Studierende in Herrenberg entwickeln ein Geschäft für regionale Lebensmittel. Im Oktober soll es los gehen – die Erwartungen sind groß.
Die Vorbereitungen für den SB-Hofladen auf dem Schulhof der Fachschule für Landwirtschaft (FSL) in Herrenberg laufen auf Hochtouren. Die Fläche, auf der die Dorfladenbox platziert werden soll, ist bereits zu erkennen, im Hintergrund werden die Verträge mit den Lieferanten gemacht, deren Waren in die Regale kommen sollen. Im Oktober soll Eröffnung sein.
30 Lieferanten sind schon dabei
„Wir sind sehr stolz auf dieses bisher landesweit einmalige Projekt an unserer Schule“, wird Landrat Roland Bernhard in einer Mitteilung zitiert. Die Dorfladenbox stelle nicht nur ein äußerst interessantes Projekt für die Studierenden selbst dar, sondern bietet auch einen tollen Mehrwert für die Bevölkerung. Es sei ein toller Erfolg für das Schulprojekt, dass bereits rund 30 landwirtschaftliche Betriebe als Lieferanten gewonnen werden konnten. „Je breiter das Angebot, desto mehr Menschen werden die Dorfladenbox nutzen“, meint Bernhard, der sich auf die Einweihung freut.
Das Projekt an der FSL setzt neue Maßstäbe in der Ausbildung von Nachwuchsführungskräften in der Landwirtschaft, heißt es in der Mitteilung weiter. Die Studierenden selbst haben die Konzeption erarbeitet und werden den laufenden Betrieb betreuen. Die Dorfladenbox ist ein Selbstbedienungsladen auf höchstem Niveau, das Warenangebot mit rund 300 verschiedenen Produkten stammt aus einem Umkreis von 50 Kilometern. Im Vorfeld wurden eine Standort- und Zielgruppenanalyse durchgeführt.
Die Dorfladenbox ist ein moderner und ausschließlich regionaler Selbstbedienungsladen für Direktvermarkter und kleinstrukturierte Erzeuger. Die Kunden können alle Erzeugnisse der umliegenden Höfe kompakt in der Dorfladenbox erwerben und müssen nicht viele Kilometer von Hof zu Hof fahren. Dabei wird auf smarte technische Lösungen und einen hohen Automatisierungsgrad gesetzt.
Neben der modernen Zutrittskontrolle und Diebstahlsicherung, erleichtert die Software die Verwaltung. Selbst die Nachbestückung erfolge intelligent und automatisch. Durch den Zutritt per App haben die Dorfladenboxen bis zu 24 Stunden täglich für einen bargeldlosen Einkauf geöffnet.
„Das Projekt spiegelt die umfassende Ausbildung an der FSL Herrenberg wider, die sich intensiv mit Themen wie Nachhaltigkeit, Regionalität und der Zukunft der Landwirtschaft beschäftigt“, so der Landrat. „Es ist ein Alleinstellungsmerkmal für unseren Schulstandort.“
Studierende gestalten Zukunft
Die Umsetzung wird über die ersten drei Jahre im Rahmen des Programms zur Kofinanzierung von regionalen Modellprojekten und Kooperationen im Bereich Wirtschaft und Tourismus vom Verband Region Stuttgart unterstützt. Im Rahmen dieser Förderung werden jeweils 50 Prozent der Kosten über dieses Programm getragen.
„Als Verband Region Stuttgart setzen wir uns für eine nachhaltige Entwicklung ein. Landwirtschaft ist Teil unserer Identität – ebenso wie die urbane Entwicklung unserer Region“, wird Regionaldirektor Alexander Lahl zitiert. Mit der Dorfladenbox würden die Studierenden zeigen, wie Zukunft gestaltet werden kann.
Für den laufenden Betrieb wurde an der Schule ein gemeinnütziger Verein gegründet, um dann auch die richtige Betriebsform für einen solchen Laden zu haben.