Neu in Leinfelden-Echterdingen Neuer Kreativ-Laden in Stetten: „Wie Etsy vor Ort“

Im April will die Musbergerin Hatice Reith (links) ihr „UnikatLE“ eröffnen, einen Mix aus Stoffladen, Etsy-vor-Ort-Shop und Kreativraum. Elke Ade (rechts), die 35 Jahre lang den Spielwarenladen Steck geführt hat, freut sich. Foto: Caroline Holowiecki

Jetzt steht fest, wie es nach dem Aus von Spielwaren Steck in den Räumen weitergeht: Die Musbergerin Hatice Reith will hier eröffnen – was genau hat sie vor?

Diese zwei haben sich gesucht und gefunden. Elke Ade und Hatice Reith fallen sich immer wieder in die Arme. Beiden Frauen haben Tränen in den Augen. Es sind Tränen der Freude. Freude darüber, dass es weitergeht an der Stettener Hauptstraße. Hier ist dieser Tage eine kleine Ära zu Ende gegangen.

 

Der Spiel- und Haushaltswarenladen Steck hat nach 60 Jahren geschlossen. Vor gut 35 Jahren hatte Elke Ade das Geschäft von ihren Eltern übernommen. Dass jetzt Schluss ist, bedrückt sie sichtlich. Erst Corona, dann die ewigen Baustellen in Richtung Echterdingen und Plattenhardt, hinzugekommen sei das veränderte Kaufverhalten der jüngeren Kundschaft. Das alles habe die Zahlen bei Spielwaren Steck nach unten gedrückt. Ende 2024 sei der Entschluss gefallen aufzuhören.

Der Abschied von Spielwaren Steck fällt schwer

Elke Ades Augen schweifen über leere Regale. Immer wieder werden sie feucht. Der Laden sei wie ihr Baby gewesen. Und dieses Baby geht nun einen ganz neuen Weg. Hier kommt Hatice Reith ins Spiel. Die 45-Jährige aus Musberg übernimmt das 390 Quadratmeter große Ladengeschäft von Elke Ade. An der Ortsdurchfahrt von Stetten wird sie das „UnikatLE“ eröffnen, einen Mix aus Stoff- und Kurzwarenladen und Kreativplattform für Künstlerinnen und Künstler. Hatice Reith selbst spricht von einem „Handmade Concept Store“, wo Kunstschaffende ihre selbst hergestellten Produkte gegen eine kleine Provision in Mietregalen verkaufen können. „Wie Etsy vor Ort“, erklärt sie. Etsy ist der weltweit führende Online-Marktplatz für handgefertigte Waren.

Neuer Laden in Stetten: Neue Chefin näht, stickt, ist kreativ

Die Vierfach-Mama ist selbst künstlerisch aktiv, näht Kinderkleidung und Accessoires, stickt Bilder und stellt diverse Dekoartikel mit dem 3D-Drucker her. Das Kreative ist ihr in die Wiege gelegt worden. Zwar erzählt die gelernte Kauffrau für Bürokommunikation, dass sie zuletzt in der Finanzbranche gearbeitet habe, aber „ich bin eine Schneiderstochter“. Ihr Vater sei ein Konfektionsmeister, und schon während der Schulzeit habe sie stets viel genäht. „Ich hatte schon sehr lang den Traum, einen Laden für Stoffe zu eröffnen“, erzählt sie, 2020 habe sie sich diesen Traum in Leinfelden auch erfüllt. Die Pandemie hatte das Vorhaben jedoch nach nur drei Jahren scheitern lassen, der Laden „5toff“ musste zumachen. „Ich wusste, mein Comeback kommt“, sagt sie.

Hatice Reith im Jahr 2020 in ihrem damaligen Stoffladen. Foto: Archiv Eileen Breuer

Dieses Comeback steht nun bevor, und über die Ideen, wie es weitergehen soll, freut sich Elke Ade. „Da war Gott im Spiel“, sagt sie. Interessentinnen und Interessenten für den Laden habe es durchaus gegeben, sie seien aus den unterschiedlichsten Branchen gekommen, Klick gemacht habe es aber erst bei Hatice Reith – sowohl konzeptionell als auch menschlich. Auch, dass mindestens eine bisherige Mitarbeiterin übernommen werde, gefalle ihr gut. Sie selbst werde ebenfalls unterstützen und der neuen Inhaberin beratend zur Seite stehen. „Alle machen miteinander weiter, es ist kein Bruch für mich“, sagt Elke Ade strahlend und drückt Hatice Reith wieder.

Der neue Laden soll im April eröffnen

UnikatLE soll im April eröffnen. Wann genau, dazu will die Betreiberin Interessierte über Social-Media auf dem Laufenden halten. Auf diesem Weg können sich auch Kunstschaffende melden. Zehn hat die Gründerin nach eigenen Angaben bereits an der Hand, weitere hätten sich gemeldet. Schmuck, Kerzen, Keramik, Seifen und mehr werde es bei UnikatLE geben. Auch Workshops schweben ihr vor, etwa Näh- und Filzkurse oder Abende, an denen man vor Ort Keramik selbst bemalen kann. Hauptsache kreativ. Hatice Reith findet: „Handwerk soll geschätzt werden.“

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