige Filiale der BW-Bank zentral gelegen zwischen den beiden Zugängen vom Hauptbahnhof und vom ehemaligen Hindenburgbau aus, steht seit Jahren leer. Nun soll sie ganz abgebaut werden. „Damit wird die Passage an dieser Stelle großzügiger und transparenter. Die Ecken, in denen man sich verstecken kann, werden weniger“, sagt Thomas Moser. Für Peter Pätzold ist die Entscheidung mit Blick auf das sich wandelnde Einkaufsverhalten konsequent.

Die SSB sind seit Jahresanfang auch für die Ladenflächen zuständig und haben die Verantwortung von der Landesbank Baden-Württemberg übernommen. Das aber auch noch die Deutsche Bahn in der Passage wegen der Verbindung zur S-Bahn ein Wort mitzureden hat, zeige laut Moser, „welch ein komplexes Bauwerk die Passage und die Haltestelle ist“. Allein die SSB zählen dort Tag für Tag 100 000 Reisende, S-Bahnpassagiere sind dabei noch nicht miterfasst. „Das ist der zentrale Verkehrsknotenpunkt in der Stadt“, sagt Peter Pätzold.

Stadtreinigung hat nun Stützpunkt in der Klett-Passage

Dort soll der Fokus künftig auf Funktionalität, Sicherheit und Sauberkeit liegen, auf Wegeführung, Transparenz und Sicherheitsgefühl. Die Sauberkeit liegt in der Verantwortung der Stadtreinigung der Abfallwirtschaft Stuttgart (AWS), die auf der Fläche einer ehemaligen Apotheke am Ausgang zum Schlossgarten hin einen eigenen Stützpunkt eröffnet hat. Man sei „sehr froh darüber, dass sich die SSB jetzt noch intensiver um die Passage kümmert“, sagt Michael Stümpflen von der Mietervereinigung, in der die Ladenpächter zusammengeschlossen sind. Nach wie vor und entgegen aller Unkenrufe ist die Passage als Handelsort noch gefragt. Bis auf eine Ausnahme gebe es für alle Flächen Mietverträge, erklärt Alexander Schirling, bei den SSB für die technische Infrastruktur zuständig.

SSB-Chef Thomas Moser (l.) und Baubürgermeister Peter Pätzold informieren über die Pläne für die Klett-Passage. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Auf den ganz großen Wurf in Sachen Gestaltung wird man sich in der Klett-Passage noch gedulden müssen. Die SSB sind dabei von zahlreichen äußeren Faktoren abhängig. So benötigt sie dafür Flächen, die heute noch von der Stuttgart-21-Baustelle belegt sind. Außerdem ist die künftige Gestaltung der unterirdischen Passage auch von den Plänen der Stadt für den darüberliegenden Arnulf-Klett-Platz abhängig. Der soll autofrei werden. Pätzold kündigt an, nach den Sommerferien einen Wettbewerb auszuloben, dessen Ausgang frühestens im Jahr 2027 darüber Aufschluss gibt, wie der Platz einmal aussehen könnte. 2028 wollen die SSB mit der Ertüchtigung des Brandschutzes in der Stadtbahnhaltestelle beginnen und auch neue Aufzüge einbauen. Ein großer Umbau der Passage ist derzeit nicht in der Finanzplanung der SSB verankert.

Pätzold erklärt, dass das rege Baustellengeschehen rund um den Bahnhof auch mit der Eröffnung von Stuttgart 21 nicht erledigt sein werde. So hat der Umbau der Gebäude an der Königstraße 1 bis 3 begonnen, für das Areal rund um die Alte Bahndirektion zwischen Heilbronner und Jägerstraße will die Stadt im Lauf des Jahres einen Bebauungsplan vorlegen, der dann Grundlage für die seit langem in der Luft hängenden Bauvorhaben auf diesem Filetstück in der Innenstadt ist.

Das ist aber im Wortsinn nicht die Baustelle von Thomas Moser, der mit Blick auf die Klett-Passage von einer Herausforderung spricht. „Die Passage ist nun 50 Jahre alt und war bei ihrer Eröffnung etwas ganz besonderes. Jetzt ist sie in die Jahre gekommen, wir müssen etwas tun“.

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