Der Verdi-Warnstreik am Montag hat spürbare Auswirkungen auf den Nahverkehr in Stuttgart. Fahrgäste müssen Alternativen suchen, Pendler müssen mit Staus auf den Straßen rechnen.
Wer kann, sollte am Montag im Homeoffice arbeiten: Verdi Baden-Württemberg ruft zum Warnstreik im kommunalen Nahverkehr auf. Die Arbeitsniederlegung betrifft auch die Landeshauptstadt. Die Stuttgarter Straßenbahnen AG muss sämtliche Linienbusse und Stadtbahnen im Depot lassen. Auch die Seilbahn, die Zahnradbahn, der Zacke-Bus und die Flexbusse werden am 2. Februar ganztägig nicht fahren.
Zudem öffnet die SSB ihre Kundenzentren und die Fundstelle nicht, der telefonische Kundenservice wird ebenfalls nicht angeboten. Ausgenommen vom Streik sind die Buslinien 54, 58, 60, 64, 66, 71, 73, 90 und 99, die private Omnibus-Unternehmen im Auftrag der SSB betreiben. Die Linie 53 (Zuffenhausen-Zazenhausen Steigle) verkehrt am Montag ebenfalls, die Linie 53E (Mühlhausen-Zazenhausen Steigle) und 91 fallen hingegen aus.
Warnstreik von Verdi: Mit vollen S-Bahnen und viel Verkehr auf den Straßen ist zu rechnen
S-Bahnen fahren zwar wie gewohnt, doch ist angesichts der Bus- und Bahnausfälle von einem deutlich erhöhten Fahrgastaufkommen und somit vollen Zügen auszugehen. Trotzdem bleibt es beim Viertelstundentakt, denn eine Angebotsausweitung ist nicht möglich. „Wir sind auf der Stammstrecke am Limit“, sagte ein Bahnsprecher am Freitag. Die Busgesellschaften der DB-Regio, wie die Friedrich Müller Omnibusunternehmen GmbH, deren Fahrzeuge unter anderem auf den Fildern unterwegs sind, fahren ebenfalls.
Da ein Großteil der Pendler am Montag wohl aufs Auto umsteigen wird, ist auf Stuttgarts Straßen mit deutlich erhöhtem Verkehrsaufkommen zu rechnen. Aufgrund von Staus und Verkehrsbehinderungen sollte man längere Fahrtzeiten im Berufsverkehr einplanen.
Warnstreik am Montag in Stuttgart – Apps informieren Fahrgäste
Die Streiks sind Teil bundesweiter Arbeitsniederlegungen. Die Tarifverhandlungen für die rund 6700 Beschäftigten in den sieben kommunalen Nahverkehrsbetrieben zwischen Verdi Baden-Württemberg und dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) waren am 20. Januar ohne Angebot vertagt worden. Verdi fordert unter anderem die Anhebung des Nacht-, Überstunden-, Samstags- und Sonntagszuschlags sowie die Anpassung der Zulagen entsprechend der individuellen Entgeltstufe. Die nächste Verhandlungsrunde ist am 9. Februar.
Die Apps und elektronischen Fahrplanauskünfte der SSB und des Verkehrs- und Tarifverbunds Stuttgart (VVS) informieren die Fahrgäste für den betroffenen Zeitraum über Fahrten, die nutzbar sind. Mit Betriebsbeginn am Dienstag, 3. Februar, sollte der Betrieb bei der SSB wieder nach Fahrplan laufen.