Stuttgart hat Lust auf Tacos – gut für Martina Burri und Denny Ginzel von Tacolega. Foto: Tanja Simoncev
Tacolega ist offen, die Tacos saftig, das Ambiente authentisch. Halb Stuttgart steht Schlange – bei Neueröffnungen sowieso. Ein Ansturm, mit dem die Betreiber nicht gerechnet haben.
Gerade wird die Ausgehlust und Probierfreude der Stuttgarter ganz schön unterschätzt. Zuletzt hatten die Veranstalter von „Beat out the Bus“ im Rahmen von „Die neue Agnes“ völlig fehlkalkuliert, wie viele Raver es nach Degerloch ziehen würde.
Und auch bei Tacolega am Berliner Platz ist man baff. „Wir haben nicht mit so einem Ansturm gerechnet“, sagt Denny Ginzel. „Bei der Eröffnung waren rund 500 Menschen da.“ Und seit diesem 14. Juni würden es sich jeden Tag bis zu 300 Gäste bei Tacos und Drinks gut gehen lassen. Die riesige Latino- und Mexiko-Community aus dem Kessel lasse sich fast jeden Tag blicken – was für ein Start!
Das freut den 35-Jährigen, der das Tacolega zusammen mit seiner Lebens- und Geschäftspartnerin Martina Burri führt, natürlich sehr. So eine Neueröffnung ist schließlich auch wahnsinnig aufregend, Zulauf und Zuspruch daher gern gesehen.
Auf natürliche Weise glutenfrei
Und so mischen mexikanische Vibes den Berliner Platz auf – mit allem, was dazu gehört. Angelehnt an eine klassische Taquería treffen bei Tacolega Tacos in diversen Varianten auf Drinks wie Paloma und Margarita, die es in sich haben – und zwar Tequila. Außerdem warten ein Hibiscus Gin Sour und El Colega mit Rum auf durstige Gäste.
Ob mit würzig gegartem Rindfleisch, geschmortem Schweinefleisch, Hühnchen oder Jackfruit, die Tacos kommen sehr saftig und auch vegetarisch daher. Gluten war in diesem Fall gestern. Denn da Maistortillas verwendet werden, sind die Tacos auf natürliche Weise glutenfrei.
Außerdem gibt es verschiedene Quesadillas, Tlacoyos Azules Frijoles Negros mit gebratenen Bohnen und Gorditas de Chicharron mit Schweinebauch. Als Beilagen können unter anderem Patatas Bravas, Maiskolben oder Nachos mit Dips sowie verschiedene Salsa-Varianten bestellt werden.
Aus Liebe zu Tacos
Und wie kommen zwei Deutsche auf die Idee, ein mexikanisches Restaurant zu eröffnen? Weil sie mittlerweile echte Taco-Kenner sind. Man habe sich eingelesen und durchprobiert – und das weltweit. „Und natürlich essen wir auch wahnsinnig gern Tacos.“
Ginzel und Burri lernten sich im daily Gastro-Business in Stuttgart kennen und lieben. Klar, dass irgendwann etwas Eigenes folgen sollte. „Wir lieben es, Gastgeber zu sein und die Leute glücklich zu machen.“
Gastgeber aus Leidenschaft, geschlechtsneutrales Logo
So erklärt sich auch Tacolega. Denn der Name setzt sich aus „Tacos“ und dem Wort „Colega“, spanisch für „Kollege“ oder „Kumpel“, zusammen. Außerdem habe man sich bewusst für das Totenkopf-Logo entschieden.
„Wir wollten einfach auch genderneutral bleiben. Denn am Ende bestehen wir alle aus Haut und Knochen und sehen, vor allem wenn wir gehen, auch gleich aus. Und das passt wiederum auch gut zu Mexiko, weil der Tod dort ja auch gefeiert wird.“
Das Logo von Tacolega wurde bewusst genderneutral gewählt. Foto: Tanja Simoncev
Gefeiert wird dann übrigens laut, lustig und bunt. Klar, dass auch Tacolega seit dem Opening im farbenfrohen Ambiente mit Sombreros, Musik und Co. auf Instagram und vor Ort Vollgas gibt. Und die Gäste schwärmen schmatzend vor sich hin: „Die Tacos schmecken unverschämt gut.“ Mehr geht nicht.
Picknick im Park – auf Tischen mit Tacos
Oder vielleicht doch? Zumindest könnte der Außenbereich ein paar Plätze mehr vertragen, vor allem bei den aktuellen Temperaturen. Aber Tacolega fand eine Lösung und so können sich die Gäste Stühle und Tische für draußen ausleihen, um es sich im Park gegenüber gemütlich zu machen.