Naturtag in Fellbach Mit der Ziegenherde zum Naturparadies am Kappelberg

Die aufgeweckten Burenziegen der Familie Negele erhalten die Steppenheide am Kappelberg. (Archivbild) Foto: Gottfried Stoppel

Die Steppenheide am Kappelberg ist ein Naturparadies. Am Samstag gibt es Führungen und spannende Einblicke in die Welt der Reptilien und Insekten – und eine Tour mit Ziegen.

Die Steppenheide am Kappelberg bei Fellbach (Rems-Murr-Kreis) ist ein ganz besonderes Fleckchen Erde. Über Jahrhunderte haben die Remstäler hier ihr Vieh weiden lassen. Die Schafe, Ziegen und Kühe ließen sich nicht nur das Gras und die Kräuter an den Berghängen schmecken, sondern knabberten auch an Sträuchern und Bäumen und hielten sie dadurch klein.

 

Die sehr spezielle Landschaft, die dadurch entstanden ist und zahlreichen seltenen Tier- und Pflanzenarten ein Zuhause bietet, steht bei einer Veranstaltung am Samstag, 18. April, im Mittelpunkt. Zwischen 14 und 17 Uhr bieten die Naturfreunde Fellbach, der Naturschutzbund (Nabu) und die Stadt Fellbach auf der Kappelberg-Ebene Führungen zu Flora und Fauna auf der Steppenheide an. Außerdem gibt es Vorträge und Informationsstände. Mit von der Partie ist Axel Kwet von der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde, einer der wenigen Fachleute für Amphibien und Reptilien.

Außerdem die Familie Negele aus Aichwald. Sie lässt ihre braun-weißen Burenziegen – die Rasse mit Schlappohren stammt ursprünglich aus Südafrika – seit einigen Jahren im Frühjahr und im Herbst am Kappelberg weiden und trägt so zur Erhaltung dieses Naturparadieses bei. Die tierischen Mäh-Helfer leisten dort ganze Arbeit, denn sie hinterlassen – anders als andere Mähmethoden – keinen radikalen Kahlschlag, sondern lassen auch das ein oder andere Blümchen stehen.

Ziegen als natürliche Landschaftspfleger am Kappelberg

Außerdem sind selbst extrem steile Bereiche, an denen Maschinen nicht oder nur unter großem Aufwand eingesetzt werden können oder den Boden zu stark verdichten, kein Problem für die äußerst geländegängigen Geißen. Ihr Einsatz erspart so viel menschliche Arbeit, die zuvor meist von Freiwilligen geleistet werden musste. Zudem befördern die Ziegen nebenbei Samen und Insekten im Fell oder über ihren Verdauungstrakt und verbreiten sie so weiter.

Aufwärts auf den Berg: am Samstag lockt eine Wanderung mit Burenziegen zum Kappelberg. (Archivbild) Foto: Gottfried Stoppel

Wer Lust hat, darf die Ziegenherde nebst ihren fleißigen Hütehunden und den dazugehörigen Zweibeinern am Samstag auf dem Weg zu ihrer Weide auf dem Kappelberg begleiten. Dazu sollte man um 12.30 Uhr auf dem Sportplatz in Rommelshausen sein. Von dort aus führt dann die Route hinauf auf die Kappelberg-Ebene und zur Veranstaltung. Oben am Berg stehen alkoholfreie Getränke bereit und Familie Negele verkauft Ziegenwürstchen vom Grill. Man darf aber auch eigenes Essen und Getränke mitbringen und picknicken.

Bei dem Aktionstag erklären die Naturschützer unter anderem, welch wichtige Rolle die Steppenheide bei der Biotopverbundplanung spielt und wer sich in diesem trockenen, warmen und nährstoffarmen Lebensraum besonders wohl fühlt. Dazu gehören zum Beispiel Reptilien wie die Schlingnatter oder die Zauneidechse oder auch der Ameisenlöwe.

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