Keine Abfahrt Richtung Stuttgarter Innenstadt: die Endhaltestelle der Stadtbahn in Plieningen. Foto: IMAGO/Arnulf Hettrich
Die Uni Hohenheim fordert von Stadt und Stuttgarter Straßenbahnen (SSB), die direkte Stadtbahnverbindung vom Campus in die Innenstadt trotz knapper Mittel nicht weiter zu verschieben.
Stadtbahn U25: Direkte Verbindung vom Killesberg nach Plieningen
Bei den SSB tüftelt man unter dem Arbeitstitel U25 an einer solchen neuen Verbindung, die vom Killesberg und der Innenstadt kommend zur Endhaltestelle nach Plieningen fährt. Dafür muss in Möhringen ein kurzer Streckenabschnitt neu gebaut werden. Der macht den heute notwendigen Umstieg am Möhringer Bahnhof überflüssig. Die Trasse ist freigehalten, zwischen einem großen Supermarkt und einem Studentenwohnheim würden die Gleise direkt die bestehenden Haltestellen Riedsee und Sigmaringer Straße verbinden.
Allerdings steht das Vorhaben auf der Liste jener Projekte, deren Umsetzung die SSB mit Blick auf die angespannte Finanzlage in die ferne Zukunft verschieben wollen. Nicht vor dem nächsten Jahrzehnt soll demnach die U25 fahren können. „Es wäre ein denkbar schlechtes Signal für unsere Studierenden und den Wissenschaftsstandort Stuttgart“, warnt Katrin Scheffer, Kanzlerin der Universität Hohenheim.
Links neben dem Hochhaus soll die neue Verbindungskurve der Stadtbahn in Möhringen entstehen. Foto: Alexandra Kratz
Sie nimmt die SSB, das Rathaus und die Kommunalpolitik in die Pflicht, an der Umsetzung vor 2030 festzuhalten. „Studierende finden immer schwerer bezahlbaren Wohnraum und nehmen dafür teils lange Pendelzeiten in Kauf. Die direkte Stadtbahnanbindung erneut auf unbestimmte Zeit zu verschieben, ist deshalb hochproblematisch – auch im Hinblick auf die ambitionierten Klimaziele von Stadt und Land, die wir als Universität ausdrücklich unterstützen.“
Vorhaben schon 2023 im Bürgerhaushalt vorn
An der Uni erinnert man zum einen daran, dass es der Wunsch nach der noch fehlenden Verbindungskurve in Möhringen im Bürgerhaushalt 2023 auf den ersten Platz geschafft hatte. Und zum anderen daran, dass das Vorhaben schon einmal zeitlich gestreckt und auf 2027 verschoben wurde. „Nach dem Erfolg im Bürgerhaushalt hatten wir Hoffnung auf eine Besserung – jetzt fragen wir uns allerdings, welchen Wert ein solches Beteiligungsformat überhaupt hat, wenn selbst der beste Vorschlag keine Wirkung zeigt“, sagt Vorsitzende Bianca Aschauer, Vorsitzende des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA). Für viele Studentinnen und Studenten sei die Nahverkehrsanbindung der Uni „abschreckend“.
Gemeinderat entscheidet über Nahverkehrsplan 2026-2030
Bis Ende des Jahres muss der Stuttgarter Gemeinderat den sogenannten Nahverkehrsplan für die Jahre 2026 bis 2030 beschließen. Dieses Pflichtenheft regelt verbindlich, welche Leistungen das ohne Ausschreibung beauftrage stadteigene Unternehmen während der Laufzeit zu erbringen hat. Beim Auftakt der Debatte darüber legte OB Frank Nopper (CDU) Wert auf die Feststellung, Stuttgart kürze nicht beim Nahverkehr, steigere aber die Mehrausgaben nicht in dem ursprünglich vorgesehenen Umfang.